Oldenburg Als er vor eineinhalb Jahren kurz vor dem Start der Vorbereitung beim Tvd Haarentor auf die Handball-Saison 2017/2018 eine schicksalhafte WhatsApp von Ivo Warnecke erhalten hatte, in der dieser um ein Gespräch bat und daraufhin seinen kurzfristigen Absprung zur SG VTB/Altjührden verkündete, hätte Teammanager Matthias Voß sich wohl mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, irgendwann noch einmal mit dem heute 38-Jährigen zusammenzuarbeiten.

Jetzt wird es aber doch Realität. Am Dienstagabend verkündete die sportliche Leitung um Voß bei einem Sponsorenabend, dass Warnecke, der vor eineinhalb Monaten seinen Trainerposten in Varel verloren hatte, beim Oldenburger Verbandsligisten zur neuen Saison den Job von Vaidas Dilkas auf der TvdH-Bank übernimmt.

Zweite Trainerstation

Ivo Warnecke hatte die Altjührdener in der vergangenen Oberliga-Saison als Spielertrainer zum direkten Wiederaufstieg geführt. Die SG VTB/Altjührden war die erste Trainerstation des einstigen Zweitliga-Spielers (u.a. Wilhelmshavener HV, OHV Aurich). Der im Rückraum und als Linksaußen spielende 38-Jährige, von Beruf Physiotherapeut, war 2017 vom TvdH zu den Friesländern gewechselt. Dort trat er nach dem kompletten Neustart, inklusive Wechsel in der Führungsriege des Vereins, in die Fußstapfen des nach dem Drittliga-Abstieg zurückgetretenen Andrzej Staszewski.

„Wir haben uns zusammengesetzt und die Geschichte von 2017 aufgearbeitet. Die Unstimmigkeiten, die der Wechsel nach Altjührden hervorgerufen hatte, sind ausgeräumt“, sagt Voß mit Blick auf die Geschehnisse im damaligen Juni, als Warnecke den ambitionierten Plänen der Haarentorer einen kräftigen Dämpfer verpasst hatte.

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Trennung schockt

Der Führungsspieler, der ein Jahr zuvor vom Wilhelmshavener HV gekommen war und als Dreh- und Angelpunkt im Team von Dilkas 137 Treffer erzielt hatte, kündigte abrupt das Ende seiner aktiven Laufbahn an und nahm das Angebot der Vareler an, den Drittliga-Absteiger als Coach wieder in die Spur zu bringen.

„Das ist schon ein Schock, wenn man plötzlich den besten Spieler verliert, auf den auch das taktische Konzept ausgerichtet ist“, meinte Dilkas damals. „Das wirft natürlich alles über den Haufen“, echauffierte sich Voß über die Wilderei der Konkurrenz aus Friesland.

Jetzt ist zwischen dem TvdH und Warnecke, der bei der SG doch schnell auch wieder als Spieler aufgelaufen war, hier aber laut Voß „nur als Trainer“ vorgesehen ist, alles vergeben und vergessen. Dafür steht Dilkas, der 2015 als spielender Coach ebenfalls aus Varel (da war er zuvor lange Spieler der ersten Mannschaft gewesen und betreute zu der Zeit die Reserve) gekommen war, ab Sommer ohne Job an der Seitenlinie da.

„Wir möchten mit einem neuen Trainer noch einmal einen neuen Impuls setzen und haben Vaidas in einem guten Gespräch mitgeteilt, dass sein Vertrag über das Saisonende nicht verlängert wird“, erläutert Voß: „Nachdem wir in den vergangenen Jahren eine tolle Jugendarbeit aufgebaut haben, müssen wir jetzt endlich auch den nächsten Schritt mit unserer ersten Herrenmannschaft machen.“

Unter Dilkas war der damals gerade nach einem Jahr direkt wieder aus der Oberliga abgestiegene TvdH in den vergangenen Verbandsliga-Spielzeiten Achter (15/16: 23:25 Punkte), Fünfter (16/17: 30:22) und Siebter (25:27) geworden. Aktuell stehen die Haarentorer in der Pause anlässlich der Handball-WM mit 13:13 Zählern auf Rang sechs.

Kaderplanung läuft

„Wir sind der Meinung, dass Ivo gerade bei der weiteren Entwicklung unserer jungen Spieler der richtige Trainer ist“, erklärt Voß. Fest steht schon, dass in Renke Boekelo und Leon Greb zwei Talente aus der A-Jugend in den Kader der ersten Männermannschaft aufrücken werden. Was mit dem mit Vaidas Dilkas befreundeten spielenden Co-Trainer Andrius Gerve passiert, ist noch fraglich.

Im Hinblick auf die bereits laufende Kaderplanung für die neue Saison komme die Ankündigung des Trainerwechsels jetzt zur richtigen Zeit, sagt Voß: „Mögliche Zugänge wollen natürlich wissen, wer auf der Bank sitzt.“ Die Gefahr, dass bei einer späteren Verkündung schicksalhafte WhatsApp-Nachrichten eintrudeln, ist so minimiert.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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