OLDENBURG Gekonnt stößt Lukas Reckweg mit seinem Säbel zu und trifft – sein Gegner ist besiegt. Zwar war es nur ein Trainingskampf gegen einen Vereinskollegen, aber auch hier zeigt der 16-Jährige sein Können.

Schon im Kindesalter hatte er zum ersten Mal dieses Sportgerät in den Händen. „Ich betreibe das Säbelfechten seit zehn Jahren. Ein Freund hat mich damals in der ersten Klasse mit zum Training genommen, und ich bin noch heute dabei“, erzählt er. Damals lebte Reckweg noch in Hannover. Seit neun Jahren ist Oldenburg seine Heimatstadt. „Nachdem ich mit meinen Eltern nach Oldenburg gezogen bin, habe ich mir auch relativ schnell einen Fechtclub gesucht.“ Sein jetziger Verein ist der Fechtclub zu Oldenburg (FCO), mit dem Reckweg vor wenigen Wochen den Landesmeistertitel im Säbelfechten gewann – zuerst im Einzel und dann auch mit der Mannschaft.

Vor allem in der Einzeldisziplin war Reckweg gefordert. Im Finale lag er bereits mit 11:14 zurück. Sein Gegner brauchte lediglich noch einen Punkt, und Reckweg hätte sich mit dem zweiten Platz begnügen müssen. Am Ende aber hieß es 15:14 für den Oldenburger. „Ich glaube schon, dass ich nervenstark bin. Im Säbelfechten hängt aber auch viel von der Tagesform ab.“

Was aber ist an diesem Sport so faszinierend? Viele Freunde in seinem Alter spielen lieber Fußball oder Tennis. „Säbelfechten ist ein sehr schneller Sport. Die Abwechslung ist wahnsinnig groß, und man kann sich nie als Sieger fühlen, auch wenn man mit fünf oder mehreren Punkten führt“, erzählt Reckweg begeistert. Der Trainingsaufwand ist dementsprechend groß. So trainiert der Oldenburger zweimal in der Woche, manchmal bis zu sechs Stunden am Tag. „Es ist oft so, dass ich in zwei Gruppen trainiere. Einmal bei den etwas Jüngeren und danach auch noch in der Gruppe mit den Älteren und etwas Besseren.“

Nächster sportlicher Höhepunkt sind die deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr. Als Ziel peilt Reckweg einen Platz unter den besten 20 an. Dabei trifft er auf eine große Phalanx von Gegnern. Gibt es in Niedersachsen nur zwölf Säbelfechter in seiner Altersklasse, sind es bundesweit schon sehr viel mehr. Vor allem die Mannschaft von Tauberbischofsheim mischt ganz vorne mit. „Die ist schon sehr stark, aber ich freue mich darauf, mich mit den Besten zu messen.“

Säbelfechten ist laut Reckweg ein völlig ungefährlicher Sport. „Solange man die richtige Ausrüstung hat, kann gar nichts passieren. Höchstens ein paar blaue Flecken.“ Solch eine Ausrüstung hat aber auch ihren Preis, erzählt der Gymnasiast weiter. „Bis zu 300 Euro muss man dafür schon bezahlen, aber meine Eltern unterstützen mich immer.“

Nächstes Jahr fliegt Reckweg nach Amerika um Verwandte zu besuchen. Nach dem Abitur will er studieren. Was, das weiß er noch nicht – aber dass er weiter Fechten will, ist für den Oldenburger jetzt schon sicher.

www.fechtclub-zu-oldenburg.de

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