OLDENBURG Jule Dirks (16) streift das weiße Nationaltrikot mit dem roten Brustring über. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen schultert sie ihr Boot und trägt es zum Steg am Achterdiek. Auf dem Wasser erhöht Jule schnell die Schlagzahl. Sie nimmt Fahrt auf und verschwindet hinter einer Brücke am Küstenkanal.

Viel Zeit wollen die jungen Leistungssportler des Oldenburger Rudervereins (ORVO) nicht vertrödeln. Denn das erste große Ziel dieser Saison naht: Die deutsche Juniorenmeisterschaft in Brandenburg/Havel Ende Juni. „Meinen Titel würde ich gerne verteidigen“, sagt Jule, die im Vorjahr mit ihrer Partnerin Milena Heuer aus Leer Deutsche Juniorenmeisterin im Doppelzweier wurde. Im Oktober trug sie dann erstmals das Nationaltrikot: Beim „Baltic Cup“ in Hamburg, einem Länderwettkampf der zehn Ostseeanrainerstaaten, startete Jule für Deutschland.

ORVO-Trainer Steffen Oldewurtel sieht derartige Erfolge als Bestätigung der Stützpunktarbeit in Oldenburg: „Es ist unser Anspruch, Spitzentalente nach vorne zu bringen“, erzählt er. Dass dies gut funktioniert, beweist auch der Erfolg von Tobias Hinrichs. Der Oldenburger wurde 2010 gleich in seinem ersten Jahr Landesmeister im Juniorenachter und gewann die NWZ -Wahl zum Nachwuchssportler des Jahres.

Kräfte bündeln

Um Kräfte zu bündeln, gründete der ORVO gemeinsam mit Vereinen aus dem Nordwesten vor einigen Jahren den Regattaverband Ems-Jade-Weser. Die Sportler trainieren zwar weiterhin in ihren Heimatorten, treffen sich aber regelmäßig zu Lehrgängen in Oldenburg. Die Anforderungen dort sind hoch: Bis zu 20 Stunden pro Woche rackert der ambitionierte Nachwuchs. Ruderfreie Tage sind selten. Die meiste Zeit verbringen die Sportler auf dem Wasser, doch auch Kraft- und Ausdauereinheiten an Land kommen nicht zu kurz. Oldewurtel vergleicht die Anstrengungen auf der 2000 Meter langen Regattabahn mit der eines 400-Meter-Läufers. „Die kommen auch völlig ausgepumpt ins Ziel.“

Ähnlich sieht es Konrad Thibaut, der dem Team Nordwest seit drei Jahren angehört: „Rudern ist ein Sport, bei dem es auf Disziplin und Willensstärke ankommt.“ Und auf die richtige Mischung, wie der 17-Jährige ergänzt: „Man sitzt als Team in einem Boot, aber jeder muss erstmal für sich alleine kämpfen.“

Dass der hohe Einsatz jedes Mal Überwindung kostet, berichtet auch Florentine Baron (16). „Aber gerade das macht es ja auch aus“, motiviert sich die junge Sportlerin.

Die meisten Athleten haben über einen Anfängerkurs den Einstieg gefunden. Nicht alle schaffen jedoch den Sprung ins Leistungsteam, aber das ist auch gar nicht der Anspruch des Vereins.

Spaß kommt nicht zu kurz

„Wir wollen ja nicht nur Meister und Medaillengewinner hervorbringen, sondern stellen erstmal den Spaß an der Sache in den Vordergrund“, erläutert Oldewurtel. „Es können schließlich nicht alle Olympioniken werden.“ Doch das bremst Jule, Florentine und Konrad nicht. Wenn sie über ihre Ziele und Träume sprechen, fallen schon einige Male die Worte: Medaille, WM oder sogar Olympiade.

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