Oldenburg Wie viele Stunden sie in ihrem Leben schon auf dem Rücken eines Pferdes verbracht hat, kann Maira Hölzen natürlich nicht mehr zählen. Wie viele Kilometer die 18-jährige Distanzreiterin in diesem Jahr bei Wettkämpfen auf „Monti“ zurückgelegt hat, ist dagegen relativ genau dokumentiert. Annähernd 1000 Kilometer hat die Oldenburgerin mit ihrem 14-jährigen Vollblutaraber bei unterschiedlichen Veranstaltungen in Norddeutschland in die Wertung gebracht.

Grenzenloses Vertrauen

„Mich fasziniert am Pferdesport das grenzenlose Vertrauen zum Partner Pferd. Ich liebe die stundenlange Ausritte und die grenzenlose Bereitschaft meines Pferdes, auf minimale reiterliche Hilfen zu reagieren“, erklärt Maira Hölzen. Die Begeisterung für diesen Sport wurde ihr schon fast in die Wiege gelegt. „Ich reite seit 15 Jahren, davon sieben Jahre im Distanzsport“, erzählt die Oldenburgerin, die sich mit „Mothadi Montasar“, wie der Araber mit ganzen Namen heißt, den ersten Platz im Norddeutschen Championat der Distanzreiter 2019 gesichert hat.

Bei diesem Wettbewerb werden die sechs besten Ritte der Saison eines Pferd-Reiter-Paares in den norddeutschen Bundesländern ab einer Streckenlänge von 50 Kilometern berücksichtigt. Für jeden gerittenen Kilometer gibt es einen Punkt, weitere kommen für die Platzierung hinzu.

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Seele baumeln lassen

Mit 738 Zählern setzten sich Maira Hölzen und „Monti“, mit dem sie seit zwei Jahren ein immer besser eingespieltes Duo bildet, souverän gegen die Konkurrenz durch. Die härtesten Rivalinnen kamen dabei aus dem eigenen Verein, dem „Distanzclub Montasar“ (benannt nach „Monti“), beziehungsweise sogar aus der eigenen Familie.

Mit 666 Punkten sicherte sich Mama Sonja Hölzen (53) auf „Esprit des Temps“, einem zwölfjährigen Englischen Vollblut, den dritten Platz. Nur einen kleinen Tick besser war eine weitere Oldenburgerin – oder besser gesagt zwei Oldenburgerinnen. Sandra Köster (32) erreichte auf „Lisette 80“ 669 Zähler. Sie sitzt seit 2003 im Sattel und bildet seit elf Jahren mit der Oldenburger Stute ein gut harmonierendes Team.

Sonja Hölzen kann auf 41 Jahre Erfahrung im Pferdesport und mehr als drei Jahrzehnte im Distanzsport zurückblicken. Seit 2015 arbeitet sie mit „Esprit“ an den gemeinsamen Stärken und Schwächen.

„Mich fasziniert am Distanzsport die grenzenlose Freiheit der Natur. Auf dem Pferd kann man seine Seele baumeln lassen. Es gibt unterschiedliche Anforderungen im Gelände, somit wird es nie langweilig“, erklärt die 53-Jährige, was sie an ihrem Sport fasziniert.

Sieben Jahre lang teilt sie die Passion nun mit ihrer Tochter. Papa Ulf Hölzen ist Vorsitzender vom „Distanzclub Montasar“. Bei der bereits 18. Auflage der „Stuhrer-Distanz“, die der Verein im vergangenen Oktober veranstaltet hat, wurden Streckenlängen zwischen 30 und 120 Kilometern mit Start und Ziel in Groß Mackenstedt südlich von Delmenhorst angeboten.

Halb blind

Im Norden des Landkreises Diepholz haben auch Maira und „Monti“ schon einige Kilometer „gefressen“. Dass der Vollblutaraber seit zwei Jahren halb blind ist, weil das rechte Auge wohl aufgrund eines Insektenstiches entfernt werden musste, hat die Begeisterung nicht getrübt. Im Gegenteil: „Das bedeutet eine noch größere Bindung zwischen Pferd und Reiter“, erklärt die 18-Jährige.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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