Oldenburg Viel Lärm um nichts? Das ist so wohl nicht ganz richtig. Erstens sind alte Weltkriegs-Panzerminen alles andere als ungefährlich – und zweitens wäre die Aufregung nach einem lauten Knall ohne jegliche vorherige Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen wohl ungleich größer gewesen. Doch der Reihe nach.

Als am Mittwochmorgen fünf dieser schon historischen Abwehrminen im östlichen Bereich des Fliegerhorstes bei Sondierungsarbeiten entdeckt wurden, hätten sie auch gut als Schrott durchgehen können. Runde Panzerabwehr- und alte Riegelminen: Das war so wohl nicht auf den ersten Blick zu identifizieren.

Evakuierung im 300-Meter-Radius

Gut also, dass die Räumer unweit der Alexanderstraße die richtigen Schlüsse zogen und gegen 10 Uhr die zuständigen Behörden informierten. Der „kleine“ Krisenstab – bestehend unter anderem aus Vertretern von Feuerwehr, Polizei und Stadt – kam rasch auf der Feuerwache in der Ibo-Koch-Straße zusammen und entschied bereits um kurz nach 11 Uhr auf Evakuierung des Gefahrenbereichs von 300 Metern.

Zeitzeuge erinnert sich: „Bomber! Bomber im Anflug auf den Fliegerhorst! Haut ab! Sofort!“

Da die Minen nur rund 150 Meter von der Alexanderstraße entfernt gefunden wurden, waren auch etwa 40 anliegende Gebäude mit rund 200 Bewohnern betroffen. Einsatzkräfte der Feuerwehr gingen also von Tür zu Tür, informierten die Anlieger hier über die bevorstehende Sprengung, über mögliche Sammelpunkte und den eigens abberufenen Bus, der sie aus dem Gefahrenbereich fahren könne.

Allein: Weder der Halte- (beim Discounter gegenüber der Hauptwache), noch der Treffpunkt (Feuerwache I) wurden von ihnen angesteuert. Derweil richtete die Stadt ein Bürgertelefon ein, wurden Absperrmaßnahmen zwischen Alexandersfeld und Schinkelstraße vorgenommen. Polizeikräfte leiteten die Verkehrsteilnehmer auf der viel befahrenen Straße um.

Evakuierung in Oldenburg: Weitere Blindgänger auf Fliegerhorst?

Um die fünf scharfen Minen – ein „mittlerer Kampfmittelfund“ in gerade einmal einem Meter Tiefe, so Stadtsprecher Reinhard Schenke – kümmerten sich schließlich Hans Mohr und Johann Hilmer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, ohnehin häufig gesehene Gäste auf dem Fliegerhorst. Um kurz nach 13 Uhr knallte es schließlich einmal kurz, dann war die Straße wieder frei passierbar, die Gefahr für Land und Leute gebannt.

„Wir vermuten, dass es deutsche Minen waren, die zur Verteidigung des Fliegerhorstes gedacht waren“, so Schenke auf NWZ-Nachfrage.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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