Oldenburg Stich für Stich, Tritt für Tritt und Schlag für haben sich Keanu Jenn, Felix Dierking und Heye Koepke im vergangenen Jahr mit starken Leistungen die Nominierung für die laufende Oldenburger Sportlerwahl verdient. Das Trio ist in ganz unterschiedlichen Disziplinen unterwegs, hat aber eines auf jeden Fall gemeinsam: alle haben (fast) immer die volle Kontrolle über ihr Sportgerät. Während Tischtennisspieler Koepke und Fechter Jenn 2018 mit Schläger und Degen schlagkräftige und stichhaltige Argumente lieferten, schlug Radsportler Dierking mit kräftigen Pedaltritten seine Gegner.

Stich für Stich

Ein echter Durchstarter ist Keanu Jenn vom Fechtclub zu Oldenburg. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass er bei den A-Jugend-Landesmeisterschaften im Degenfechten sein Debüt feierte und auf Anhieb Bronze holte. Seitdem machte er mehrfach durch vordere Turnierplatzierungen auf sich aufmerksam.

Vor vier Jahren griff er erstmals zum Degen und ist seitdem von diesem eleganten Sport gepackt. „Ich hatte Fechten im Fernsehen gesehen und wollte das unbedingt einmal ausprobieren“, erzählt Jenn und ergänzt: „Es ist ein sehr dynamischer Sport, bei dem die taktische Disziplin sehr wichtig ist und man auf unterschiedlichste Gegner trifft. Dadurch kann jedes Gefecht komplett anders sein.“

Nur ein Jahr nach seinem ersten Kampf holte er sich seinen ersten Landestitel und qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften. Dort reichte es für den Oldenburger zwar noch nicht für eine vordere Platzierung, aber er sammelte wertvolle Erfahrungen. „Das war schon etwas anderes, als bei einer Landesmeisterschaft zu fechten“, sagt der 17-Jährige, der beim mehrmaligen Paralympics-Sieger Wilfried Lipinski das Fechten erlernt hat.

„Ich persönlich bin eigentlich eher ein sehr aktiver Fechter, während andere eher abwartend kämpfen. Auf solch einen Gegner bin ich bei den Landesmeisterschaften getroffen“, blickt Jenn zurück. „Der war dann auch davon ausgegangen, dass ich wieder gewohnt aktiv kämpfen würde. Aber mein Trainer hatte mir als Taktik diesmal vorgegeben, selber abzuwarten“, erläutert das FCO-Talent: „Da geschah dann erstmal lange nicht viel. Ein Duell auf mentaler Ebene, das er dann verlor, weil er als erstes die Nerven verloren hat.“

Zeitweise war Jenn der einzige Turnierfechter beim FCO. Mittlerweile hat er auch die Trainerlizenz erworben, um Kindern den Sport näherzubringen. In seinem ersten Jahr in der Juniorenklasse will er gern seinen Titelgewinn von 2018 gegen die ältere Konkurrenz wiederholen und sich damit wieder direkt das DM-Ticket sichern. Die Chancen auf einen erneuten Start auf nationaler Ebene stehen aber auch so nicht schlecht, da sich zusätzlich zum Meister auch die vier bestplatzierten Fechter der Landesrangliste qualifizieren. Hier liegt Jenn derzeit auf dem dritten Rang.

Tritt für Tritt

Viel taktische Disziplin benötigt auch Radrennfahrer Felix Dierking vom RSC Oldenburg. „Wenn du andauernd nur Attacke fährst, bist du am Ende platt, wenn es um alles geht“, erklärt der zweimalige Landesmeister von 2018, der seinen ersten Sieg bereits beim Saisoneinstieg in Herford feiern konnte und dem erfolgreichen Auftakt zahlreiche Spitzenplatzierungen folgen ließ.

Nachdem er im Straßenrennen wie im Zeitfahren von keinem Niedersachsen zu schlagen gewesen war, zeigte er bei der Deutschen Meisterschaft in Langenhagen, dass er beim Kampf gegen die Uhr zu den besten Nachwuchskräften der Nation zählt, und fuhr auf Rang sechs.

Dazwischen absolvierte Dierking zahlreiche Rennen im In- und Ausland, wo er sich immer wieder ganz weit vorn platzieren konnte. So wurde er unter anderem Gesamtzweiter bei der internationalen Polenrundfahrt und Fünfter bei der TMP-Jugendtour in Thüringen. „Das ist die größte Rundfahrt für Nachwuchsfahrer in Deutschland“, erklärt der 16-Jährige und ergänzt: „Bei einer Rundfahrt fahren wir an drei Tagen drei Etappen, die bis zu 80 Kilometer lang sind, und ein Einzelzeitfahren. In der Juniorenklasse, in der ich ab diesem Jahr bin, verlängert sich die Strecke dann auf bis zu 130 Kilometer.“

