Oldenburg Kurz vor dem Beginn der ersten Phase in der Vorbereitung auf die neue Saison in der Handball-Verbandsliga haben die ambitionierten Pläne des Tvd Haarentor einen kräftigen Dämpfer erhalten. Führungsspieler Ivo Warnecke, mit 137 Treffern bester TvdH-Schütze der vergangenen Saison, verlässt den Verein und beendet seine aktive Laufbahn, um Coach bei Drittliga-Absteiger SG VTB/Altjührden zu werden.

„Das ist schon ein Schock, wenn man plötzlich den besten Spieler verliert, auf den auch das taktische Konzept ausgerichtet ist“, meint Coach Vaidas Dilkas, der die Personalplanungen für die nächste Saison mit Matthias Voß und Nico Neuhaus eigentlich zufrieden abgeschlossen hatte.

Das Team des TvdH für die neue Saison

Torwart Jan Tholen, Patrick Fründt (von der SG Neuenhaus/Uelsen), Lukas Oltmanns (TV Neerstedt). Rückraum Rechts Markus Kuhnt (HSG Schwanwede/Neuenkirchen), Lukas Freese. Mitte Oliver Krause, Sven Riederer (Perspektivspieler, bisher eigene A-Jugend). Links Alex­ander Janßen, Matthias Hüsener, Niclas Hafemann (Doppelspielrecht, eigene A-Jugend). Rechtsaußen Nils Timme, Florian Andresen. Linksaußen Dennis Hauke, Lino Hauck (Perspektivspieler, bisher eigene A-Jugend). Kreis Helge Busemann.

Erweiterter Kader Hannes Wünsch (Rechtsaußen), Arne Fehners (Linksaußen).

„Das wirft natürlich alles über den Haufen“, sagt Voß und ergänzt: „Wir hatten vor, oben um die Plätze eins bis vier mitzuspielen, aber die Liga ist nicht schwächer geworden. Wenn wir keinen adäquaten Ersatz finden, müssen wir das Ziel natürlich zurückschrauben.“

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Unerfreuliche WhatsApp

Kurz vor dem ersten Treffen der Mannschaft habe er am Dienstag eine WhatsApp von Warnecke erhalten, in der dieser um ein Gespräch bat, erzählt Voß. Im Anschluss informierte der 36-jährige Torjäger, der vor einem Jahr vom Wilhelmshavener HV gekommen und als Rückraumspieler in der Mitte sofort Dreh- und Angelpunkt des TvdH war, seine bisherigen Teamkollegen über den Wechsel zum Drittliga-Absteiger nach Varel.

„Das ist ein Riesenverlust, aber es hätte keinen Sinn gemacht, ihm Steine in den Weg zu legen und ihn mit Gewalt zu halten. Wir müssen das akzeptieren, auch wenn es schwerfällt“, sagt Dilkas, der selbst vor zwei Jahren von den Friesländern zum TvdH gekommen war.

„Es wäre ganz nett gewesen, wenn uns die Vareler darüber informiert hätten, dass sie ihn ansprechen wollen – aber da kam nichts“, ärgert sich Voß über die Wilderei des Drittliga-Absteigers. Noch am Montag habe er mit Piet Ligt­hart telefoniert, um über eine Teilnahme am Oldenburg Cup (5./6. August) zu sprechen. Über den sich anbahnenden Warnecke-Deal habe Ligt­hart, der gerade als Geschäftsführer bei der HSG Varel-Friesland UG alle Fäden in die Hand genommen hat, kein Wort verloren.

Nach dem Drittliga-Abstieg und dem Abgang von Coach Andrzej Staszewski (53), der „nach fünf intensiven, harten und wunderbaren Jahren“ eine Pause einlegen will, steht die SG VTB/Altjührden vor einem Neuanfang. Die Friesländer stellten sich nun – „auch auf Kosten anderer Mannschaften, deren Personalplanungen eigentlich abgeschlossen waren“ – eine neue Mannschaft zusammen, beklagt Neuhaus.

Bisher haben in Varel erst sechs Akteure zur neuen Saison zugesagt. „Es ist klar, dass da schnell ein neuer Trainer gefunden werden musste. Neue Spieler wollen immer wissen, mit wem sie zusammenarbeiten“, erklärt Voß.

„Es ist schwer, gute Leute zu finden“, sagt Voß mit Verweis auf die nachlassende Talentförderung in der Region. Während der TvdH inzwischen schon zwei Teams in die Nachwuchs-Oberligen gebracht hat, hätten viele Clubs „quasi keine Jugendarbeit mehr“, betont Voß: „Die Vereine prügeln sich um immer weniger Leute.“

Nun muss Dilkas wildern

Durch den Abgang von Warnecke sind Dilkas & Co. nun ihrerseits zur Wilderei gezwungen. „Über mögliche Ersatzkandidaten wird nun diskutiert“, erklärt Neuhaus, ohne Namen nennen zu wollen. Laut Voß soll die Suche möglichst schon „diese oder nächste Woche“ abgeschlossen sein.

Die Angst, dass Warnecke versuchen könnte, gleich noch den einen oder anderen Spieler mit nach Varel zu lotsen, „war da“, gesteht Voß: „Wir haben Ivo natürlich darauf angesprochen, aber er hat uns sein Ehrenwort gegeben, dass das nicht passiert.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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