OLDENBURG Seriensieger VfL Oldenburg wurde Dritter vor GVO. Die Osternburger wurden vom Verletzungspech heimgesucht.

Von Henning Busch

und jan zur Brügge OLDENBURG - Die beeindruckende Siegesserie des VfL Oldenburg ist gerissen. Nach zuletzt drei Titeln in Folge für die Grün-Weißen, die diesmal mit einer spielstarken U 20 am Start waren, sicherte sich gestern Abend bei den Stadtmeisterschaften im Hallenfußball in der gut besuchten EWE-Arena unter frenetischem Jubel seiner Fans erstmals der Türkische SV den begehrten „Gelbe-Seiten-Cup“. Im Finale besiegte der Kreisligist den favorisierten VfB Oldenburg nach Neunmeter-Schießen mit 2:1 (2:2).

Die Blau-Weißen waren sowohl in der Vorrunde am Sonnabend als auch am Finaltag bis zum Endspiel ohne Punktverlust geblieben und hatten unter anderem auch den TSV in der Gruppenphase 3:1 bezwungen. Mit dem 2:1-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen den FC Ohmstede leistete der Niedersachsenligist zudem dem späteren Endspielgegner Schützenhilfe beim Einzug ins Halbfinale.

„Das war schon etwas glücklich für uns. Wir wollten unbedingt unter die letzten Vier kommen, um im nächsten Jahr wieder automatisch für die Hauptrunde qualifiziert zu sein. Alles weitere war Zugabe“, sagte TSV-Spieltrainer Cumhur Demir. Während sich VfB und TSV in der Gruppe B durchsetzten, schafften in Gruppe A GVO Oldenburg und Niedersachsenligist VfL den Sprung in die Vorschlussrunde.

Im Halbfinale kam es zunächst zum Duell von Bezirksoberligist GVO gegen den Türkischen SV. Demir selbst schoss sein Team mit zwei Treffern ins Endspiel. Im zweiten Halbfinale trafen die beiden Niedersachsenligisten aufeinander. In einer intensiv geführten Partie gelang dem überragenden VfB-Akteur Christian Thölking der entscheidende Treffer zum 1:0-Erfolg gegen den VfL. Nach zuvor drei Siegen in Folge, gewannen die Grün-Weißen diesmal zumindest das kleine Finale. Das Spiel um Platz drei wurde im Neunmeter-Schießen ausgetragen. Hier bewiesen die VfLer die besseren Nerven und setzten sich gegen GVO mit 2:1 durch. „Bis auf das Spiel gegen Medya bin ich hochzufrieden mit den Jungs, sie haben sich hervorragend verkauft“, sagte Detlef Blancke (VfL II), der die jungen Wilden in Abwesenheit von Trainer Frank Claaßen, gemeinsam mit Steffen Janßen (VfL-A-Jugend) an der Bande coachte.

Im großen Finale zwischen den beiden Mannschaften mit der lautstärksten Unterstützung brachte Thölking den VfB bereits nach einer knappen Minute in Front. Demir: „Eigentlich hatten wir nichts zu verlieren, haben zu Beginn aber viel zu hastig agiert.“ Paolo Rizzo nutzte die Nervosität des Gegners schnell zum 2:0 (4.). Mit der Führung im Rücken wurden die Blau-Weißen aber leichtfertig, nutzten weitere gute Möglichkeiten fahrlässig nicht aus und verspielten innerhalb von nur 60 Sekunden die Führung. „Das war absolut verschenkt und nach der 2:0-Führung viel zu arrogant“, erzürnte sich VfB-Coach Joe Zinnbauer nach dem verspielten Hallenmeistertitel über seine Spieler, die zuvor aber bei ihrem ersten Stadtmeisterschafts-Auftritt seit langem Werbung in eigener Sache betrieben hatten.

Nur zwei erfolgreiche Dribblings reichten dem quirligen Xhemail Aliju zum Anschluss- (8.) und Ausgleichstreffer (9.). Nachdem Thölking frei am Pfosten gescheitert war, musste schließlich das Neunmeter-Schießen entscheiden. Nach Matthias Plumps Fehlschuss traf Hakan Das für den TSV, Rizzo glich aus. Danach scheiterten Cenk Gök an VfB-Schlussmann Ralf Eilenberger und Alexander Eckel an Beyin Osmanovic. Den Titel bringenden Neunmeter versenkte Tarkan Demirtürk im linken oberen Winkel und die Arena versank in einem roten Jubelmeer. Demir: „Jetzt wird gefeiert. Aber ich muss danach zusehen, dass die Jungs schnell wieder von Wolke Sieben runterkommen. In der Liga wartet noch viel Arbeit auf uns.“

Einen dicken Wermutstropfen gab es derweil für GVO-Coach Patrick Zierott. Gleich vier seiner Spieler zogen sich Verletzungen zu: Darius Mandok (Innenbandanriss im Knie), Jan Stulpe (geplatztes Lungenbläschen), Thomas Henke (Knieverletzung) sowie Kai Dittmer (Schleimbeutelentzündung). „Ich persönlich spiele gerne in der Halle, aber die große Verletzungsgefahr an solchen Turnieren hasse ich“, ärgerte sich Zierott.

Während das Finale letztlich einen eher unerwarteten Sieger hervorbrachte, waren in der Vorrunde am Sonnabend Überraschungen weitestgehend ausgeblieben. Die Turnierfavoriten zeigten den Underdogs aus den unteren Ligen doch in der Mehrzahl spielerisch, taktisch und konditionell klar die Grenzen auf.

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