Oldenburg Ein Jubiläum der besonderen Art begeht in diesem Jahr Handball-Urgestein Helga Lütje. Die laufende Saison ist bereits ihre 30. bei der zweiten Mannschaft des VfL Oldenburg, zunächst als Spielerin und seit nunmehr 26 Jahren als Betreuerin an der Seitenlinie – abgesehen von zwei Saisons in der 2. Liga immer in der 3. Liga bzw. Regionalliga, wie sie früher hieß. Siebenmal konnte sie dabei mit ihrer „Zweiten“, die an diesem Sonntag um 15 Uhr beim TV Oyten antritt, den Meistertitel feiern: erstmals 1992 als Spielerin und zuletzt im Jahr 2014 als Betreuerin.

„Noch habe ich nicht das Gefühl, hier nicht mehr hinzugehören oder dass es mir zu viel würde“, sagt die 57-Jährige, die unzählige Handballtalente kommen und gehen sehen hat. Einige Spielerinnen, die sie betreut hat, haben im Laufe der Zeit den Sprung in die Bundesliga geschafft.

Auch auf der Bank gab es viele Veränderungen: 17 Chef- und Assistenzcoaches stand sie zur Seite. Am längsten währte ihre Zusammenarbeit mit Alexandra Hansel, die in diesem Jahr nach sechs Spielzeiten als Trainerin und einer als Co-Trainerin die Regie bei den Oberliga-Frauen der SG Friedrichsfehn/Petersfehn übernommen hat. „Was wäre die ,Zweite’ ohne Helga? Kaum vorstellbar!“, sagt die 36-Jährige. „Legendär und unvergessen, das Frühstück bei den Auswärtsfahrten“, ergänzt Hansel. Lütje sei „unersetzbar“ und bleibe der Mannschaft hoffentlich „noch sehr viele Jahre erhalten“.

Die heute 57-jährige Vollblut-Handballerin begann im Alter von zwölf Jahren bei Eintracht Ihlow mit dem Sport, der ihr Leben prägen sollte. Nach den Stationen Weene und Riepe spielte sie fünf Jahre für den MTV Aurich und die SG Schortens Oberliga, ehe die vielseitig einsetzbare Frau im fortgeschrittenen Handballalter von 28 Jahren den Sprung in die Regionalliga zum VfL wagte.

„Während meiner aktiven Karriere war ich als Betreuerin bei der Weser-Ems-Auswahl tätig, wo ich Jugendspielerinnen des VfL kennengelernt habe und mit ihnen ins Gespräch gekommen bin. So bin ich zu einem Probetraining bei Robert Schumann gekommen“, erzählt Lütje mit Blick auf die VfL-Trainerlegende.

Der Sprung in die Regionalliga sei aber „schon recht hart“ gewesen. „Nicht nur wegen des Trainings, welches ich einmal die Woche bei der Ersten mitgemacht habe, sondern auch weil es am Kreis in der Regionalliga deutlich härter zuging“, erinnert sich die ehemalige Kreisspielerin und Linksaußen zurück.

Nach vier Jahren und zwei Meisterschaften endete 1993 ihre aktive Laufbahn in der VfL-Reserve. „Eigentlich hatte ich ein Jahr zuvor, als ich geheiratet habe, gesagt: noch ein Jahr und dann ist Schluss“, sagt Lütje: „Aber irgendwie habe ich den Absprung nie geschafft.“

Auch nicht als sie schwanger wurde: Erst als es gar nicht mehr ging, verließ Lütje ihren Platz, war aber bereits zwei Monate nach der Geburt zurück. „Während ich auf der Bank saß, haben sich die Fans als Babysitter betätigt“, erzählt die 57-Jährige, die stets im Dezember bei einer Auswärtsfahrt im Bus den Nikolaus gibt.

„All die Erlebnisse und die Menschen die ich in den ganzen Jahren getroffen habe – unbezahlbar“, sagt die Dauerbrennerin: „Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, würde ich es immer wieder tun.“

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