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Oldenburg Bei der Trauerfeier für den Ende Februar im Alter von 53 Jahren nach einem Herzinfarkt verstorbenen Stefan Janßen stand die Welt auch für Ralf Hafemann am Montag noch ein bisschen stiller, als sie es aufgrund der Coronavirus-Krise ohnehin tut. „Es hat mich tief getroffen, aber nicht nur mich“, erklärt der TvdH-Sportleiter, der die Handballer vom Haarentor mit Janßen von 2013 bis 2015 trainiert und für eine Saison in die Oberliga geführt hatte.

In dieser Spielzeit klopft das Team unter Coach Ivo Warnecke erneut vehement an die Tür zur vierthöchsten Spielklasse. Aufgrund der Coronavirus-Krise ruht derzeit aber der Spielbetrieb bis mindestens 19. April.

Wie sieht es beim TvdH in der Coronavirus-Krise aus?

Der Trainingsbetrieb wurde eingestellt, als der Handball-Verband Niedersachsen am vergangenen Donnerstag den Spielbetrieb gestoppt hat. „Wir sind damit den Handlungsempfehlungen des HVN sofort gefolgt“, erklärt Hafemann. Verdachtsfälle gab es beim Verbandsligisten keine. „Wir sind in der Mannschaft bisher verschont geblieben und hoffen, dass es dabei bleibt“, sagt der Sportleiter.

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Was machen die Spieler derzeit für die Fitness?

„Die Spieler haben Pläne bekommen und sollen sich entsprechend den verbliebenen Möglichkeiten jeder für sich fit halten, was durch weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens möglicherweise immer schwieriger werden wird“, sagt Hafemann mit Blick darauf, dass nicht nur die städtischen Hallen bis 19. April geschlossen sind, sondern auch andere Einrichtungen wie Schwimmbäder und Fitnessstudios betroffen sind.

Wie ist die Lage im Kampf um den Oberliga-Aufstieg?

Die Haarentorer (31:9 Punkte) haben sich mit zuletzt vier Siegen in Serie, darunter zwei klare Heimtriumphe gegen die schärfsten Verfolger HSG Heidmark und TuS Haren (beide 28:12), in eine sehr aussichtsreiche Lage im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze gespielt. Dass die Saison eventuell nicht regulär beendet werden kann, steht für die TvdH-Verantwortlichen aktuell nicht im Vordergrund. „Man muss jetzt in aller Ruhe abwarten, wie es weitergehen wird. Das kann bei der momentanen Situation keiner absehen“, sagt Hafemann: „Der Sport ist jetzt erstmal in den Hintergrund gerückt.“

Wie wird die Saison fortgesetzt oder gewertet?

„Es werden von den spielleitenden Stellen bestimmt einige Möglichkeiten in Betracht gezogen, wie es weitergehen soll und kann. Das wird ja nicht nur im Handball diskutiert,“ meint Hafemann. Kann nicht mehr gespielt werden wäre theoretisch eine Annullierung der Saison möglich, auf der anderen Seite zum Beispiel auch eine Wertung wie in Hessen (siehe Info-Box) nach aktuellem Stand. „Das würde uns natürlich entgegenkommen“, sagt der Sportleiter. Auch wenn nur die Hinrunde gewertet würde, wäre das so. Nach 13 Spielen führte der TvdH die Tabelle mit 19:7 Punkten vor OHV Aurich II, VfL Fredenbeck II, Heidmark (alle 18:8) und Haren (17:9) an. „Wir müssen abwarten, wie entschieden wird, und dann schauen, wie wir damit umgehen“, meint Hafemann.

Wie laufen die Planungen für die neue Spielzeit?

„Trotz Stillstand im Spielbetrieb haben wir schon einen Teil unserer Hausaufgaben gemacht“, sagt Hafemann. Nachdem im Winter schon Trainer Warnecke und die komplette Mannschaft ligaunabhängig für die neue Saison zusagt hatten, komme nun in Jakub Anuszewski „eines der größten Talente im Nordwesten“ zum TvdH. Der Cloppenburger ist als A-Jugendlicher bei der HSG Barnstorf/Diepholz schon in der zweiten Saison als Spieler in der Oberliga aktiv. Dort stehen für ihn in dieser Spielzeit 36 Tore in 19 Spielen zu Buche.

