Oldenburg Es ist das Jahr der vielen Veränderungen, Regeln, Unsicherheiten und Ängsten. Ein Jahr großer Entscheidungen, des Umdenkens und Zusammenhaltens. Das Corona-Virus hat den Alltag aller Menschen verändert. Ständig im Zwiespalt zwischen Wahnsinn und Vernunft, zwischen Wünschen nach Normalität und angepasstem Verhalten.

Die Oldenburger gehen gern in ihre schöne Innenstadt, verbringen dort ihre Mittagspause, treffen sich auf Kaffee und Kuchen. Auch in diesen Zeiten. Natürlich unter Einhaltung der aktuell geltenden Hygienevorschriften.

Das Urgestein

Einen Mann aus Oldenburg zieht es ebenfalls täglich in die Innenstadt. Waldemar. Das Original aus Oldenburg. Er lässt sich nicht entmutigen, möchte gerade in dieser unbeständigen Zeit den Menschen eine Freude mit seiner Musik machen. Sein Lieblingsplatz ist gegenüber vom alten Rathaus, Ecke Markt – kleine Kirchenstraße. Dort steht er tagein, tagaus und gibt sich seiner großen Leidenschaft, dem Musizieren hin.

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Seit ein paar Wochen hat er neue Gitarre, die er mittels einer Kleinanzeige in der Nordwest-Zeitung gesucht hatte. Mit Erfolg. Auf die Anzeige meldeten sich etliche Leute. „Viele musste ich wegschicken, teilweise waren die Gitarren zu neu, ich suchte ja eine ganz alte“, sagt Waldemar. Und eine war dabei, die ihm besonders zusagte. Damit zählt seine Sammlung nun drei Gitarren, doch die „neue alte“ spiele er am liebsten. „Ich bin sehr glücklich, dass ich eine gefunden habe“. Grund für die Anzeige war, dass seine Haupt-Gitarre kaputtgegangen sei.

63 Jahre Straßenmusik

Er muss es wissen. Seit 63 Jahren ist er Straßenmusiker und spielt und singt in der Innenstadt. Nicht nur durch seine Musik fällt Waldemar auf. Er mag es gern bunt, zuweilen auch schrill. Bunte Schals, eine getönte Brille sowie verschieden gemusterte, farblich abwechselnde Schirmmützen. So kennen wir ihn. Er ist fester Bestandteil des Oldenburger Stadtbildes.

Kein Weihnachten ohne Waldemar

Auch in diesem Winter können die Oldenburger auf das Urgestein zählen. Ob der Lamberti-Markt stattfinden wird oder nicht, Waldemar wird in sein Weihnachtsmannkostüm schlüpfen und die Besucher der Stadt mit seinen Auftritten unterhalten.

Obgleich er weiterhin auftreten kann, Corona wirkt sich auch auf sein Geschäft aus. Die Einnahmen des Straßenmusikers sind deutlich weniger. Klar, insgesamt sind weniger Menschen unterwegs. „Auch wenn ich aktuell weniger Geld verdiene, gebe ich nicht auf“, sagt Waldemar.

Er lebt in einfachen Verhältnissen, fährt täglich mit dem Bus in die Innenstadt. Seine gesundheitlichen Einschränkungen halten ihn davon nicht ab. Sein Musikwagen ist inzwischen ein umfunktionierter Rollator, der ihn sicheren Schrittes von A nach B bringt. Waldemar hat das Herz am rechten Fleck. Das würde auch seine Frau bestätigen, die vor fünf Jahren verstorben ist. Sie wäre sehr stolz auf ihn.

Kennen Sie Waldemar noch nicht? Dann schauen sie unbedingt in der Innenstadt vorbei!

Und, falls jemand eine gebrauchte Mundharmonika abzugeben hat, melde sich bitte telefonisch unter Telefon 0151 29484746.

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