OLDENBURG Zum Duell David gegen Goliath kommt es an diesem Sonntag in der Fußball-Oberliga Niedersachsen West. Der Tabellen-15. VfL Oldenburg bittet den Tabellenzweiten VfB um 14 Uhr zum Stadtderby ins Stadion an der Alexanderstraße.

Zwar treffen zwei im Vergleich zur Vorsaison völlig neuformierte Teams aufeinander – von der taktischen Ausrichtung her dürfte sich allerdings auch in diesem Derby herzlich wenig ändern. Die VfL-Spieler werden wieder tief stehen, mit vereinten Kräften versuchen, dem Angriffsdruck des VfB standzuhalten, und auf Konter setzen. Zwar haben die Grün-Weißen mit dieser Spielweise noch keine Partie gegen den Stadtrivalen gewonnen, doch gingen alle Spiele sehr knapp aus: Vier VfB-Siege seit 2004 stehen inklusive Pokalspielen sechs Unentschieden gegenüber.

Stürmische Anfangsphase

„Wir müssen die ersten 20 Minuten unbedingt ohne ein Gegentor überstehen, dann könnte was gehen“, mutmaßt Abwehrspieler Wolfgang Lefers. Der Innenverteidiger hat gemeinsam mit Stephen Attoh und dem zu Saisonbeginn lange verletzten Torwart Nils Reinke erheblichen Anteil an der deutlich verbesserten Defensive der VfLer. Allerdings ist fraglich, ob er Sonntag aktiv dabei mithelfen kann. Erst ein letzter Härtetest vor dem Anstoß wird darüber entscheiden, ob Lefers trotz einer Oberschenkelzerrung auflaufen kann. „Ich habe extra einen Finnland-Urlaub verschoben, um mal in den Genuss einer echten Derbystimmung zu kommen“, gesteht der Abwehrrecke.

„Schon daran sieht man, wie heiß die VfLer sind, uns zu ärgern“, sagt VfB-Trainer Joe Zinnbauer, der bis auf den verletzten Steve Sam und Alex Baal aus dem Vollen schöpfen kann und nach dem kleinen Durchhänger seiner Spieler mit einem Derbysieg „neue Euphorie entfachen“ möchte: „Wir nehmen die Favoritenrolle an und müssen am Sonntag einfach drei Punkte mitnehmen – ein Punkt reicht uns nicht!“

Gemischte Gefühle

Dass der VfB seit zwei Spielen ohne Sieg und Tore ist und zuletzt vor allem die Präzision und Durchschlagskraft nach vorne vermissen ließ, sieht VfB-Routinier Christian Thölking als kein großes Manko an. „Das war ärgerlich, ist aber abgehakt. Wir blicken nach vorne und wollen wieder Vollgas geben“, sagt der Innenverteidiger. Er warnt aber vor der vermeintlich eindeutigen Ausgangsposition: „Ich habe diesmal gemischte Gefühle, weil wir erstmals klarer Favorit sind – die VfLer werden sich aber 90 Minuten lang zerreißen.“

Das bestätigt VfL-Kapitän Malte Müller: „Wir sind bei dem verkorksten Saisonstart als Team sehr eng zusammengerückt und gereift, das wollen wir zeigen.“ Ein dickes Lob gab es diesbezüglich von Rainer Bartels, beim VfL verantwortlich für das Marketing: „Großes Kompliment an die Mannschaft und das Trainerteam, wie sie die Niederlagen und das Verletzungspech zum Auftakt weggesteckt hat. Unser Plan sieht vor, in drei Jahren in der eingleisigen Oberliga zu spielen – und wenn dazwischen ein Abstieg liegt, wird neu angegriffen.“

Derweil hat der VfB den Aufstieg trotz sechs Punkten Rückstands auf Havelse nicht abgeschrieben. „Natürlich hoffen wir noch auf Ausrutscher des Spitzenreiters, unser primäres Ziel ist aber die Qualifikation für die eingleisige Oberliga,“ sagt VfB-Sportleiter Michael Kalkbrenner.

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Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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