Oldenburg Normalerweise würde ein Medizinstudium schon reichen, um sich zu verausgaben. Der Oldenburger Paul Isernhinke (21) hat aber noch ein zweites großes Projekt, das ihn mindestens genauso beschäftigt: Afrikanischen Kindern und Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie eine entschieden bessere Lebensperspektive erhalten, durch Bildung und Sport, einschließlich Schulabschluss – zehnte Klasse und sogar 12. Klasse mit Hochschulreife.

Denn Isernhinke ist einer der Gründer der „Oshana Basketball School“ (OBS) in Namibia, die zwei Jahre besteht. Der Oldenburger nutzte sein Jahr als Freiwilliger der Weltwärts-Initiative, um die OBS mit aufzubauen. Die Basketballschule liegt in Ongwediva, einer 20 000-Einwohner-Stadt im Norden des Landes, im Ovamboland. Kinder im Alter von zehn bis 18 Jahren – die in Namibia oft früh die Schule abbrechen und ohne Ausbildung auf der Straße landen – werden nun nach jedem Schultag an der OBS betreut. Das Stipendium umfasst täglichen Förderunterricht in diversen Fächern, anspruchsvolles Basketballtraining, lebenspraktische Übungen, Mittagessen, Sportkleidung und vieles mehr. „Hervorragend gebildet in Schule und Basketball, Moral und gutem Charakter sollen die Kinder zu selbstständigen und verantwortungsbewussten Menschen werden, die auch Vorbild sind“, sagen die OBS-Gründer. Und ihr Basketball-Funke hat gezündet: In der Grundschulliga und der Männerliga, die sie in der Region etabliert haben, gehen schon 800 Kinder und Erwachsene auf Korbjagd.

Weil die OBS mit ihren Schülern eine derart gute Entwicklung genommen hat, soll sie weiter gestärkt werden. Dafür braucht die Schule Unterstützung. Isernhinke, ehemaliger Spieler der Baskets Akademie Weser-Ems und des BTB, sagt: „Da steckt ein wahnsinniges Potenzial drin. So etwas gab es bisher überhaupt nicht. Die Schule boomt total, inzwischen sind es 30 Kinder, aber man könnte auch noch viel mehr Kinder einbauen. Der Basketball ist das Mittel zum Zweck.“

Um die Schule abzusichern und den Leiter langfristig zu binden, der aus eigener Begeisterung für das Projekt bis zu 60 Stunden in der Woche dafür arbeitet plus die Wochenenden, hat Paul Isernhinke zusammen mit seiner Mutter Sandra und Manfred Jelken jetzt einen Förderverein gegründet. Mit Hilfe vieler Unterstützer – die noch gesucht werden – will der Förderverein die Aktivität und das Wachstum der Oshana Basketball School ermöglichen. „Insgesamt 150 bis 180 Euro im Monat, die 1:1 direkt dort ankommen, würden schon reichen, um die Basketballschule dauerhaft zu sichern und den Kindern damit ein anderes Leben zu ermöglichen“, sagt Isernhinke. „Für 30 Euro bekomme ich da schon zehn Basketbälle. Und die Kinder sind Feuer und Flamme. Wenn sie morgens aufwachen, ist die OBS das Erste, woran sie denken. Dabei gibt es total viele Regeln, die einzuhalten sind. Die Kinder lernen Regelverhalten, einschließlich der Prävention vor Drogen, Alkohol und Aids.“

Das Motto der Oshana Basketball School: „Education, Basketball, Character“. Paul Isernhinke sagt: „Wir sind eine große Familie dort. Wenn die Kinder das OBS-Center betreten, dann wissen sie sofort, dass es bei uns nichts mehr gibt, vor dem sie sich verstecken, schämen oder fürchten müssen, dass man sich gegenseitig vertrauen kann, dass es Freunde und Trainer gibt, die für einen da sind und sich kümmern. Dieses familiäre Umfeld ist Herz und Seele der OBS und der Grund, warum alle Kinder voll dabei sind.“

 Der Förderverein Oshana Basketball School e.V., hat seinen Sitz an der August-Niemann-Straße 3, 26203 Wardenburg-Hundsmühlen. Der Jahresmitgliedsbeitrag liegt bei 20 Euro.


Infos:   www.obs-basketball.de 
Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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