Frage: Herr Bartels, man redet immer von der Volkskrankheit Rückenschmerz – ist das nicht eher ein Problem der Älteren?

Bartels: Nein, ganz und gar nicht. Zu uns kommen sogar schon betroffene Kinder und Jugendliche – natürlich mit ihren Eltern, die darauf achten, dass sie sich nicht gleich übernehmen.

Frage: Kommen die Menschen aus eigenem Antrieb zu Ihnen oder schickt Sie der Arzt?

Bartels: Das Verhältnis liegt so bei 50/50. Wer aus eigenem Antrieb kommt, darf bei uns aber nicht gleich an die Geräte: Wir schicken ihn mit einem Fragebogen zum Arzt, damit zunächst einmal genau diagnostiziert wird, wo das Rückenproblem seine Gründe hat.

Frage: Aber das Ausarbeiten des Trainingsprogramms liegt dann in Ihren Händen?

Bartels: Das machen unsere Trainer, die dafür speziell ausgebildet sind. Sie wissen genau, wie man gegen den Rückenschmerz angeht.

Frage: Das müssen Sie mir nochmal genau erklären: Man kann gegen den Rückenschmerz trainieren?

Bartels: Ja, natürlich. Die meisten Rückenschmerzen entstehen dadurch, dass das Muskelkorsett, das die Wirbelsäule stützt, zu schwach ist. Durch gezielte Stärkung dieser Muskeln wird die Wirbelsäule entlastet und der Schmerz verringert.

Frage: Welches sind die Gründe?

BArtels: Vor allem Bewegungsmangel, der die Muskeln erschlaffen lässt. Hinzu kommt, dass die Muskulatur ab dem Alter von 30 Jahren schwächer wird, wenn man sie nicht gezielt trainiert.

Frage: Und gezielt trainieren heißt was?

Bartels: Das heißt, dass es darauf ankommt, genau die Muskulatur isoliert zu trainieren, die den Rücken stützt – und immer auch den so genannten Gegenspieler. Wenn ich die untere Rückenmuskulatur trainiere, muss ich auch die Bauchmuskulatur trainieren, sonst kommt es wieder zu Fehlhaltungen. Die neue Generation von Trainingsgeräten macht eine noch gezieltere Stärkung möglich: Das Ausweichen auf andere Muskelgruppen – etwa die Zuhilfenahme der Arme – wird dadurch so gut wie unmöglich.

Frage: Und die Erfolge sind dann garantiert?

Bartels: In den allermeisten Fällen ja. Die Linderung tritt relativ schnell ein, und nach einer gewissen Trainingszeit sind die Menschen oft völlig schmerzfrei. Aber das ist auch das Problem . . .

Frage: Ein Problem?

Bartels: Ja, weil viele Menschen an genau diesem Punkt mit dem Training aufhören. Und das ist ein Fehler. Kürzlich kam eine Frau wieder zu uns, die sich schmerzfrei trainiert hatte, dann nicht weitermachte, und nun wieder genau da war, wo sie angefangen hatte. Das muss nicht sein, wenn man mit dem Training am Ball bleibt.

Frage: Das ist wohl für viele eine Zeitfrage . . .

Bartels: Das halte ich für eine Ausrede. Ein richtiges Rückentraining dauert 30 Minuten – das sollte einem die Gesundheit wert sein.

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