Oldenburg Durch den Abgang von Geschäftsführer Philipp Herrnberger muss sich der VfB Oldenburg spätestens zum Jahreswechsel operativ neu aufstellen. In einem anderen „operativen Geschäft“ hat es schon Veränderungen gegeben. Frei nach dem Motto „Zu viele Köche verderben den Brei – zu viele Ärzte verderben den sportlichen Erfolg“ hat Chefcoach Stephan Ehlers mit der Vereinsspitze dem Fußball-Regionalligisten, der durch den Spielausfall in Rehden auch an diesem Wochenende zuschauen muss, in puncto medizinische Versorgung ein neues Rezept verschrieben.

„Der exorbitant hohe Verletztenstand muss angegangen werden“, sagt der Trainer über die Personalprobleme, die den VfB seit längerer Zeit begleiten. Schon unter Vorgänger Dietmar Hirsch waren zu der stetig steigenden Zahl an Langzeitverletzten immer wieder kleine und große Blessuren hinzugekommen. Dass sich die Mannschaft von allein aufstellte, war eigentlich mehr Regel als Ausnahme.

„Wenn man so viele Ausfälle zu beklagen hat, kann das nicht nur Pech sein“, meint Ehlers und sieht ein Problem im „Wildwuchs“ den er vorfand, als er im August Hirsch ablöste. Anders als in früheren Zeiten, als Verein, Trainer und Spieler zum Beispiel lange Teamarzt Dr. Albrecht Glüse vertrauten, ließen sich die Akteure in der jüngeren Vergangenheit von vielen verschiedenen Medizinern auf eigene Faust behandeln. „Teilweise in ihren Heimatstädten“, sagt Ehlers kopfschüttelnd: „Da fehlt einem als Trainer der Überblick.“

Auf Empfehlung aus seinem privaten Umfeld kommt es nun zur Kooperation mit zwei Oldenburger Ärzten. Dr. Björn Jespersen, der mit den Schwerpunkten Unfallchirurgie und Sporttraumatologie im Ärztezentrum Eversten tätig ist, und Dr. Sven-Ole Dörwaldt, Allgemein- und Sportmediziner aus Bloherfelde, fungieren als feste Anlaufpunkte und Ansprechpartner für Trainer wie Spieler und sollen zumindest auch bei Heimspielen mit dabei sein.

„Kurze Wege, zeitnahe Behandlungen“ seien zwei wichtige Punkte, sagt Ehlers. „Und wir sind vor allem zu jeder Zeit über den Heilungsverlauf, über Ausfallzeiten und Einsatzchancen informiert“, erklärt der Coach und ist auch über neue Möglichkeiten der Prophylaxe froh. „Wir erfahren, wo der Spieler Schwächen hat und woran wir mit gezielten Übungen im Training arbeiten können.“

Eine „der größten Baustellen“ sieht Ehlers so geschlossen: „Wir müssen in der aktuellen Lage ein Steinchen nach dem anderen umdrehen, damit es bergauf geht.“ Es wird sich zeigen, ob das neue Rezept dem kränkelnden VfB beim Gesunden hilft.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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