Oldenburg /Uplengen Einen sportlichen Familienausflug unternehmen Mizuho Nappe, ihr Ehemann Marco und die Kinder Hiroki und Jyun an diesem Samstag in die Sporthalle am Brandsweg. Die 37-Jährige sowie ihre neun- und zwölfjährigen Söhne gehören zu den rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich von 9 bis 16 Uhr beim Dreikampf im Budo messen. Vater Marco unterstützt die Veranstaltung des Vereins für Traditionellen Budosport (VTB) als Protokollführer am Kampfrichtertisch.

Der Dreikampf besteht aus Formenlaufen (Kata), Freikampf (Kumite) und dem Bruchtest (Tameshiwari). Vor letzterem hat die gebürtige Japanerin den größten Respekt. „Der Bruchtest muss optimalerweise im Geiste bereits ausgeführt worden sein, so dass es bei absoluter Konzentration normal ist, den realen Bruchtest in diesem Sinne nur noch als letzte Bestätigung auszuführen“, erklärt sie.

„Dabei muss eine eventuelle Angst vor dem Brett oder dem Versagen über die innere Einstellung und einen konsequenten Willen überwunden werden“, ergänzt die 37-Jährige, die 2003 durch ein Austauschprogramm der Universitäten von Tokio und Oldenburg nach Deutschland gekommen war, „um die deutsche Sprache und Kultur kennenzulernen“.

Als japanische Studentin war Mizuho zu Gast im Sport- und Leistungszentrum des VTB in der Gemeinde Uplengen. „Sie zog es vor, statt in Oldenburg die studentische Kneipen-Szene unsicher zu machen, im Budo-Haus in Großsander das Traditionelle Taekwon-Do zu erlernen und ihre Fähigkeiten in der Meditation zu vertiefen“, erklärt Hartmann mit einem Lächeln.

Nach ihrem ersten Aufenthalt entschied sich die Japanerin dazu, ein zweites Mal an dem Austauschprogramm teilzunehmen, und verbrachte auch diese Zeit wieder beim VTB. Hier lernte sie ihren späteren Mann beim Vereinstraining kennen und auch lieben. Nach einer gemeinsamen Teilnahme an den „All American Open Championships“ in der US-Metropole New York, fiel der Entschluss, dauerhaft in Deutschland zu bleiben.

Die 37-Jährige, die selbst aus einer traditionellen japanischen Familie stammt, hat auch ihre Söhne für die Kampfkunst begeistert und bringt diese, wann immer es möglich ist, zum Training mit. „Wie ihre Mutter fallen auch Hiroki und Jyun durch ihr Talent und ihr höfliches Verhalten auf“, sagt Hartmann.

Der zwölfjährige Jyun erkämpfte sich gerade bei der DM Anfang November Bronze bei den Junioren bis 30 Kilogramm. Nun geht er mit Mama und Bruder gemeinsam beim Dreikampf an den Start. „Wer insgesamt die meisten Punkte in den drei Kategorien erkämpft hat, gewinnt in seiner Klasse“, erläutert Hartmann und ergänzt: „Gewonnen hat Mizuho am Samstag schon deswegen, weil sie teilnimmt – vielen jüngeren Vereinsmitgliedern ist sie damit auch ein Vorbild.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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