Welche Rolle soll Jakub Anuszewski spielen?

„Kuba“, wie er genannt wird, hat mit einem Doppelspielrecht in dieser Saison schon in der A-Jugend des TvdH gespielt, wolle unter Warnecke „den nächsten Schritt machen und sich in diesem jungen Team weiterentwickeln“, sagt Hafemann über Anuszewski, der vornehmlich auf Rückraummitte zum Einsatz kommt und langsam in die Rolle von Tobias Weihrauch hineinwachsen soll. Der Routinier will möglicherweise in der nächsten Saison schon kürzertreten.

Sind weitere Verstärkungen in Planung?

„Ja. Wir wollen mindestens noch zwei weitere Spieler verpflichten“, verrät Hafemann und redet von „guten Gesprächen“ und einem eventuellen Abschluss „in den nächsten Tagen“. In jedem Fall soll noch ein weiterer Rückraumspieler kommen, der möglichst ein Linkshänder sein soll. „Die sind aber leider nicht so leicht zu finden“, sagt der Sportleiter.

In Hessen ist die Handball-Saison schon vorbei – wie läuft’s in Niedersachsen?

Verantwortlich für die Verbandsliga, in der die Handballer des TvdH die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung anführen, und die darüber liegende Oberliga sowie alle unteren Klassen ist der Handball-Verband Niedersachsen (HVN). Dieser hatte aufgrund der Coronavirus-Krise am Donnerstag entschieden, den Spielbetrieb bis 19. April auszusetzen. „Wir haben den Schritt frühzeitig vollzogen – unsere Regelung wurde sogar von anderen Verbänden übernommen“, betonte HVN-Geschäftsführer Gerald Glöde am Montag auf NWZ-Anfrage.

Der Deutsche Handball-Bund (DHB), der ab der 3. Liga aufwärts zuständig ist, hatte sich erst am Freitag zu dem Schritt entschlossen. Das lange Warten auf eine Entscheidung hatte Silke Prante, Trainerin der Drittliga-Handballerinnen des VfL II, in der NWZ kritisiert. Ob und wie die Saison in den einzelnen Bereichen fortgesetzt wird, ist fraglich.

Der Hessische Handball-Verband (HHV) hat schon entschieden, dass der Spielbetrieb für alle Klassen und auf allen Ebenen in Hessen eingestellt und damit die Spielrunde 2019/20 beendet ist. Die Auf- und Abstiegsregelungen zur und für die folgende Spielrunde 2020/21 werden mit dem Tabellenstand der jeweiligen Spielklasse vom Freitag, 13. März, gewertet.

In Niedersachsen gibt es in dieser Hinsicht „noch keine Überlegungen“, sagte Glöde. Es sollen von den Spielinstanzen nun „mögliche Szenarien“ erarbeitet werden, ob und wie die Saison zu einem Ende gebracht werden kann, ehe das Präsidium Anfang April in einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen beraten solle. Entscheidend sei bei den Überlegungen natürlich, was in den oberen Ligen unter DHB-Regie passiere.

Ob die hessische Regelung „dem Handball dient, weiß ich nicht“, zeigte sich Glöde mit Blick auf mögliche Ungerechtigkeiten und Stolperfallen skeptisch. Auch Sportrechtler zweifeln die HVV-Entscheidung bereits an.

Ein kleines Beispiel für Komplikationen gibt’s in der Verbandsliga. In der aktuellen Tabelle, die nach Punkten und Toren berechnet wird, belegt die HSG Heidmark (28:12 Zähler) Aufstiegsrang zwei hinter dem TvdH (31:9), doch der TuS Haren (ebenfalls 28:12) wäre nach Abschluss aller Partien bei Punktgleichheit vorn. Die Emsländer haben den direkten Vergleich, der am Saisonende zählt, gewonnen. Einer 28:29-Auswärtsniederlage im September bei der HSG Heidmark folgte im Februar ein 29:27-Heimsieg.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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