Oldenburg Auch der Stadtsportbund (SSB) hält Investitionen ins Marschwegstadion für den Spielbetrieb in der 3. Fußball-Liga für Geldverschwendung. „Wir sind dem OB dankbar für diese Klarstellung und den Mut, eine alternative Lösung herbeizuführen“, schreibt SSB-Vorsitzender Gero Büsselmann in einer Stellungnahme zur Machbarkeitsstudie für ein neues Fußballstadion.

Der Fachverband Fußball (NFV) sei im Stadtsportbund mit 7099 von insgesamt 42 000 Mitgliedern der zweitstärkste Fachverband hinter Turnen (NTV) und die mitgliederstärkste Einzelsportart. „Fußball ist Volkssport und rechtfertigt daher eine besondere Aufmerksamkeit der Politik“, teilt Büsselmann mit. Der VfB habe in dieser Solidargemeinschaft mit ca. 1000 Mitgliedern einen guten Anteil.

Gleichwohl sei Fußball in der Dritten Liga ein Profisport. Träger des Profisports seien faktisch die Wirtschaftsunternehmen. Die Förderinstrumente für den ehrenamtlich organisierten und gemeinnützigen Sport sollten deshalb laut Büsselmann nicht auf den Profisport angewendet werden. So stehe es auch in den Sportförderrichtlinien der Stadt. Der Bau eines Stadions dürfe deshalb nicht zu Lasten der Sportförderung der gemeinnützigen Vereine und des Breitensports gehen, die zahlenmäßig die Mehrheit bilden. Diese Feststellung habe auch der OB mehrfach bestätigt.

Mit dem Verkauf von Sportflächen neben dem Marschwegstadion würden dem allgemeinen Sport Flächen zunächst ohne Kompensation verloren gehen, warnt Büsselmann weitet. Das Geld aus dem Verkauf fließe auch nicht erneut in Sportstätten für die Allgemeinheit, sondern in das neue Fußballstadion. Bei den Bemühungen um einen Stadionneubau sollten die Förderung der übrigen Sportstätten und Fußballplätze nicht vernachlässigt werden.

„Aus der Machbarkeitsstudie geht zudem noch nicht hervor, wie die Finanzierung zustande kommt, anders ausgedrückt: wie viel Geld aus der Stadtkasse am Ende wirklich benötigt wird und wie viel aus der Wirtschaft und den Einnahmen tatsächlich generiert werden kann“, gibt Büsselmann weiter zu bedenken. Im Moment stehen da ca. zwei Millionen Euro jährlich zulasten des Stadthaushaltes. Der Königsweg wäre eine hundertprozentige Finanzierung aus der Wirtschaftskraft des Konzeptes „Drittligamannschaft“ selbst – dann hätte das Projekt auch die uneingeschränkte Unterstützung der Solidargemeinschaft aller Sportler. Dafür müsste der VfB von den Bürgern in Stadt und Umland als (alleinige) fußballerische „Dachmarke der Fußballregion Oldenburg“, aus der Vogelperspektive gewissermaßen zwischen Oberliga und Werder Bremen, wahrgenommen werden.

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