Oldenburg Wenn sie kraftvolle wie geschickte Würfe ansetzen und im Duell mit ihren Kontrahenten in der Abwehr kräftig zupacken, sind Joost Sanders und Jannis Bolles beide voll in ihrem Element, obwohl die beiden Talente, die bei der Oldenburger Sportlerwahl als Nachwuchssportler des Jahres nominiert sind, in ganz unterschiedlichen Elementen unterwegs sind. Während der 17-jährige Sanders für Tvd Haarentor und TV Oyten auf dem Handballfeld dem Ball nachjagt und im Angriff in luftige Höhen steigt, pflügt der 14-jährige Bolles beim Wasserball für die White Sharks Hannover pfeilschnell durch das nasse Element.

Duell mit großen Namen

Als Joost Sanders sich Anfang 2018 an der Patellasehne verletzte, hätte er sich wohl kaum ausmalen können, wie erfolgreich sein Handballjahr noch werden sollte. Durch die Knieverletzung musste er sich auch eine Zwangspause in der Talentauswahl des Handball-Verbandes Niedersachsen nehmen, für die er seit 2015 erfolgreich aktiv war.

Infos zum Modus der Wahl der Oldenburger Sportler des Jahres

Auch bei der 28. Auflage der Wahl der Oldenburger Sportler des Jahres, die erneut von NWZ und Stadtsportbund mit Unterstützung der Oldenburgischen Landesbank (OLB) durchgeführt wird, werden nur komplett ausgefüllte Coupons bzw. Stimmkarten, die bis zum Einsendeschluss (Montag, 18. März) eingehen, berücksichtigt. Wiederum kann auch bequem im Internet abgestimmt werden.

Der Wahlcoupon wird mehrmals im Rahmen der Vorstellung aller Kandidatinnen und Kandidaten in der NWZ abgedruckt. Stimmkarten liegen in der Geschäftsstelle des Medienhauses (Peterstraße 28-34) aus und können zum Beispiel in den Vereinen verteilt werden.

Jeder darf nur einmal – ob online oder auf anderem Wege – seine jeweiligen Favoriten küren.

Coupons und Stimmzettel können per Post unter dem Stichwort „Sportler des Jahres 2018“ an die Nordwest-Zeitung, Peterstraße 28-34, 26121 Oldenburg, sowie auch per Fax (0441/9988-2121) gesendet oder direkt in der NWZ-Geschäftsstelle im Medienhaus abgegeben werden.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Online-Wahl unter www.nwzonline.de/sportlerwahl-oldenburg

Der Youngster kämpfte sich zurück, verpasste mit der B-Jugend des TvdH nur um Haaresbreite den Aufstieg in die Oberliga und spielte auf dem Liganiveau auch schon in der A-Jugend. Die starken Leistungen blieben nicht unbemerkt: Im Sommer wechselte der Rückraum- und Kreisspieler mit einem Zweitspielrecht zum TV Oyten, wo er in der Jugend-Bundesliga auf Größen wie den THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt oder SC Magdeburg trifft.

„Es ist auf jeden Fall eine ganz tolle Erfahrung, in der Bundesliga zu spielen. Das hat nicht jeder, gegen die großen Teams anzutreten. Da sind auch immer 300 bis 400 Zuschauer in der Halle“, schwärmt Sanders von den neuen Erfahrungen in der Eliteliga. Das Talent weiß, was es bedeutet, gegen die hochprofessionellen Internatsmannschaften mitzuhalten: „Die anderen Teams haben fünfmal die Woche Training. Das kriegen wir nicht hin, wegen der Hallenzeiten.“ Umso schöner sei es, wenn man diese Teams bezwingen könne.

Für den Traum, es im Handball weit zu bringen, nimmt der 2,01-Meter-Hüne einiges in Kauf. Zum Training nach Oyten fährt er zwei Stunden mit dem Zug hin und zurück. Am Wochenende tritt er, wenn möglich, für Oyten und Haarentor an. Der Stammverein, bei dem er sämtliche Altersstufen durchlief, hat immer noch Priorität.

Für seine Zukunft sieht das TvdH-Talent möglichst viel Handball vor: „Es würde mich freuen, ganz weit zu kommen. Es muss ja nicht gleich die erste Liga sein. Auch in der dritten Liga zu spielen, wäre eine super Sache. Einfach viele Eindrücke zu bekommen durch den Handball, das ist in jeder Halle etwas anderes.“

Ziel: Nationalmannschaft

Genau wie Sanders will auch Bolles in seinem Sport hoch hinaus. Das Ziel des seit mehr als drei Jahren aktiven Wasserballers ist nichts weniger als ein Platz in der deutschen Nationalmannschaft. Seine ersten Entwicklungsschritte hat der 14-Jährige beim Polizei SV erlebt, der den Wasserballsport in den vergangenen Jahren in Oldenburg stetig vorangebracht hat. Trotz der emsigen Bemühungen der Verantwortlichen und der Anerkennung als Nachwuchsstützpunkt hat Bolles Oldenburg verlassen, um die nächsten Sprossen auf der Karriereleiter zu erklimmen.

