OLDENBURG Vor dem spannungsgeladenen Derby in der Fußball-Oberliga zwischen dem VfL Oldenburg und dem Stadtrivalen VfB an diesem Sonntag (18 Uhr, Stadion Alexanderstraße) könnte die Stimmungslage bei den beiden Mannschaften kaum unterschiedlicher sein.

Während das Team von VfL-Trainer Frank Claaßen nach einer durchwachsenen Vorbereitung und einem holprigen Start in die noch junge Saison seit zwei Spielen ungeschlagen ist und sich leistungsmäßig im Aufwärtstrend befindet, zeigt die Entwicklung beim VfB Oldenburg in die entgegengesetzte Richtung. Zwar überzeugte die Mannschaft von Joe Zinnbauer in der Vorbereitungsphase mit guten Testspielergebnissen, wartet nach zwei mühsamen Siegen zum Ligaauftakt jedoch nun schon seit zwei Partien auf ein Erfolgserlebnis in Form eines Dreiers.

So hängt beim Viertliga-Absteiger nach der 1:2-Niederlage in Pewsum, spätestens aber seit dem 2:2 (1:2) am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen VfV Hildesheim der Haussegen schief. Trotz einer neuformierten Mannschaft weckte die Spielweise des VfB vor allem vor der Pause doch bei vielen Betrachtern böse Erinnerungen an die mitunter desolaten Leistungen in der Rückrunde der vergangenen Saison (nur fünf Siege in 21 Pflichtspielen).

Einmal mehr hingen die in schöner Regelmäßigkeit aufgebotenen drei Spitzen völlig in der Luft, waren die VfBer dort auf die zweifellos vorhandenen individuellen Stärken von Sebastian Ghasemi-Nobakht (Vorbereiter) und Marcel Salomo (zweifacher Torschütze) angewiesen. Grund: Aus dem Mittelfeld kamen viel zu wenig Impulse. Zudem ließ sich die Hintermannschaft bei der schnellen Spielweise des VfV mehrmals leichtfertig überrumpeln. Hinzu kamen viele Quer- und Fehlpässe im Spielaufbau.

Auch wenn die Verantwortlichen des VfB in der katastrophalen Rückrunde der Vorsaison zu keinem Zeitpunkt am Trainerstuhl rüttelten, mehren sich die Anzeichen, dass der Druck auf Joe Zinnbauer vor dem Stadtduell am Sonntag merklich gewachsen ist.

Doch auch beim VfL Oldenburg ist längst noch nicht alles Gold, was glänzt. Zwar hat sich Frank Claaßen damit abgefunden, in dieser Spielzeit nur ein Drittel des Etats des VfB zur Verfügung zu haben, doch knirschte es zum Saisonstart in Sachen „neues Personal“ zwischen dem Trainer und einigen Verantwortlichen des VfL. So kam die gewünschte Verpflichtung von Mittelfeldspieler David van der Leij (zuvor VfB) nicht zu Stande. Dagegen konnte Abwehrchef Stephen Attoh nach wochenlangem Hin und Her doch noch zum Team stoßen.

Zwar wirkte die VfL-Abwehr beim 2:0-Heimsieg gegen den SV Bavenstedt (der jedoch zu mehreren klaren Torchancen kam, diese aber ausließ) und zuletzt beim 4:1-Auswärtssieg gegen den BSV Rehden deutlich sattelfester als beim 5:4-Sieg gegen Leer und der 1:3-Niederlage beim SVW II. Doch konnte Claaßen noch immer keine nominell festgezurrte Viererkette präsentieren. Grund sind zum einen Verletzungen, aber auch die Tatsache, dass einige VfL-Spieler noch deutlich hinter ihrem Leistungsvermögen aus der vorherigen Saison herhinken.

Unter der Woche hat sich nun ein neues Problem aufgetan. Torhüter Nils Reinke, bisher trotz seiner erst 20 Jahre starker Rückhalt der VfLer, hat sich beim Rehden-Spiel die Schulter ausgekugelt und wird nun aller Voraussicht nach im Derby ausfallen. Dies würde zu der pikanten Tatsache führen, dass Zugang Marco Elia sein Debüt beim VfL ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein geben würde.

www.NWZonline.de/oberliga

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.