Oldenburg Bis ich den roten Umschlag in den mit einem Schloss gesicherten Kasten stecken kann, ist etwas Faltarbeit notwendig. „Wie soll man das denn da reinbekommen, ohne etwas kaputt zu reißen?“, schimpft ein älterer Mann, der kurz vor mir in der Wahlkabine war.

Obwohl der Termin zur Europawahl erst an diesem Sonntag, 26. Mai, ist, können wahlberechtigte Bürger bereits im Vorfeld ihre Stimme abgeben. Dazu hat die Stadt ein Wahlbüro im Rathaus am Pferdemarkt eingerichtet. Sabrina Wollny und Katja Nölke gehören zu dem Team, das die Vor-Wahl an diesem Standort organisiert hat.

Viel Arbeit für Wahlteam

„Die Planung und Umsetzung der Wahl bedeutet viel Arbeit“, berichtet Katja Nölke. „Wir müssen zum Beispiel abschätzen, wie viele Wahlunterlagen wir brauchen, damit jeder Wähler seine Stimme abgeben kann.“ Dabei würden sich die Organisatoren an den Teilnehmerzahlen der Vorjahre orientieren. „Daran sehen wir auch, dass die Wahl vor dem eigentlichen Wahltermin immer beliebter wird“, sagt Wollny.

Und das merke auch ich, als ich in der Schlange stehe. Vor mir stehen sechs Personen, die auch wählen wollen. Es dauert etwa 10 Minuten, bis ich an der Reihe bin. Im Vorfeld musste ich noch einen Antrag zur Briefwahl ausfüllen, denn dabei handelt es sich bei diesem Prozedere eigentlich.

Im nächsten Schritt gehe ich zu einer Wahlhelferin, die mich zu sich heranwinkt. Sie heißt Sabrina Reiners und überprüft meinen Personalausweis. Sie erklärt mir, wie die Stimmabgabe funktioniert, während sie mir die nötigen Unterlagen gibt.

Der Wahlschein, die Berechtigung zum Wählen, kommt in einen roten Umschlag. „Den Stimmzettel stecken sie nach der Wahl bitte in diesen blauen Umschlag, der dann zu dem Wahlschein in den roten Umschlag kommt“, sagt Reiners. „Den stecken sie dann in die Urne.“

Auf dem Weg zur Wahlkabine fällt mir auf, wie lang der Wahlzettel ist – eine spätere Messung ergibt 88 Zentimeter. Die meisten der 40 Parteien kenne ich zumindest vom Namen. Von vielen habe ich aber noch nie etwas gehört. Zum Glück habe ich mich am Wochenende – als es noch möglich war – mit dem Wahlomaten der Bundeszentrale für politische Bildung beschäftigt und mir so ein Bild verschafft, welche Partei(en) meine Interessen vertreten.

Der Wahlomat

Der Wahlomat ist ein Programm im Internet, das dem Nutzer in Bezug auf die Europawahl 38 Aussagen präsentiert. Nutzer konnten zustimmen, ablehnen oder sich neutral positionieren – bislang. Am Ende wurden die Angaben mit den Aussagen der vom Nutzer ausgewählten Parteien verglichen und eine Übereinstimmungsbilanz präsentiert. Aus juristischen Gründen ist das derzeit allerdings nicht mehr möglich (siehe Seite 1).

Für mich dauert die eigentliche Wahl nur einen kurzen Moment. Das Kreuzchen (jeder Wähler hat nur eine Stimme) ist schnell gemacht. Wesentlich länger dauert es, bis ich den Stimmzettel in den blauen Umschlag gesteckt habe. Der kommt dann noch in den roten Umschlag, den ich in die Urne stecke, und das war es dann auch schon.

Wer seine Stimme ebenfalls im Vorfeld abgeben möchte, kann dies heute und Mittwoch von 8 bis 15.30 Uhr im Rathaus am Pferdemarkt tun. Am Donnerstag und Freitag kann von 8 bis 18 Uhr gewählt werden.


Ein Wahl-Sezial unter   www.nwzonline.de/europawahl 
Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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