Um seine ehrgeizigen Vorstellungen zu realisieren, lebt Bolles seit August 2018 unter der Woche im Sportinternat in Hannover und fühlt sich sehr wohl, weil sich Sport und Schule dort viel besser mitein­ander vereinbaren lassen. „Ich habe es als Chance gesehen, meine sportlichen Ziele besser verfolgen und verwirklichen zu können, als es in Oldenburg möglich gewesen wäre“, sagt der Wasserballer, der sich in kurzer Zeit in der Eliteschule für sportliche Talente integriert und auch im Team der White Sharks Hannover auf sich aufmerksam gemacht hat.

Die „Weißen Haie“ zählen mit ihren Jugendmannschaften zu Europas Spitzenadressen im Wasserball und sind bei internationalen Vorbereitungsturnieren in Spanien oder den USA aktiv. Bei einem internationalen Turnier in Lloret erreichte Bolles zum Beispiel mit seinen Kollegen in einem leistungsstarken Teilnehmerfeld Platzt drei.

Im November kam der Kaderathlet zudem mit den White Sharks bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin auf einen bärenstarken zweiten Rang. Im Turnier der besten U-14-Mannschaften Deutschlands musste sich das Team aus Hannover nur dem SSV Esslingen geschlagen geben.

Das gute Ergebnis ist für den ehrgeizigen 14-Jährigen Anreiz für mehr. Ein Erfolg bei der Wahl der Oldenburger Nachwuchssportler des Jahres 2018 würde das Talent sicherlich zusätzlich motivieren, ganz hoch hinaus zu kommen. Das Abtauchen überlässt er seinen Kontrahenten.

Wahl-Historie

Alle Siegerinnen und Sieger in der Nachwuchskategorie 1991 Jana Dobberstein, SWO, Tennis 1992 Neele Onnen, SWO, Rhönradturnen 1993 Sonja Gröning, Thomas Rolfes (beide Polizei SV, Schwimmen) – Hafize Özcan, RSC, Rollstuhlbasketball 1994 Neele Onnen, SWO, Rhönradturnen – Sonja Gröning, Polizei SV, Schwimmen 1995 Dana Freimanis, SV Etzhorn, Sportschießen 1996 Nicola Scholl, VfL, Handball 1997 Gesa König, 1. TCO „Die Bären“, Triathlon 1998 Jasper Vennemann, OTB, Turnen 1999 Jens Schreiber, Polizei SV, Schwimmen 2000 Hendrik Strauß, SWO, Rhönradturnen 2001 Imke Ihnen, ORVO, Rudern 2002 Ole Harms, OSV, Schwimmen 2003 Hendrik Strauß, SWO, Rhönradturnen 2004 Romy Wollstein, DSC, Leichtathletik 2005 Hendrik Strauß, SWO, Rhönradturnen 2006 Arne Surmann, LGO, Leichtathletik 2007 Arne Surmann, LGO, Leichtathletik 2008 Ruth Spelmeyer, VfL, Leichtathletik – Jan David Schepers, Polizei SV, Schwimmen 2009 Ruth Spelmeyer, VfL, Leichtathletik – Jan David Schepers, Polizei SV, Schwimmen 2010 Lisa Schröder, OTB, Leichtathletik – Tobias Hinrichs, ORVO, Rudern 2011 Carlotta Amedick, TuS Bloherfelde, Trampolinturnen – Hendrik Walter, 1. TCO „Die Bären“, Triathlon 2012 Jule Dirks, ORVO, Rudern – Jan Niklas Wimberg, Baskets Akademie/OTB, Basketball 2013 Friedelinde Petershofen, DSC, Leichtathletik – Hendrik Walter, 1. TCO „Die Bären“, Triathlon 2014 Carlotta Amedick, TuS Bloherfelde, Trampolinturnen – Jannis Maus, Kitesurfen 2015 Kathrin Walter, BTB, Leichtathletik – Marcus Elster, ORVO, Rudern 2016 Heye Koepke, SWO, Tischtennis – Laura Kannegießer, VfL, Handball 2017 Kathrin Walter, Bürgerfelder TB, Leichtathletik – Erdi-Vahap Ilboga, Polizei SV, Schwimmen

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