Betrifft: „Denkmal mit finanziellem Kraftakt saniert“, NWZ vom 2. Oktober; zur Sanierung des Mausoleums.

Ich komme aus dem Staunen und Wundern nicht mehr heraus. Da wird in einem „finanziellen Kraftakt“, an dem sich in erheblichem Maße Bund und Land mit Steuergeldern beteiligen, das private, herzogliche Mausoleum renoviert.

Höchstes Lob kommt vom Herzog persönlich. „Ich bin bestens zufrieden, alles harmonisiert gut“. Gleichzeitig wird das Denkmal für die Öffentlichkeit tabu sein, denn es ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nach dem Willen der Eigentümer soll wieder Ruhe einkehren in den „Ort der Bedächtigkeit und Andächtigkeit“.

Klemens Blömer
Oldenburg

Hocherfreut habe ich als Oldenburger die letzten zwei Jahre die Instandsetzung des historischen Mausoleum verfolgt. Schon als kleiner Junge hatte ich das Gebäude noch in Erinnerung wenn ich die Eltern bei gelegentlichen Friedhofsbesuchen begleitete. (...)

Was ich wusste, habe ich erklärt, doch die Türen zum Mausoleum blieben wie schon zu meiner Kindheit auch für meine Jungen verschlossen. Zu gern hätten sie gesehen, wie es dort drinnen aussieht. (...) Doch diese riesengroße Tür ließ sich nie öffnen (...). Nun ist es den Nachfahren der Herzöge Caroline und Christian gelungen, 800 000 Euro aus verschiedenen Finanztöpfen zu bündeln, um das Gebäude vor dem Verfall zu retten.

Allen, die daran gearbeitet haben, ist deshalb zu danken, dass dies historisch einmalige Bauwerk für Oldenburg weiter erhalten bleibt. (...)

Viele Bürger (...) werden diese Sanierung sicher begrüßen. Sie würden sich noch mehr freuen, wenn das Mausoleum zu bestimmten Tagen oder Anlässen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde.

Die einzige Führung dürfte geladenen Gästen vorbehalten sein bzw. nur einem handverlesenen Teil von Öffentlichkeit. Meine inzwischen erwachsene Söhne und ich gehören nicht zu diesem Kreis und haben (...) nicht die Möglichkeit, diesen einmaligen Astylos je von innen zu sehen. Es sei denn, Herzogin Caroline und Herzog Christian geben ihre „Bedächtigkeit“ auf und allen Bürgern einen Chance, kontrolliert und mit Bedacht dies Mausoleum erfahren zu können. Ich würde mich sehr darüber freuen wenn sie „großherzig(lich)“ handeln würden. (...)

Michael Köhler
Oldenburg

Das Mausoleum ist ein stadthistorisch wichtiges Gebäude. Es gehört zwar rechtlich, wie verschiedene andere Projekte, in das Eigentum der herzoglichen Familie, aber gerade dieses Renaissance-Gebäude gehört kulturell und gesellschaftlich zu Oldenburg.

Jetzt ist dieses schöne, erhaltenswürdige Denkmal mit Hilfe von fast einer Million Euros öffentlicher Mittel restauriert worden.

Gleichzeitig ordnet Herzog Christian in nicht gerade bürgerfreundlicher Weise und mir nicht besonders sympathischem Stil an, dass dieses Haus von nun an geschlossen bliebe.

Großmütig soll wohl klingen, dass das Haus noch einmal irgendwann im nächsten Jahr für die Bürger geöffnet werden solle. Die meisten Oldenburger wissen natürlich, dass dieses Gebäude die Begräbnisstätte der Oldenburger Fürsten ist und somit einen sehr sensiblen Bereich berührt.

Ich empfinde das Verhalten von Herzog Christian dennoch für völlig unangemessen. Ich kann doch nicht einerseits mehrere hunderttausend Euros, die letztlich aus Mitteln der bürgerlicher Hand stammen, annehmen und dann sagen, „aber ihr habt keine Rechte mehr, ihr bekommt nichts dafür“.

So eine Einstellung halte ich für sehr bedenklich. Ich glaube nicht, dass dies bei dem mir gut bekannten Erbgroßherzog Nikolaus passiert wäre.

Ich bin ein zutiefst toleranter Demokrat des 20. und 21 Jahrhunderts und ich würde mich freuen, wenn viele Bürger, auch Christian von Oldenburg sich dieser Richtung verpflichten könnten. (...)

Fritz Lottmann
Rastede

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