Alexanderheide „Take off“ für das Alpha-Jet-Cockpit auf dem Fliegerhorst: Seit wenigen Tagen sind die Ausstellungsräume der Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 43 um eine Attraktion reicher. Nach mehrmonatiger aufwendiger Restaurierung hat eine Arbeitsgruppe der Traditionsgemeinschaft (TG) ein Original-Cockpit für die Ausstellung fertig gestellt.

Der Alpha Jet war ein Schulflugzeug sowie ein leichter Jagdbomber und war insbesondere für die Luftnahunterstützung vorgesehen. Der zweistrahlige Hochdecker entstand aus einer Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich Anfang der 1970er Jahre. Der Erstflug war am 26. Oktober 1973. Mit der Landung des ersten Alpha-Jets am 23. Oktober 1980 begann auch in Oldenburg die Alpha-Jet Ära.

Schon bald nach der Gründung des Vereins Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 43 im Jahr 1993, wurde ein Holzmodell-Cockpit der FIAT G-91 für die Traditionsausstellung auf dem ehemaligen Fliegerhorst fast originalgetreu nachgebaut.

Was lag also näher, als in den Folgejahren auch ein Cockpit des Alpha-Jet zu restaurieren. Was fehlte, war ein Original-Cockpit. „Dann geschah die glückliche Fügung“, sagt Guido Gotthardt, Vorsitzender der Gemeinschaft. Ein mittlerweile verstorbener ehemaliger Oberst der Portugiesischen Luftwaffe, Jose Morais da Silva, ein Freund aus früheren Zeiten, besuchte 2014 die Ausstellungsräume. Im Rahmen der Führung wurden beiläufig die Probleme bei der Beschaffung der noch fehlenden Teile für das Cockpit erwähnt. Jose Morais da Silva sagte: „Gib‘ mir die Liste. Ich gehe zum Chef des Stabes der Portugiesischen Luftwaffe. Das kriegen wir hin.“

Hintergrund ist, dass die Luftwaffe nach Auflösung der Alpha-Jet-Geschwader den Portugiesen 50 Maschinen als Militärhilfe hatte zukommen lassen. Es dauerte dann keine vier Wochen, bis vom Leiter des Portugiesischen Luftwaffenmuseums in Lissabon eine E-Mail eintraf mit dem Text: „In zwei Wochen landet in Landsberg eine Transportmaschine von uns und da ist alles drin, was Ihr bestellt habt!“

Jetzt konnte man sich um die Beschaffung des Original-Cockpits kümmern. Der in Fassberg verantwortliche Technische Offizier zeigte sich sehr kooperativ. Was sich zunächst als sehr erfolgsversprechend darstellte, wurde durch die Bundeshaushaltsordnung zum Stillstand gebracht. Die schreibt nämlich vor, dass ab einem bestimmten Betrag alle Sachwerte der Bundesrepublik Deutschland über die bundeseigene Verwertungsgesellschaft VEBEG im Bieterverfahren zu verkaufen oder der Verwertung zuzuführen sind. Die VEBEG war nur unter ganz bestimmten Umständen bereit, den Alpha-Jet zu einem Gesamtpreis von 6900 Euro zu verkaufen. Bei dieser Forderung schien das Projekt zu einem vorschnellen Ende gekommen zu sein. So vergingen einige Monate, als aus Fassberg die Nachricht eintraf, dass die VEBEG das Flugzeug, zum Schrottwert, an einen Schrotthändler verkauft hatte. Die „TG” nahm Kontakt zum Schrotthändler auf und der war bereit, zu einem vertretbaren Preis, das recht unansehnliche Frontteil des Alpha-Jets den Wünschen entsprechend grob zurechtzuschneiden und zu verkaufen.

Udo Reinsch hat in einem Fotobuch den Aufbau des Cockpits noch einmal zusammengestellt. Das 26-seitige Fotobuch kann über die „TG” zum Preis von 15 Euro erworben werden. Besucheranmeldung über: JaboG 43 e.V., Alexanderstraße 461, Tel. 2 09 55 33, Email: info@fliegerhorst-oldenburg.de oder


     www.fliegerhorst-oldenburg.de 
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