Oldenburg Eine intensive Debatte hat auch in den Oldenburger Vereinen der Vorschlag ausgelöst, den der Niedersächsische Fußballverband (NFV) parallel mit den anderen Landesverbänden nun zu einer Fortsetzung der Saison gemacht hat. Demnach könnte die Notbremse, die im März aufgrund der Coronavirus-Krise gezogen wurde, in den Spielklassen unterhalb der Regionalliga eventuell ab 1. September wieder gelöst werden, um einen Abbruch mit seinen Unwägbarkeiten zu verhindern.

Gemischte Gefühle

„Wenn wir im September spielen könnten, wäre die Umsetzung machbar“, meint Detlef Blancke, Sportleiter des in der Oberliga drittplatzierten VfL, der wie alle rund 2700 Mitgliedsvereine des NFV bis Mitte der Woche Zeit hat, dem Vorschlag zuzustimmen oder ihn abzulehnen. „Wir haben aber seit Mitte März nicht mehr trainiert“, erklärt Blancke: „Nach fünfeinhalb Monaten ohne Mannschaftstraining kann man nicht einfach ohne Vorbereitung wieder auf den Platz gehen.“

Wiederaufnahme der Spielzeit auch erst 2021 möglich

Der Spielbetrieb wurde bei Frauen und Männern wie im Nachwuchsbereich aufgrund der Coronavirus-Krise „bis auf Weiteres“ unterbrochen. Stimmen die Vereine dem aktuellen Vorschlag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) zu, könnte die Saison ab 1. September fortgesetzt werden.

In einer Videokonferenz des NFV mit den Kreis-Vorsitzenden wurden ein Abbruch oder eine Annullierung am Freitag explizit ausgeschlossen, berichtet Verbandsspielausschussvorsitzender Jürgen Stebani: „Die Vereine wollen auch keine besonderen Wertungen, Playoff-Spiele oder ähnliches.“

Ist eine Fortsetzung ab 1. September noch nicht möglich, könnte die Saison auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Wie Stebani glauben nicht wenige, dass die Pandemie erst 2021 wieder Fußball zulässt. Eine reguläre Saison 2020/21 wäre dann ohnehin nicht möglich.

Auch mit Blick auf mögliche Probleme für Spielerinnen und Spieler sieht Rainer Warns, Teammanager von Bezirksligist GVO, den Vorschlag ebenfalls mit gemischten Gefühlen. „Wenn jemand ab Oktober weit weg von Oldenburg studiert oder im Sommer wegen seines Arbeitsplatzes umzieht, darf er dann den Verein wechseln? Was ist mit Spielern oder Trainern, die ab Juli schon bei einem anderen Verein zugesagt haben? Da gibt es noch viele offen Fragen“, sagt Warns: „Man sollte diese Spielzeit annullieren – und in der nächsten Saison sollten von der Oberliga abwärts alle in der gleichen Liga spielen wie in dieser.“

Ähnlicher Meinung ist Nils Reckemeier. „Man sollte schnell eine endgültige Lösung finden“, meint der Trainer von Kreisligist TuS Eversten: „Wenn wir im September spielen sollen, müssten wir schon im August trainieren können. Das kann ich mir in Oldenburg nicht vorstellen.“

„Hört sich fair an"

Ganz anders sieht das SWO-Trainer Jürgen Gaden. „Der Vorschlag des NFV hört sich fair an. In allen Ligen würde es sportliche Entscheidungen geben“, meint er: „Wir sollten aber auf keinen Fall zu früh anfangen. Man muss abwarten, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt und seine Entscheidungen von dieser Entwicklung abhängig machen.“

Ungeachtet dessen wünscht sich Philip Eiben vom Post SV „eine klare Aussage, wann es mit dem Spielbetrieb im Amateurfußball weitergehen soll“. Daneben fordert der Co-Trainer des Frauen-Bezirksligisten wie viele Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel Lösungen für Vereinswechsel: „Gerade im Amateurfußball spielen auch viele private Hintergründe, wie Schulwechsel, Studium und Beruf eine Rolle“, betont Eiben und fragt sich: „Haben wir im September überhaupt noch eine spielfähige Mannschaft? Was machen wir mit der Saison 2020/2021? Kann ich bis September Mannschaftstraining unter Auflagen machen?“

Nur in einer Sache sind sich alle Vereine einig: Die Gesundheit aller ist im Moment wichtiger als der Fußball.

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