Oldenburg Es ist noch kein Dreivierteljahr her, da war es noch ein Traum von Toni Reinemann, einmal in der Handball-Bundesliga zu spielen. Dass dieser Traum schneller als erwartet wahr werden würde, konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen – und dass ihre Premieren-Saison beim VfL Oldenburg so abrupt enden würde, auch nicht. Mitte März aber wurde Reinemanns Handball-Märchen durch die Corona-Krise abrupt unterbrochen.

„Es hat etwas gedauert, bis mir das so richtig klar geworden ist, dass ausgerechnet meine erste Saison solch ein Ende genommen hat. So eine Pause ist aber ganz gut für mich, damit mein Knie ein wenig zur Ruhe kommen kann“, sagt die 18-Jährige. Zunächst hatte sie noch die Hoffnung, dass es wenigstens in der Jugend-Bundesliga und der 3. Liga weitergehen würde. Aber nach sechs Wochen Ungewissheit ist seit Dienstag auch hier Klarheit geschaffen worden und die Saison beendet.

Für den VfL bedeutet dies, dass nach dem Bundesligateam nun auch das Juniorenteam den Klassenerhalt geschafft hat und die A-Jugend durch das Erreichen des Viertelfinals in der nächsten Saison wieder in der Jugend-Bundesliga dabei sein wird. „Da die Gruppenspiele alle schon gespielt sind, gibt es da zum Glück keine Zweifel mehr dran. Aber nachdem wir bisher alle Spiele gewonnen hatten, was außer uns nur Titelverteidiger Dortmund gelungen ist, haben wir uns natürlich einiges ausgerechnet. Das Final Four wäre auf jeden Fall drin gewesen“, hätte Reinemanns Trainer Andreas Lampe zwar gern die Jugend-Bundesliga zu Ende gespielt. Der künftige Geschäftsführer des VfL kann die Entscheidung aber voll nachvollziehen: „Die Gesundheit geht vor!“

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Talent Reineman war indes eigentlich als Drittligaspielerin in die Saison gegangen. Da aber schon vor dem ersten Saisonspiel der Bundesliga-Frauen gegen Borussia Dortmund gleich vier Stammkräfte des VfL verletzungsbedingt ausfielen, saß die 18-Jährige gleich zum Saisonauftakt erstmals auf der Bank. „Das war schon ein echt cooles Erlebnis, überhaupt dabei zu sein“, erinnert sie sich.

Es sollte aber noch besser kommen. Nur eine Woche später trug sie sich beim Gastspiel beim Thüringer HC mit zwei Treffern erstmals in die Torschützenliste ein. 16 weitere Treffer sollten im Verlauf der Saison noch folgen. Kein Wunder also, dass Reinemann bereits nach vier Spieltagen den ersten Profivertrag ihrer noch jungen Karriere unterschreiben durfte. Wenige Tage später sollte auch das Spitzenteam der SG Bietigheim lernen, wer sie ist. Beseelt von dem unerwarteten Karrieresprung spielte sie sich gegen die Startruppe aus dem Süden der Republik in einen wahren Spielrausch und schenkte Nationaltorhüterin Dinah Eckerle gleich sechs Treffer ein. Sie führte den VfL zu einem unerwarteten 25:25-Unentschieden – häufiger traf keine Spielerin an diesem Tag.

Der steile Aufstieg war gleichwohl kein Grund für das Talent, dem Drittligateam den Rücken zu kehren: „Es war wichtig für mich, mit den Mädels weiter zusammenzuspielen, da wir eine echt tolle Truppe haben, die auch privat etwas gemeinsam unternimmt.“ So fuhr Reinemann weiter dreigleisig, spielte in der Frauen-Bundesliga, der 3. Liga und der A-Jugend-Bundesliga – bis die Corona-Krise auch ihren Aufstieg erst einmal stoppte.

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