Oldenburg Als die Tischtennis-Abteilung von Schwarz-Weiß Oldenburg im Jahr 2001 50 Jahre alt wurde, wurde gerade die Zählweise von 21 auf 11 Punkte pro Satzgewinn umgestellt. Auswirkungen auf die erfolgreichen Ballkünstler hatte das damals kaum. Die in der kleinen eigentümlichen Halle an der Auguststraße beheimatete Abteilung war die klare Nummer eins des Oldenburger Tischtennissports.

Pluspunkte waren eine starke Jugendarbeit und eine herausragende soziale Gemeinschaft – wie der erst unlängst verstorbene Sporthistoriker Matthias Schachtschneider in seiner Jubiläumsschrift feststellte. Talente wurden gefördert und konnten in eine der vielen Männermannschaften integriert werden. Mit diesen Strukturen wurden die Angriffe der Konkurrenz vom VfB über LTG 73 oder DSC abgewehrt.

Fahrstuhlmannschaft

Stellvertretend für viele Namen kann Familie Röben erwähnt werden. Vater Jonny ließ bis ins hohe Alter durch seine Zähigkeit viele Gegner verzweifeln, Sohn Jochen konnte und kann sein Talent bis in höhere deutsche Klassen zeigen, und auch Tochter Elfi schwang erfolgreich den Schläger.

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Bis in die 2. Bundesliga schaffte es Gerald Auler. Mehr als die viertklassige Oberliga war für SWO auch wegen der fehlenden Infrastruktur nicht machbar. Obwohl die Eisenbahnlinie an der Halle vorbeiführt, konnte die Abteilung nie auf einen Bundesligazug aufspringen. Mit den Jahren wurde die Luft für SWO enger, andere Vereine wie der Hundsmühler TV stellten sich in ihren Abteilungen breiter auf.

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Am Thron der Oldenburger Nummer eins konnte der HTV aber nicht rütteln. Trotzdem wurde Schwarz-Weiß zur Fahrstuhlmannschaft. Das war auch dem Umstand geschuldet, dass immer wieder Talente von SWO zu Vereinen aus dem weiten Umland wechselten.

Vor dem 70. Geburtstag ist die schwarz-weiße Führungsrolle nicht nur gefährdet, die Wachablösung scheint bereits vollzogen. Der Oldenburger Turnerbund hat nicht nur sieben Männermannschaften, sondern ist in den vergangenen Monaten vorbeigezogen.

Während die Mannschaft von der Auguststraße die Oberliga nach der aufgrund der Corona-Krise abgebrochenen Saison 2019/2020 nach unten verlassen muss, bejubelten die Spieler vom Haarenesch den erneuten Aufstieg – dieses Mal von der Oberliga in die Regionalliga.

Zu diesem Vorbeimarsch kommt es merkwürdigerweise ausgerechnet in einer Zeit, in der SWO stolz auf einen erfolgreichen Umbau der Halle an der Auguststraße blicken kann. Kurios ist ebenso die Tatsache, dass sich der OTB mit Johannes Schnabel und Heye Koepke verstärken kann, die vor nicht allzu langer Zeit noch das schicke schwarze Trikot der Eisenbahner trugen.

Mit frischem Blut

Ist der Zug für die Schwarz-Weißen nun abgefahren? Altgediente wie der langjährige Abteilungsleiter Peter Steckel und Nachfolger Benjamin Ohlrogge können sich wie ich nicht mit dieser Meinung anfreunden und appellieren an den Geist der Auguststraße, mit frischem Blut und starker Gemeinschaft den Emporkömmlingen des OTB oder auch den Hundsmühlern Dampf zu machen.

Hoffentlich finden die Schwarz-Weißen dafür das richtige Zugmodell, sonst dürfte es ein trauriges Jubiläum im Jahr 2021 werden.

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