Oldenburg Beste Grüße überbrachte eine Hundertschaft an Eltern der Kitas Cloppenburger und Klingenbergstraße sowie der Kurlandallee Oberbürgermeister Jürgen Krogmann am Mittwochnachmittag – samt einiger ziemlich deutlicher Worte, warum der Streik der Erzieher nach nun drei Wochen denn „nun endlich beendet“ werden müsse. Lautstarke Unterstützung gab es da gerade von jenen, „auf deren Rücken“ der Streik ausgetragen werde, wie es hieß: „Wir wollen in den Kindergarten!“, riefen ihre Sprösslinge auf weitem Flur. Krogmann konnte sie ja alle verstehen, wie er sagte – und womit er wohl auch wieder etwas Ruhe ins Rathaus bringen wollte. Das gelang ihm freilich nur bedingt.

Weil er erstens den Arbeitskampf verteidigte („Streikrecht ist ein hohes Gut“), zweitens schnell zur Tagesordnung übergehen wollte und drittens, weil seine Antworten eben nicht beruhigend waren. „Ich habe keinen Schalter, auf den ich drücken kann“, sagte er. Das wussten die Eltern zwar auch, ihren Oberbürgermeister wollten sie aber dennoch nicht aus der Verantwortung ziehen lassen. „Wir haben einen Betreuungsvertrag mit der Stadt – wenn Ihre Arbeitskräfte streiken, ist das nicht unser Problem!“, hieß es da unter Beifall.

Krogmann, selbst Verdi-Mitglied, solle als Stadtvertreter seinen Part dazu beitragen, dass Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite wieder auf Landesebene an den Verhandlungstisch zurückkehren und der Streik rasch beendet werden kann. „Uns ist egal, welche Seite gewinnt“, sagte Wortführerin Tanja Kasemir, „wir wollen nur, dass der Alltag in die Kitas zurückkehrt, unsere Kinder brauchen dieses Ritual!“.

Es ist das erste Mal, dass die Elternseite derart ihren Unmut kund tut. Der Druck auf die kommunale Seite erhöht sich damit enorm. Auch, weil die so Erbosten jetzt schon ein Wiedersehen für den kommenden Mittwoch angekündigt haben, sollte sich an der Situation bis dahin nichts ändern: „Dann kann der Herr Oberbürgermeister doch mal mit unseren Kindern spielen!“ Im schlimmsten Fall bis zu den Ferien.

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Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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