Oldenburg Es rummst immer wieder, wenn die in weiß und blau gekleideten Nachwuchsjudoka auf dem gefederten Boden landen. Jungen wie Mädchen der Altersgruppen U 12 bis U 21 duellieren sich im Dojo, wie die moderne Trainingshalle von Schwarz-Weiß an der Auguststraße heißt. Die Ziele sind klar: Beim montäglichen Stützpunkt-Training in Oldenburg wollen die Talente Kraft tanken und an ihrer Technik feilen.

In regelmäßigen Abständen schneidet die Stimme von Matthias Boss, Mitglied des Trainerteams des Niedersächsischen Judoverbandes (NJV), durch die Halle. Er motiviert seine Schützlinge oder gibt Anweisungen, wie der jeweilige Gegenüber zu Fall gebracht werden kann und soll.

„In den Wochen vor einer Deutschen Meisterschaft steigt die Anspannung aller Kämpfer und Trainer natürlich an“, berichtet Boss vor den anstehenden Turnieren der U 18 im nordrhein-westfälischen Herne (27./28. Februar) und der U 21 im brandenburgischen Frankfurt an der Oder (5./6. März).

„Dementsprechend ist es für die Judoka wichtig, unter Wettkampfbedingungen zu trainieren und den dafür notwendigen Einsatz aufzubringen“, erklärt Boss und ergänzt: „Man muss über seine Grenzen gehen, damit man den Gegner aushebeln oder zu Boden werfen kann.“

Boss ist seit 2010 hauptverantwortlicher Stützpunkttrainer der Region Oldenburg-Ostfriesland. In den sechs Jahren haben sich die Zahlen der Trainierenden vervielfacht, was den Übungsleiter zurecht stolz macht: „Wir haben mit fünf Judoka angefangen und haben nun Woche für Woche an die 40 Trainingsteilnehmer. Diesen Erfolg verdanken wir auch der Unterstützung des NJV und der Kooperation mit den Judovereinen aus der Region.“

Bei der U-18-DM wird unter anderem der 14-jährige Dominik Drexler antreten. Er gewann beim Qualifikationsturnier in Braunlage am 13. Februar Silber und empfindet es als Ehre, die Region zu vertreten. „Wenn man aus einem kleinen Verein wie dem Budokan Bümmerstede kommt, ist es etwas ganz besonderes, bei einer Deutschen Meisterschaft anzutreten“, sagt der Nachwuchsathlet: „Es ist natürlich nicht mein erstes Turnier, allerdings bin ich schon aufgeregt.“

Seit zehn Jahren begeistert sich Dominik schon für die Sportart. Ihn fasziniert vor allem die Kombination aus Kraft und Technik, die es für einen Sieg braucht: „Für Judo muss man sehr abgehärtet sein“, erzählt Dominik selbstbewusst: „In einem Kampf muss man Ausdauer, Kraft und Technik unter Beweis stellen.“

In seiner Laufbahn kann der Bümmersteder schon auf einige Erfolge zurückblicken. In etwa 50 Turnieren hat er 30 Medaillen gewonnen. Seine Zielvorgabe für Herne hat er klar im Blick: „Einen Podestplatz in meiner Altersklasse zu erreichen, wird sehr schwer. Ich möchte aber auf alle Fälle einen Kampf gewinnen und so weit kommen, wie es mir möglich ist“, sagt Dominik und weiß, dass gegen starke Konkurrenz jeder Griff sitzen muss: „Alleine die Erfahrung zu machen und auf so großer Bühne antreten zu dürfen, ist für mich Gold wert.“

Für die Auswahljudoka vom Stützpunkt Oldenburg geht es in der U 18 wie in der U 21 vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln und Meisterschaftsluft zu schnuppern. „Ich erwarte keinen Podiumsplatz“, erzählt Boss: „Nichtsdestotrotz will ich mutigen Angriffsjudo sehen, den wir hier trainieren. Wir impfen unseren Kämpfern offensives Auftreten ein, da bloßes Abwarten nicht zum Sieg führt.“

Mehrere starke Talente aus der Region fahren zur DM. Eine weitere Teilnehmerin, die sich am Stützpunkt in Oldenburg vorbereitet, um in Herne mithalten zu können, ist die Ammerländerin Pia Meyer. Bei der Landesmeisterschaft holte sie Bronze. Für die 16-jährige Wiefelstederin ist es wie für Dominik die erste Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft. „Ich werde jede Erfahrung aufsaugen, die ich machen kann“, erklärt Pia und ergänzt: „Schon die Teilnahme an der DM ist ein schönes Gefühl für mich.“

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