Oldenburg Ob nun Mama, Papa, Schwester, Bruder oder Opa – die Familie spielt bei den fünf Nachwuchssportlern, die bei der Oldenburger Sportlerwahl nominiert sind, eine große Rolle.

erdi-Vahap Ilboga

Sein großes Vorbild ist US-Ikone Michael Phelps, seine Karriere leitete aber seine Schwester ein. „Sie war am Schwimmen, und ich durfte nur hinter der Scheibe zuschauen. Ich habe solange geklopft, bis meine Eltern mich auch haben schwimmen lassen“, sagt der 13-Jährige vom Polizei SV lachend. Fünf- bis sechsmal pro Woche fährt ihn die Familie aus Wildeshausen zum Training nach Oldenburg. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Erdi und schickt ein dickes Dankeschön an Familie und Trainer.

Seine Paradedisziplin ist der Schmetterling-Stil. „Das Besondere ist, wie die Arme schwingen – es sieht einfach so schön aus“, sagt Erdi: „Als ich Michael Phelps zum ersten Mal gesehen habe, wollte ich wissen, wie sich das anfühlt.“

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Ganz so weit wie der 34-Jährige (23-mal Gold bei Olympia) ist er noch nicht. 2019 glänzte der Achtklässler aber mit zwei Landestiteln über seine Lieblingsdistanz 200 Meter: im April auf der 50-Meter- und im November auf der 25-Meter-Bahn. Er träumt von einer DM-Medaille und von internationalen Einsätzen: „Es wäre mir eine Riesenehre, im Nationalkader zu stehen.“

Justus Lechtenbörger

Das Tischtennis wurde dem 14-Jährigen in die Wiege gelegt. Mama Bettina spielt bei den Landesliga-Frauen, Papa Falk bei den Bezirksliga-Männern und die ältere Schwester Pia bei den Bezirksliga-Frauen des OTB. Und Opa Gerald Wiese trainiert seit 1979 den Nachwuchs des TV Metjendorf, bei dem auch Justus die ersten Schläge gemacht hat.

Drei Triumphe in seiner Altersklasse bei der Landesrangliste und einer bei der Niedersachsen-Meisterschaft waren die Highlights der noch jungen Karriere, bis er 2019 zum großen Höhenflug ansetzte. Ehe er im Sommer 2019 vom MTV Jever zurück zum OTB wechselte und hier mit den Oberliga-Männern klar auf Meisterschaftskurs liegt, hatte Justus im Januar sich schon als 13-Jähriger für das Top-12-Turnier der besten deutschen Spieler bis 15 Jahre qualifiziert. Es folgten die DM-Teilnahme und der Sieg bei der U-15-Landesrangliste, durch den er sich wieder ein Ticket für die nächste DM im März sicherte. „Da möchte ich eine gute Platzierung schaffen, vielleicht sogar einen Podestplatz, um dann möglichst mittelfristig in den Bundeskader zu kommen“, sagt der 14-Jährige.

Anton Bondar

Als seine Mutter ihn im Alter von sechs Jahren zum Training anmeldete, hatte der heute 14-jährige Judoka eigentlich gar keine Lust dazu. „Es hat zuerst wirklich gar keinen Spaß gemacht“, gibt Anton ganz offen zu. Doch die Begeisterung wuchs. „Beim Judo kann ich mich total auf mich konzentrieren“, erklärt er, warum er den Sport jetzt so liebt: „Nur ich bin verantwortlich für mein Handeln.“

Bis zu viermal pro Woche feilt er aktuell an seinen Fähigkeiten auf der Matte. Einmal im Monat fährt er zum Olympia-Stützpunkt nach Hannover. „Niemand hat so viel Talent, ohne viel und hartes Training eine gute Platzierung bei einer Deutschen Meisterschaft zu erreichen“, sagt der Achtklässler von der Oberschule Eversten, der 2019 in der Klasse bis 55 Kilogramm U-15-Landesmeister wurde.

Fernziele sind die U-18-DM und „vielleicht sogar ein Platz im Bundeskader“. 2020 soll es erst einmal eine gute Platzierung bei den Norddeutschen U-15-Meisterschaften sein.

Simon Dickbertel

Er konnte noch nicht einmal richtig laufen, als er erstmals auf dem Wasser unterwegs war. Denn Rudern ist bei den Dickbertels Familiensport. Nicht zuletzt ist Mama Manja Vorsitzende des Oldenburger Rudervereins. Mit der Unterstützung seiner Eltern trainiert der 14-Jährige siebenmal pro Woche und wurde für den Fleiß 2019 reichlich belohnt. Beim U-14-Landesentscheid siegte er auf der Langstrecke wie über 1000 Meter.

Die DM im September in München wurde zum Höhepunkt. „Davor wurde ich nur Neunter, und dann hole ich nur ein Jahr später gleich zwei Titel“, erzählt der Neuntklässler vom Alten Gymnasium. „Erst habe ich das gar nicht realisiert. Im Nachhinein muss ich aber zugeben, dass ich schon sehr stolz bin“, sagt Simon, möchte an diese nationalen Erfolge anknüpfen, träumt aber natürlich auch von EM- und WM-Einsätzen: „Das wäre schon super.“

Tim Gutzeit

Der schnellste Sprinter der Stadt lief bei den Landesmeisterschaften im Sommer 2019 in 10,94 Sekunden auf Platz zwei. Damit sorgte der 17-Jährige, dessen drei Jahre älterer Bruder Jan ebenfalls beim Bürgerfelder TB aktiv ist, dafür, dass erstmals seit langer Zeit wieder ein Oldenburger die 11-Sekunden-Marke knackte.

Hinzu kamen für ihn bei den Titelkämpfen Siege auf der Paradedisziplin 200 Meter sowie über 4 x 100 Meter. Mit den Kollegen aus Stuhr und Ettenbüttel verbesserte er dabei die U-18-Landesbestmarke einer Staffel aus Hameln aus dem Jahr 1989 von 42,97 auf 42,84 Sekunden. Die Zeit steigerte das Team im Laufe des Jahres noch zweimal.

Nachdem er im Januar in der Halle U-18-Landesmeister über 200 Meter wie 4 x 200 Meter sowie Zweiter über 60 Meter geworden war und auch mit der U-20-Staffel Silber geholt hatte, sprangen bei den U-20-Landesmeisterschaften im August weitere Siege über 200 Meter wie mit der Staffel heraus. Zudem gewann er in der U 18 auf norddeutscher Ebene seine Paradestrecke. Ein Sahnehäubchen auf die sieben Titel war das Ticket zur U-18-DM in Ulm, wo er als Siebter über 200 Meter überzeugte.

Infos zum Modus der Wahl der Oldenburger Sportler des Jahres

Auch bei der 29. Auflage der Wahl der Oldenburger Sportler des Jahres, die erneut von NWZ und Stadtsportbund mit Unterstützung der Oldenburgischen Landesbank (OLB) durchgeführt wird, werden nur komplett ausgefüllte Coupons bzw. Stimmkarten, die bis zum Einsendeschluss (Montag, 9. März) eingehen, berücksichtigt. Wiederum kann auch bequem im Internet abgestimmt werden.

Der Wahlcoupon wird mehrmals in der NWZ abgedruckt. Stimmkarten liegen im Empfang im Medienhaus (Peterstraße 28-34) aus. Diese können zum Beispiel in den Vereinen verteilt werden.

Mehr Infos zur Sportlerwahl sowie die Möglichkeit zur Online-Abstimmung auf www.nwzonline.de/sportlerwahl-oldenburg

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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