OLDENBURG Viel diskutiert wurde in Basketball-Fachkreisen in den vergangenen Tagen der NWZ-Artikel „Immer mehr Basketball-Talente drohen abzuwandern“. Darin hatten Experten den Wunsch nach einem Oldenburger Zweitliga-Team als Unterbau des Bundesligisten EWE Baskets geäußert. So erhoffen sich etwa Evangelos Kyritsis, hauptamtlicher Trainer des Oldenburger TB, und der ehemalige OTB-Bundesliga-Spieler Klaus „Sammy“ Behrens eine deutlich größere Chance für den eigenen Nachwuchs, den Sprung in die höchste Spielklasse zu schaffen.

Sie argumentieren, dass ein Team in der Regionalliga – wie es zurzeit beim OTB der Fall ist – nicht ausreiche, um die Talente an das Erstliga-Niveau heranzuführen, weil sie durch die Einführung der Pro A und Pro B in der 2. Liga (ab der neuen Saison) nur noch viertklassig spielen und sich so kaum noch weiterentwickeln können.

„Die EWE Baskets stecken jährlich weit über 350 000 Euro in die Nachwuchsförderung, dazu gehört auch das Regionalliga-Team des Oldenburger TB, das wir zu großen Teilen finanzieren“, betont Hermann Schüller, Geschäftsführer der EWE Baskets. „Sportlich und für die Entwicklung der Talente wäre es sicherlich hervorragend, über ein Zweitliga-Team als Unterbau zu verfügen. Allerdings ist es Sache des Oldenburger TB die finanzielle Basis dafür zu schaffen, mit dem Regionalliga-Team den Sprung in die Pro B packen zu können“, spielt er den Ball zurück zum OTB. „Dieser muss die Grundlage für ein Zweitliga-Team finanzieren, dann ist ein Betrag x von Seiten der Baskets sicherlich machbar – allerdings kein sechsstelliger“, erläutert Schüller.

Während der Baskets-Geschäftsführer die Kooperation mit dem OTB im Nachwuchsbereich von der U 12 bis zur U 19 auch für die Zukunft nicht in Frage stellt („Das funktioniert exzellent“), wollte Schüller indes auf Nachfrage ein Umdenken in Sachen Bundesliga-Unterbau nicht ausschließen. Die aktuelle Konstellation mit einem Regionalliga-Team des OTB als Baskets-Unterbau sei „derzeit nicht zukunftsfähig“.

„Die Diskussion ist ja nicht neu, natürlich stellen wir uns die Frage, wie wir unseren Talenten auch nach der Nachwuchs-Bundesliga eine vernünftige Plattform für ihre Entwicklung anbieten können. Dabei schauen wir auch auf die Bremen Roosters, die sportlich den Charme mitbringen, schon in der Zweiten Bundesliga zu spielen“, erläutert Schüller: „Allerdings muss es finanziell machbar sein, und da glaube ich, dass die Region eine solche Kooperation zurzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht hergibt.“

In Sachen Abwanderung talentierter Nachwuchs-Korbjäger zeigte sich Schüller verärgert über U-20-Bundestrainer Emir Mutapcic, zugleich Bundesliga-Coach in Braunschweig. „Die EWE Baskets und Trainer Predrag Krunic haben sich massiv um Center Steffen Behrens bemüht, dennoch ist der U-20-Auswahlspieler von Mutapcic abgeworben worden“, erläutert der Geschäftsführer und hält den Umstand, dass ein Nationaltrainer gleichzeitig Vereinstrainer ist, für „nicht tragbar“.

Der aus der OTB-Jugend stammende Behrens wird Oldenburg nach der neuen Regionalliga-Saison aller Warscheinlichkeit nach in Richtung Braunschweig (Teams in der 1. und 2. Liga) verlassen, weil er dort die besseren Perspektiven für sich sieht.

„Wir stecken weit über 350 000 Euro in die Nachwuchsförderung“

H. Schüller

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