Oldenburg Michael Oenning weiß, was kleine Kicker wünschen. „Gebt denen ’n Ball – und lasst sie einfach spielen. Da brauchste erst mal gar nicht eingreifen“, rät der ausgebildete Fußball- und Deutschlehrer. Die „Schulklasse“ des ehemaligen Coaches vom Hamburger SV besteht aus 35 gestandenen Jugendtrainern aus dem Nordwesten, die im Rahmen des EWE-Cups an einer Fortbildung in Oldenburg teilnehmen dürfen. Die E-Junioren von TuS Eversten stellen sich auf dem Platz an der Hundsmühler Höhe als „Versuchskaninchen“ zur Verfügung.

Auf der anderen Platzhälfte steht Michael Frontzeck mit verschränkten Armen und sieht den Jungs bei ihren Übungen zu. „Jawoll, gut so. Der Ball ist euer Freund!“ Der Coach mit dem markant gebräunten Schädel hat zuletzt die Zweitliga-Profis des FC St. Pauli betreut und ist seit Oktober 2013 ohne neuen Job. Wie sein Gegenüber hält er sich für höhere Aufgaben und den Tag X bereit. Beim 48-jährigen Oenning ist zumindest wieder Bewegung in die Karriere gekommen. Aktuell ist er beim 1. FC Saarbrücken als Sportdirektor im Gespräch.

Dass die beiden Ex-Profis ihr Handwerk gelernt haben, wird schnell klar. Die Vereinstrainer freuen sich über ihre prominenten Lehrer und die Jungs über eine weitere Gelegenheit, an den Ball zu treten. An einen HSV-Trainer Oenning kann sich zum Beispiel der zehnjährige Niklas kaum erinnern; an den 19-fachen Nationalspieler Frontzeck, EM-Teilnehmer 1992, schon gar nicht. Das macht aber auch nichts: „Macht trotzdem großen Spaß.“ Auch sein Trainer Boris Kremer, der Everstens E1-Junioren betreut, findet die Sondereinheit Klasse. „Meine Jungs sind mit großem Eifer dabei.“

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Im Theorieteil referieren die Bundesliga-Trainer über ihre eigenen Erfahrungen im Profigeschäft. „Wenn der Ball ins Spiel kommt, können sich Fußballer sehr schnell selber organisieren – egal, ob es Junioren oder Profis sind“, sagt Oenning. Später gibt es für die Jugendtrainer noch Tipps für die Gestaltung der Einheiten sowie Hinweise zum Aufwärmen und den richtigen Umgang mit Sportverletzungen.

Auf dem Platz dürfen die Jugendtrainer eigene Ideen umsetzen. Moses Kärn vom Polizei SV lässt schnelles Umschaltspiel auf vier Tore üben. Bei Kremer geht es um saubere Pässe und richtige Laufwege. „Es ist wichtig, dass es an den Stationen schnell weitergeht“, weist Oenning an. „Wenn die Jungs zu lange warten müssen, wird ihnen schnell langweilig.“

Als Organisator und Betreuer der Promi-Trainer ist Lars Unger vor Ort. Der Ex-Profi von Werder Bremen und ausgebildete Sportkaufmann arbeitet seit Beendigung seiner aktiven Karriere als Projektleiter in den Bereichen Eventmanagement und Sponsorenbetreuung. „Es macht großen Spaß, weil die Jugendtrainer und Kinder alle toll mitziehen. Und ich weiß, dass es auch für die Profi-Trainer eine schöne Abwechslung ist.“

Nach dem leidenschaftlich geführten Abschlussspiel E1 gegen E2 treffen sich alle zur letzten großen Runde. Für die Trainer gibt es Urkunden und einen warmen Händedruck. „So wünscht man sich das“, sagt Frontzeck am Ende: „Das Engagement der Teilnehmer war prima, die Organisation perfekt – und die Schnitzel waren auch lecker.“

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