Oldenburg Beim Spiel des Jahres mit den Fußballern des SSV Jeddeloh stand Julian Harings am Mittwochabend gegen seinen Ex-Club VfB Oldenburg die komplette Spielzeit auf dem Platz. Im Achtelfinale des Landespokals musste sich das Oberliga-Team um den Linksverteidiger, der von 2010 bis 2013 für den VfB gespielt hatte, gegen die Regionalliga-Mannschaft aus Oldenburg nach Elfmeterschießen mit 4:5 geschlagen geben. Der Traum vom Einzug in den DFB-Pokal, den die beiden Finalisten des Landeswettbewerbs sicher haben, war für Harings geplatzt.

„Ohne den richtigen Willen geht es nicht, nur wenn man 100-prozentig an sich glaubt, kann man so ein Spiel gewinnen“, sagt Harings, der in Zukunft übrigens vielleicht nicht mehr so häufig im Trikot der Ammerländer zu sehen sein könnte. Eventuell macht bald ein anderer Nebenjob regelmäßige Einsätze auf dem Platz schwierig.

Der 23-Jährige könnte nämlich die Seite wechseln und auf dem Kommentatoren-Sessel von Sky Platz nehmen. Nachdem er sich im Frühjahr beim Wettbewerb „Wir wollen Deine Stimme!“ des Bezahlsenders beworben hatte, hat es Harings nun unter die besten Vier geschafft. Der Sieger wird in Kürze gekürt und soll schon bald bei Zweitliga-Spielen in Aktion treten. Noch in dieser Saison könnten auch Einsätze in der 1. Bundesliga anstehen.

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„Das wäre definitiv ein Traumjob – ich hätte mir nie ausgemalt, dass ich es soweit schaffe“, sagt der sympathische Abwehrspieler, der einer von 3500 Bewerbern war, die unter anderem einen zehnminütigen Ausschnitt aus dem im März ausgetragenen Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern (1:6) im Internet kommentiert hatten. Sogar 7000 hatten sich für dieses Online-Casting registriert.

Nur zwölf Kandidaten wurden ausgewählt und drei Tage nach Ismaning eingeladen, wo in einem Workshop unter anderem die richtige Vorbereitung eines Live-Kommentars, die Informationsbeschaffung, der richtige Einsatz der Stimme, eine Einweisung in die Technik sowie ein Wissenstest mit Fußball- und Sportfragen auf dem Lehrplan standen.

Geleitet wurde der Workshop von Wolff-Christoph Fuss. „Er ist mein absoluter Lieblingskommentator – er bringt unendlich viel Emotionen rein, ist wortgewandt und lässt Sprüche los, die wirklich einmalig sind“, meint Harings über den 38-jährigen Sky-Frontmann, der zur fünfköpfigen Jury gehört, die die Nachwuchstalente bewertet.

Zudem sitzen die Sky-Führungskräfte Carsten Schmidt und Burkhard Weber sowie Schauspieler Peter Lohmeyer (u.a. „Das Wunder von Bern“) und Kicker-Redakteur Mounir Zitouni in dem Gremium, das Harings zum Finalisten machte. Zudem kamen Michael Bollenbacher (26, Singen, Cross-Media-Volontär), Lukas Schönmüller (25, München, Absolvent der Medienakademie München) und Gari Paubandt (25, Hamburg, Filmemacher bei Sky und Mitarbeiter bei HSV-TV) in die letzte Runde.

„Die Konkurrenz ist stark“, sagt Harings, der wie die drei Rivalen am vergangenen Freitag das Zweitliga-Eröffnungsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig (2:2) auf der Pressetribüne kommentierte. Alles wurde aufgezeichnet, aber nicht veröffentlicht, so dass Harings die Leistungen der Konkurrenten kaum einschätzen kann.

„Ich habe keinen Satz von ihnen gehört, nur mich selbst“, erklärt der Bankangestellte, der als LzO-Kundenberater in Wardenburg arbeitet und dies auch weiterhin tun wird. „Wenn der Traum vom Kommentatoren-Job wahr würde, wäre das nebenberuflich“, erklärt der 23-Jährige. Nur der SSV müsste des Öfteren auf ihn verzichten.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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