Oldenburg Geht es nach den Vorstellungen von Bernd Bischoff, könnte die Bauwerkhalle am Pferdemarkt in absehbarer Zeit in ein italienisches Restaurant umgebaut werden. „Wenn der Preis stimmt, würden wir dem Verkauf zustimmen“, sagte der SPD-Fraktionschef der NWZ. „Wichtig ist, dass ein gutes Konzept für die Beschäftigung von Menschen, die Inklusion benötigen, vorliegt.“ Ein italienisches Restaurant in Nähe des Pferdemarktes könne ein Bereicherung sein.

Die Haltung der stärksten Ratsfraktion gegenüber dem Ansinnen, ein Restaurant zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu schaffen, hat im Rat derzeit allerdings keine Mehrheit. Denn die CDU kann sich einen Verkauf „derzeit nicht vorstellen“, wie Fraktionschef Olaf Klaukien auf Anfrage sagte. Die CDU regt einen Investorenwettbewerb an, um Möglichkeiten zur Nutzung der Halle zu prüfen. Eine Option könne der Verkauf an die Werkstätten sein, „aber vielleicht gibt es auch noch andere“. Diese Prüfung wolle seine Fraktion abwarten.

Auch die FDP hält ein Restaurant an dieser Stelle für „wenig attraktiv“. Der Wunsch der Werkstätten nach einer weiteren gastronomischen Wirkungsstätte in der Stadt, sei zwar zu unterstützen, betont Fraktionssprecherin Christiane Ratjen-Damerau. Aber in der Bauwerkhalle wäre nicht nur der Renovierungsbedarf erheblich. „Hier ginge ein Anziehungspunkt für viele Besucher durch ideenreiche Ausstellungen und Veranstaltungen verloren, Atmosphäre würde verschenkt“, heißt es in einer Mitteilung der Partei. Ihre Fraktion werde einen Dialog zwischen Werkstätten und alternativen Standorten unterstützen.

Die Grünen wollen vor einer Entscheidung zuerst mit den Werkstätten und dem Bauwerkverein sprechen. Ein Verkauf einer einzigartigen städtischen Immobilie zugunsten eines inklusiven Restaurants müsse wohl überlegt sein, teilt die Fraktion mit. Fraktionssprecherin Rita Schilling ergänzte auf Nachfrage, eine alternative Nutzung müsse „schon sehr überzeugend“ sein angesichts der hohen Bedeutung des Bauwerkvereins und der aktuellen Nutzung der Halle.

Der Fraktionssprecher der Linken, Hans-Henning Adler, erklärte, seine Gruppe sei grundsätzlich dafür, neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Im Fall der Bauwerkhalle sollte eine Lösung gefunden werden, die die Interessen des Vereins berücksichtige. Die Werkstätten könnten sich vertraglich verpflichten, die Gaststätte in einem bestimmten dem Verein kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Die Werkstätten haben der Stadt ein Kaufangebot unterbreitet. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hatte sich grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen. Der Bauwerkverein hingegen wirbt dafür, das Projekt an einem anderen Standort zu verwirklichen. Die Halle sei einzigartig. Mehrere Gruppen, die sich mit Stadtentwicklung befassen, nutzen die Halle für Ausstellungen und Veranstaltungen.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.