Begonnen hatte Dierking seine sportliche Karriere vor acht Jahren als Triathlet beim 1. TCO „Die Bären“. Schnell war klar, in welcher der drei Teildisziplinen seine Stärken lagen. „Das Radfahren konnte ich immer am besten – es hat mir einfach am meisten Spaß gemacht“, erzählt er und ergänzt: „Irgendwann bin ich dann mal mit meinem Vater zu einem Cross-Rennen an den Alfsee gefahren. Von da an habe ich zunächst beides parallel betrieben, bis ich dann vor drei Jahren mit dem Triathlon aufgehört habe.“

Nachdem er sich zunächst auf den Cross-Bereich konzentriert hatte und 2018 sogar sein erstes Weltcuprennen gefahren ist, sieht Dierking seine Zukunft mittlerweile eher auf der Straße. Im Sommer sind Starts bei Rundfahrten in den Niederlanden, Belgien, Österreich und in Cottbus geplant. Natürlich geht’s auch wieder zur Deutschen Meisterschaft.

Die Saison 2019 startet für ihn aber im März erneut in Herford, zwei Wochen später wird er sein Debüt in der Bundesliga feiern. Hier startet er gemeinsam mit niedersächsischen Teamkollegen als Landesauswahl. „In der U 17 sind die Leistungsunterschiede noch so groß, dass jeder für sich fahren kann“, erklärt der 16-Jährige: „Jetzt in der U 19 hat man aber keine Chance mehr, wenn man nicht als Team zusammenarbeitet.“

Schlag für Schlag

Nachdem Heye Koepke als herausragendes Talent der Oldenburger Tischtennis-Szene schon Nachwuchssportler des Jahres 2016 geworden war, ging die Entwicklung weiter steil nach oben. Der 15-Jährige blickt aktuell auf das erfolgreichste Jahr seiner noch jungen Karriere zurück.

Der taktisch sehr versierte Angriffsspieler, der das Tischtennisspielen bei SWO gelernt hat, wurde aufgrund seiner starken Leistungen unlängst in den Nachwuchskader I des Deutschen Tischtennis Bundes (DTTB) aufgenommen. Damit gehört er also nun zur neunköpfigen U-18-Nationalmannschaft. In der deutschen Rangliste der Jahrgänge 2001 und jünger rangiert er auf Platz fünf, von den vier vor ihm platzierten Talenten sind drei Spieler ein oder sogar zwei Jahre älter als er.

Den Übergang vom Schüler- in den Jugend-Bereich hat Koepke 2018 hervorragend gemeistert. Der Umzug im vergangenen Sommer ins Sportinternat nach Hannover hat seine Leistungsfähigkeit noch einmal in beeindruckendem Tempo gesteigert. „Bis zum Sommer waren bei den Schülern noch einige eher nicht so gute Turniere dabei. Aber seitdem habe ich sicherlich die größten Fortschritte bisher gemacht und deutlich mehr Konstanz im Spiel“, erklärt der 15-Jährige.

Über Platz sieben beim bundesweiten Top48- und Platz vier beim Top24-Ranglistenturnier der Jungen hat er sich für das Top12-Endturnier, wo kürzlich wiederum Rang sieben heraussprang. Unlängst sicherte sich Koepke auch als jüngster Teilnehmer der Landesmeisterschaften der Männer Bronze und damit einen Startplatz für die Deutschen Meisterschaften.

Auch im Ligabetrieb läuft es für den Oldenburger. 2017 war er nach dem Abstieg von SWO aus der Oberliga zu Regionalligist TSV Lunestedt gewechselt. Schon zur Rückrunde Anfang 2018 ging es vom unteren ins mittlere Paarkreuz. Im Sommer blieb der Youngster noch an Position drei, hat sich aber durch eine 12:6-Bilanz nun an die erste Stelle des aktuell in der Nordstaffel fünftplatzierten Viertligisten gespielt.

Infos zum Modus der Wahl der Oldenburger Sportler des Jahres

Auch bei der 28. Auflage der Wahl der Oldenburger Sportler des Jahres, die erneut von NWZ und Stadtsportbund mit Unterstützung der Oldenburgischen Landesbank (OLB) durchgeführt wird, werden nur komplett ausgefüllte Coupons bzw. Stimmkarten, die bis zum Einsendeschluss (Montag, 18. März) eingehen, berücksichtigt. Wiederum kann auch bequem im Internet abgestimmt werden.

Der Wahlcoupon wird mehrmals im Rahmen der Vorstellung aller Kandidatinnen und Kandidaten in der NWZ abgedruckt. Stimmkarten liegen in der Geschäftsstelle des Medienhauses (Peterstraße 28-34) aus und können zum Beispiel in den Vereinen verteilt werden.

Jeder darf nur einmal – ob online oder auf anderem Wege – seine jeweiligen Favoritinnen und Favoriten küren.

Coupons und Stimmzettel können per Post unter dem Stichwort „Sportler des Jahres 2018“ an die Nordwest-Zeitung, Peterstraße 28-34, 26121 Oldenburg, sowie auch per Fax (0441/9988-2121) gesendet oder direkt in der NWZ-Geschäftsstelle im Medienhaus abgegeben werden.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Online-Wahl unter www.nwzonline.de/sportlerwahl-oldenburg

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