Oldenburg /Weert Des einen Leid, des anderen Freud: Während einige Konkurrentinnen sich auf der Radstrecke mehr oder weniger bewusst Probleme mit dem Verbot des Windschattenfahrens einhandelten, kam Kai Sachtleber bei den Europameisterschaften auf der Kurzdistanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) in den Niederlanden gut durch. Am Ende erfüllte sich die Triathletin vom 1. TCO „Die Bären“ in 2:19:33 Stunden als Drittplatzierte in der Altersklasse 45 bis 49 den Traum von einer Medaille. Ihr Partner Olaf Geserick musste sich bei den Titelkämpfen in Weert in der Männerklasse 50 bis 54 mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

„Geschwommen wurde im ,Blue Lake’, einem aus einer Sandgrube entstandenen See mit Strand, an dem sogar einige Palmen gepflanzt waren“, erzählt Sachtleber: „Die Wassertemperatur war 17 Grad, so dass nach einem Landstart mit Neo geschwommen wurde. Die Luft war allerdings viel wärmer und sollte sich im Laufe des Tages – pünktlich zum Laufen – sogar noch auf 29 Grad erwärmen.“

Nachdem sie als Dritte ihrer Altersklasse aus dem Wasser gestiegen war, hatte die TCO-Starterin (Jahrgang 1971) bei ihrem relativ kurzen Weg zum Rand Probleme, den Neoprenanzug aufzubekommen und lief im Eifer des Gefechts erst einmal einige Meter an ihrem Rad vorbei. „Trotzdem war der Wechsel nicht sooo schlecht“, meint Sachtleber, die immer noch als Dritte mit einem Rückstand von etwa eineinhalb Minuten auf die Britin Lena Poulton und etwa einer Minute auf die Dänin Charlotte Berner die Wechselzone verließ.

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Auf der flachen Radstrecke, die zweieinhalb Mal bewältigt werden musste, sah die Oldenburgerin bei der Zufahrt zum ersten Wendepunkt schon eine Gruppe in dem Pavillon, in dem die Zeitstrafen (zum Beispiel für das Windschattenfahren) abzuleisten waren. „Beim Vorbeifahren stellte sich heraus, dass dort etwa zehn Personen standen“, berichtet Sachtleber. Dazu zählte auch Poulton, eine der Hauptrivalinnen im Kampf um die angestrebte Medaille.

„Sie hat mich netterweise sogar noch angefeuert“, erzählt die TCO-Athletin und fügt hinzu: „Die Kampfrichter haben rigoros durchgegriffen, aber es war bei der Art der Strecke und der Menge an Personen, die hier unterwegs waren, auch schwierig, die vorgeschriebenen Abstände stets einzuhalten.“ Auch die deutsche Kontrahentin Astrid Zunner, von der Sachtleber auf der zweiten Runde überholt wurde, sei etwas später auch für zwei Minuten im „Lutscher-Pavillon“ gelandet.

Somit wechselte die Oldenburgerin als Zweite hinter der Britin Gwen Kinsey, die etwa zeitgleich mit ihr losgefahren war, aber eine gute Minute kürzer auf dem Rad saß, auf die Laufstrecke. „Da es mittlerweile sehr heiß geworden war und man sich beim eher kühlen Wetter im Mai auch nicht auf heiße Temperaturen einstellen konnte, war das Laufen entsprechend hart“, erklärt Sachtleber.

Auf der viermal zu meisternden 2,5 Kilometer langen Runde durch die Innenstadt von Weert gab es zwei Verpflegungsstellen, doch „leider wurden nur kleine Plastikbeutel mit Wasser ausgegeben, die nur äußerst schwierig zu öffnen waren“, beklagt Sachtleber und ergänzt: „Viele hatten mit diesen Beuteln sehr zu kämpfen, aus denen entweder kein Wasser kam oder sofort die komplette Menge.“

Auf der zweiten Laufrunde musste die TCO-Starterin erneut Zunner vorbeiziehen lassen, die in 2:18:13 Stunden Zweite hinter der früheren Profi-Athletin Kinsey (2:13:47) wurde. 80 Sekunden danach kam Sachtleber mit 21 Sekunden Vorsprung vor der Dänin Berner (2:19:54) ins Ziel.

Tags darauf stieg Geserick beim Kräftemessen der Männer, bei dem die Temperatur im Laufe des Wettbewerbs auf bis zu 32 Grad stieg, als Erster seiner Altersklasse mit mehr als einer Minute Vorsprung aus dem Wasser. Beim Radfahren wurde er aber von den deutschen Kontrahenten Udo van Stevendahl (am Ende auch Sieger in 2:01:52 Stunden) und Oliver Degenhardt (2:03:43) sowie dem Niederländer Machiel Ittmann (2:04:25) überholt und distanziert. Den Rückstand konnte Geserick trotz starker Laufzeit nicht mehr aufholen und wurde in 2:06:05 Stunden Vierter.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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