Oldenburg Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat sich bei der WM in Brasilien mit Ach und Krach ins Viertelfinale gequält – Andreas Niemeyer (33) aus Oldenburg, der mit seiner Freundin Christine Kock (28) und seinen Kumpels Sebastian Thole (31), Christoph Janßen (31) und Oliver Hupens (32) vor Ort zur Anhängerschar gehört, befindet sich hingegen in guter Fan-Form. „Wir haben bisher alles gut überstanden“, berichtet er der NWZ. Am Mittwoch ist das Quintett nach Rio de Janeiro geflogen, um am Freitag im Stadion „Maracana“ die DFB-Elf im Viertelfinale gegen Frankreich anzufeuern. „Die Karten müssen wir zum Glück nicht mehr organisieren, sondern nur noch vom Ticket-Center der Fifa abholen. Dort sind sie für uns bereits reserviert“, freut sich der Oldenburger.

Bislang war das WM-Abenteuer für die fünf Freunde aus Oldenburg und Westerstede ein Wechselbad der Gefühle und der Temperaturen. Das Auftakt-Spiel gegen Portugal hatten Thole, Janßen und Hupens, die eine Woche vorher angereist waren, bei gutem Wetter verfolgt und beim 4:0-Sieg eine Super-Stimmung im Stadion genossen.

Beim Gruppenspiel gegen Ghana in Fortaleza waren dann Andreas Niemeyer und Christine Kock in brütender Hitze dazu gestoßen. „Wir haben auf der Tribüne genauso geschwitzt wie Jogis Jungs auf dem Platz“, berichtet der 33-Jährige. Als die Fans aus dem Bus ausgestiegen waren, mussten sie noch einen abgesperrten Fußweg bis zum Stadion zurücklegen. Dieser grenzte an eine Favela, wo die Bewohner den Fußballfans kalte Getränke und Essen zum Kauf angeboten haben. Das sei die einzige Möglichkeit gewesen, sich mit Getränken zu versorgen. Vor dem Stadion habe es weder Bierbuden noch Imbissstände gegeben. „Wir haben den Fußweg Brahma-Meile genannt, da es hier hauptsächlich das brasilianische Bier Brahma gibt“, erzählt Niemeyer.

Die Anreise für das Spiel gegen die USA in Recife sei eine „richtige Herausforderung“ gewesen. Zwölf Stunden Dauerregen habe nahezu die gesamte Stadt überschwemmt. „Wir wollten eigentlich mit dem Taxi direkt zum Stadion fahren, was aber nicht möglich war. Wir mussten mit einer völlig überfüllten S-Bahn plus Umweg den Weg zur Arena fortsetzen. Wir haben für rund 70 Kilometer Wegstrecke gut vier Stunden gebraucht und es gerade noch rechtzeitig zum Anpfiff geschafft“, schildert Niemeyer. Die nasse Kleidung und der Dauerregen habe der Stimmung aber nicht geschadet: „Es herrschte eine großartige Atmosphäre auf den Rängen“, sagt der Oldenburger.

Die Rückreise sei indes ähnlich katastrophal verlaufen. „Die kompletten Investitionen für diese WM sind anscheinend nur in die Stadien geflossen und wohl kein Cent in die Infrastruktur“, bedauert Niemeyer.

Beim Achtelfinale am Montag in Porto Alegre befand sich das Stadion zum ersten Mal im Zentrum der Stadt: „Wir sind mit dem DFB-Fanclub zusammen zum Stadion gelaufen, dem Tross folgten rund 5000 Anhänger entlang der Brahma-Meile zum Stadion.“ Andreas Niemeyer und seine Freunde hoffen, dass das Frankreich-Spiel der Probelauf fürs Finale sein wird und sie am 13. Juli noch einmal nach Rio zurückkehren können. Den Rückflug hat das Quintett erst für zwei Tage nach dem Finale gebucht.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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