Oldenburg Die Stiftung Hospizdienst Oldenburg hat im Mai zusätzliche Räume erhalten. Bei einem Tag der offenen Tür am Samstag stellten Leiterin Renate Lohmann und ihre Mitarbeiterinnen den Erweiterungsbau vor. Den ganzen Tag über erkundeten Interessierte die hellen, geschmackvoll gestalteten Räumen an der Haareneschstraße.

Klare Linien, eine schlichte, hochwertige Einrichtung und die ruhige Lage im Grünen sollen einen guten Rahmen für die Arbeit bilden, betont die Leiterin. Finanziert wurde die Erweiterung von der Stiftung. „Wir sind vielen Bürgern dankbar, die sich engagieren und unsere Arbeit überhaupt erst ermöglichen“, hob Stiftungsvorstand Pfarrer Klaus Backhaus hervor. Über die ARD-Fernsehlotterie flossen 130 000 Euro in das Projekt.

Die Stiftung Hospizdienst, die seit 2012 an der Haareneschstraße 62 angesiedelt ist, hatte das Nachbarhaus (Hausnummer 60) erworben. Früher waren hier Büros des Oberkirchenrats untergebracht. Das Haus wurde nach Entwürfen des Planungsbüros Schmied (Edewecht) umgebaut. Im Erdgeschoss entstanden Beratungs- und Besprechungsräume. Im Obergeschoss entstand Wohnraum.

Neu und Alt verbunden

Die neuen Räume sind durch einen Übergang baulich mit dem bestehenden Gebäude verbunden. „Wir haben bewusst auf einen eigenen Zugang verzichtet“, berichtet Renate Lohmann. „Mitarbeiterinnen und Besucher kommen weiterhin über den bisherigen Eingang ins Foyer.“

Für den Hospizdienst bedeutet der Einzug die Rückkehr an die ursprüngliche Wirkungsstätte. Vor fast 25 Jahren hatte die Arbeit in diesem Haus begonnen. 2012 entstand der Neubau nebenan. Nun werden auch die ehemaligen Räume wieder vom Hospizdienst genutzt.

Grund für den Platzbedarf sei die ständig steigende Zahl von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Mittlerweile seien rund 150 Frauen und Männer ehrenamtlich für die Hospizstiftung tätig, berichtet Renate Lohmann. Kranke und Sterbende werden an der Haareneschstraße nicht betreut. „Wir sind ein ambulanter Hospizdienst“, sagt die Leiterin. „Wir kommen zu den Familien nach Hause.“

Die Haareneschstraße ist Treffpunkt für die Helferinnen und Helfer. Hier werden die Ehrenamtlichen ausgebildet, hier finden die Supervisionen statt. Neun Trauergruppen kommen regelmäßig zusammen, Eltern treffen sich hier.

Online-Hilfe stark gefragt

Ein wichtiger Teil der Arbeit sind Beratungsgespräche mit Kranken und Angehörigen. Bis 1997 wurde die Arbeit ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Heute beschäftigt die Stiftung neun feste Mitarbeiterinnen. Neben rund 60 Erwachsenen, die regelmäßig parallel betreut werden, begleiten Helferinnen und Helfer schwer kranke und sterbende Kinder, derzeit 14.

Ein weithin beachtetes Feld ist die Online-Begleitung. Seit 2013 begleiten überwiegend junge Helferinnen und Helfer über die Plattform da-sein.de Jugendliche und junge Erwachsene im ganzen Bundesgebiet. Trauernde und Erkrankte können anonym über Mail Kontakt aufnehmen. 40 junge Menschen nehmen das Angebot derzeit in Anspruch.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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