Oldenburg Daniel Greulich ist kein chronisch unzufriedener Trainer: Nach der 3:6-Niederlage am vergangenen Sonntag zum Start der 2. Bundesliga Nord beim TC Iserlohn hob der Coach des Oldenburger TeV die Stimmung im Team hervor und sagte, er habe „ein gutes Gefühl, dass wir irgendwo die nötigen Punkte schon sammeln werden“.

Um die Klasse auch ein viertes Mal zu halten, benötigen die Oldenburger Tennis-Asse – zieht man die Jahre mit OTeV-Beteiligung zum Vergleich heran – zumindest drei Siege. Von 2014 bis 2016 hatte die OTeV-Auswahl stets zügig Abstand zur Abstiegszone gewonnen. In dieser Saison könnte es auf ein „finale furioso“ hinauslaufen. Denn nach dem Ausflug zur Fünf-Nationen-Auswahl des TC Iserlohn steht an diesem Freitag ab 13 Uhr bei Blau-Weiss Neuss (bezwang zum Ligastart den LTTC Berlin 8:1) die nächste internationale Prüfung an.

Mehr Aussicht auf Erfolg verspricht aus Oldenburger Sicht der Sonntag: Patzt der OTeV allerdings im ersten Heimspiel (11 Uhr, Johann-Justus-Weg) gegen TP Versmold, bleiben ihm vorerst die hinteren Plätze der Tabelle.

Die Neusser, die jahrzehntelang in der 1. Bundesliga gespielt hatten und im vergangenen Sommer abgestiegen waren, zieren sich als einziges Team nicht, den Aufstieg als Ziel auszugeben. Von den vier besten gemeldeten Profis der Rheinländer sind zwar einige verhindert, weil sie auf Turnieren der Challenger-Tour noch im Wettbewerb sind oder sich verletzt haben. Von den ersten zehn Spielern des Meldebogens stehen aber weitere drei in den Top 460 der ATP-Weltrangliste. Dazu kommt Hans Podlipnik-Castillo, als Olympia-Teilnehmer für Chile und Nummer 75 der Doppel-Weltrangliste Spezialist im Zwei gegen Zwei.

In puncto individuelle Platzierungen können die Oldenburger nicht mithalten. Greulich setzt auf die Gruppendynamik, die in Iserlohn zu zwei Doppel-Punkten führte. Vielleicht verzichtet der Coach im Duell beim Bundesliga-Absteiger auf ausländisches Personal. Spitzenmann Maxime Chazal (Frankreich, ATP 330) verdingt sich ohnehin noch in Kassel bei einem ITF-Turnier. Reist auch dessen Landsmann Florian Reynet nicht an, messen sich wohl Michel Dornbusch, Jonas König und Mattis Wetzel mit Neuss’ Topleuten.

In Betracht käme da der 20-jährige Franzose Maxime Janvier (ATP 234). An den hinteren Positionen stehen für Oldenburg Tillmann Erdbories, Gian-Luca Blöcker und Lasse Muscheites bereit. Auch ein Einsatz des routinierten Rückkehrers Matjaz Jurman (Slowenien) wäre möglich.

In Iserlohn hatte Greulich noch die Bedingungen („katastrophale Plätze“) und die Stimmung auf der Anlage kritisiert. „Ich habe noch nie in der Bundesliga ein Spiel gehabt, bei dem so wenig Atmosphäre war“, sagte er. In Neuss könnte das anders, interessanter werden. Ganz offiziell nennen sich die Gastgeber kokett Tennis Ewige Liebe BW Neuss. Es wird sich zeigen, ob das OTeV-Vorhaben gelingt, die „Ewige Liebe“ zumindest ein bisschen zu enttäuschen.

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