OLDENBURG /KLAGENFURT Die EM vor dem Fernseher oder auf der Großbildleinwand am Pferdemarkt zu schauen, kann viel Spaß machen. Doch wer die einzigartige Atmosphäre eines solchen Sportereignisses wirklich spüren möchte, der muss in die Spielorte der Europameisterschaft nach Österreich oder in die Schweiz fahren. Der Oldenburger Student Arne Kuhlmann hat sich auf den Weg nach Klagenfurt gemacht, wo die Deutsche Mannschaft ihre beiden ersten Vorrundenspiele ausgetragen hat.

„Es ist wunderbar hier“, schwärmt der 24-Jährige. „Klagenfurt hat sich sehr viel Mühe gegeben.“ Überall in der Kärntner Landeshauptstadt werden die Gäste auf Bannern in verschiedenen Sprachen willkommen geheißen. Fanmeile und drei Public-Viewing-Bereiche bieten Platz zum Fußball schauen und feiern.

Zwischenzeitlich schien der ganze Aufwand übertrieben. Denn wenn kein Spiel war, waren nur wenige Fans zu sehen. Doch spätestens am Tag der Partie Deutschland gegen Kroatien war Klagenfurt Anziehungspunkt für Zehntausende Fußballverrückte. Besonders die rot-weißen Karo-Trikots prägten das Stadtbild. „Die Fanmeile war voller Kroaten“, berichtet Kuhlmann. „Sie waren aber alle sehr freundlich, es war überhaupt keine aggressive Stimmung.“ Statt dessen tauschten Fans verschiedener Nationen Fahnen und Schals und posierten immer wieder für gemeinsame Fotos.

Die Niederlage der Deutschen Mannschaft war für den Studenten zwar nicht schön, ließ ihn aber auch nicht verzweifeln. „Es war schon schön, die Spieler mal live beim Pflichtspiel zu sehen“, so Kuhlmann, der das Glück hatte, eine Eintrittskarte zu besitzen. Sein Ticket hätte er niemals verkauft, „obwohl mir auf der Straße 600 Euro angeboten wurden“.

Dann hätte er nämlich die Stimmung im Wörthersee-Stadion verpasst, die trotz des Ergebnisses auch nach dem Spiel in der Klagenfurter Innenstadt und im Fancamp anhielt. Denn im besagten Camp, aufgebaut in den Messehallen der Stadt, wohnt Kuhlmann während seines Aufenthaltes in Kärnten und mit ihm hunderte Fußballbegeisterte aus verschiedenen Nationen. Besonders an diesem Ort, spärlich ausgestattet mit Feldbetten und Duschcontainern, kommt es zwischen den EM-Spielen zu freundschaftlichen Begegnungen von Fans. „Hier treffen sich Deutsche, Kroaten, Polen und Österreicher, um gemeinsam Musik zu machen“, erzählt Kuhlmann.

So lässt sich auch so manche Niederlage viel leichter verschmerzen. Wobei der Oldenburger den Rückschlag für die Löw-Elf sowieso positiv beurteilt: „Deutschland wird Europameister – jetzt erst recht!“

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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