Oldenburg Grau waren die Straßen Oldenburgs am heutigen Samstag für einige Stunden nicht mehr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Christoper Street Days Nordwest brachten mit ihrer Kleidung, vielen Plakaten und Fähnchen Farbe in das Stadtbild. Angeführt von einem Umzugs-Wagen mit DJ und lauter Musik, machten die Demonstrantinnen und Demonstranten sowohl visuell als auch akustisch auf sich aufmerksam.

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Slogans wie „Mensch ist Mensch“ oder „Fick doch wen du willst“ auf den Plakaten, machten dabei unmissverständlich klar, wofür sie einstanden. Ihr diesjähriges Motto: „Liebe beginnt im Herzen, Akzeptanz im Kopf“. Ihr Ziel: Gleichberechtigung für alle Menschen der LGBTIQ+ Gruppe. Dies ist ein Sammelbegriff für Menschen mit verschiedenen sexuellen Identitäten. Das Akronym kommt ursprünglich aus dem Englischen, bei dem die Buchstaben jeweils für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersexual, Queer“ stehen. Symbol der Bewegung ist der beim CSD omnipräsente Regenbogen, sinnbildlich für Vielfalt und Diversität. Denn auch wenn sich die Situation beispielsweise für Homosexuelle in den letzten Jahrzehnten in Deutschland verbessert hat, werden Betroffene teils weiterhin diskriminiert. „Toleranz und Akzeptanz sind Werte, für die wir hier heute einstehen“, betont Teilnehmer Derk Akkermann.

Die Stimmung beim CSD in Oldenburg ist gut.
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Viele Menschen sind beim CSD in Oldenburg dabei.
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Das Outfit sitzt: Der CSD Nordwest lockt Tausende in die Oldenburger Innenstadt.
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Gleich geht es los: Esther Filly macht Stimmung auf dem Oldenburger Schlossplatz.
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Von der Weser Ems Halle ging der Straßenumzug quer durch die Stadt, vorbei am Pferdemarkt und dem Lappan und mündete schließlich wieder beim Ausgangspunkt. Nach dem Start um 14:20 Uhr waren die Demonstrantinnen und Demonstranten bis ca. 16:45 Uhr unterwegs. Während anfangs noch mit 2000 Menschen gerechnet wurde, zog es schlussendlich laut offiziellen Angaben der Polizei rund 6500 Menschen zum CSD Nordwest.

Neben privaten und Schulgruppen, waren auch Mitglieder von Parteien und Sportvereinen repräsentativ mit dabei. Die Stimmung war ausgelassen, die Demonstrantinnen und Demonstranten friedlich und gegen Ende des Umzuges kam sogar nochmal die Sonne heraus. Wegen der aktuellen Corona-Verordnungen herrschte während der gesamten Veranstaltung Maskenpflicht und Alkoholverbot. Nachdem der CSD im vergangenen Jahr in Oldenburg jedoch gänzlich entfallen musste, waren viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer froh, dass es dieses Jahr überhaupt stattfinden konnte. Auch ein abschließendes Fest konnte aufgrund der pandemischen Lage diesmal nicht stattfinden.

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Stattdessen endete der CSD Nordwest mit einer Kundgebung, bei der mehrere Rednerinnen und Redner von Organisationen wie „SCHLAU“ oder dem „CSD Nordwest“, aber auch die Musikerin Esther Filly auftraten. „Wir wollen mehr Aktionen gegen Hasskriminalität und Homophobie seitens der Politik“, forderte Anke Hieronymus vom CSD Nordwest. Des Weiteren gäbe es in Nachbarländern wie Polen oder Ungarn weiterhin Menschenrechtsverletzungen der LGBTIQ+-Menschen, dagegen müsse man vorgehen. Ebenfalls solle für jüngere Menschen gesorgt werden. „Wir brauchen dringend mehr Aufklärungsprogramme“, unterstreicht Frau Hieronymus. Miriam Yildiz vom Projekt „SCHLAU“, das Workshops für junge Menschen zum Thema LGBTIQ+ anbietet, weiß aber auch: „Wir haben da noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns.“ Unter anderem deshalb fanden viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass der diesjährige CSD von enormer Wichtigkeit war.

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