Oldenburg Nachdem der Verein zweieinhalb Jahre lang die Fußballszene in der Stadt bereichert hat, haben die Verantwortlichen des FC Oldenburg mit Rücksicht auf die Konkurrenz die Reißleine gezogen. Die Mannschaft, die in den beiden vergangenen Saisons den Durchmarsch von der 4. in die 2. Kreisklasse geschafft hatte, wurde mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurückgezogen.

„Wir haben arge Probleme, einen wettbewerbsfähigen Kader zusammenzustellen. Zu viele verletzte Spieler sind zu beklagen, zudem hat es in letzter Zeit diverse berufliche Veränderungen beim einen oder anderen Akteur gegeben – und familiär hat sich bei einigen auch etwas verändert“, schildert Timo Hierse aus dem Vereinsvorstand die Gründe für das Aus.

Der FC Oldenburg war schon 2016 auf Initiative von Tim Müller und Sandrino Heinemann ins Vereinsregister eingetragen worden. „Vor zwei Jahren haben wir erstmals darüber gesprochen, einen eigenen Verein zu gründen“, erzählte Müller damals: „Ich habe dann die Vereinsgründung in Angriff genommen. Wir haben uns damit aber extra viel Zeit gelassen, weil man so viel beachten muss. Da ist das Vereinsrecht, dann kommen die Ausschreibungen und Spielordnungen des Verbandes. Da darf man keine Fehler machen.“

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Damals war die Zahl der aktiven Oldenburger Vereine nach den Auflösungserscheinungen beim SV Neuenwege wieder auf 19 gestiegen. Jetzt sind es nach dem FC-Rückzug und dem 2018 von Querelen und Skandalen begleiteten Abgang des TSV nur noch 17.

„Möglicherweise hätte man bis in die Winterpause irgendwie durchziehen können, aber auf Biegen und Brechen ums Überleben zu kämpfen, macht wenig Sinn. Wir wollen auch nicht für Wettbewerbsverzerrungen sorgen, von daher haben wir uns dazu entschlossen, diesen Schritt zu wählen“, erklärt Hierse, der die Mannschaft vor zwei Jahren als Spielertrainer und Kapitän in die Debütsaison geführt hatte. Müller und Heinemann hatten die ersten beiden Tore beim 6:0 zum damaligen Ligaauftakt gegen Tura II geschossen.

Nach Platz zwei in der 4. Kreisklasse 2017/2018 und dem folgenden Aufstieg feierte das Team in der vergangenen Spielzeit eine Liga höher sogar die Meisterschaft und schaffte damit den Durchmarsch in die 2. Kreisklasse. Hier gab es in diesem Sommer neben einem 0:4 im Kreispokal beim TuS Bloherfelde in den beiden Auftaktpartien ein 2:6 gegen die SG Großenmeer-Bardenfleth und ein 1:4 bei SWO II. Auch die weiteren Partien waren am Donnerstag noch beim Portal „fussball.de“ dargestellt.

„Alle Partien werden aus der Wertung genommen“, erklärte Spielausschussvorsitzender Horst Rickels am Donnerstag auf Anfrage der NWZ: „Die Mannschaft bleibt aber in der Tabelle mit dem Zusatz ,zurückgezogen’ aufgeführt und steht als erster Absteiger fest. Die genaue Zahl wird in nächster Zeit in der Tabelle noch farblich markiert.“

Dass es nun so gekommen sei, findet Hierse natürlich „sehr schade, denn wir haben uns einen guten Ruf aufgebaut, aber Fairness steht an oberster Stelle und so können wir den anderen Vereinen einen geregelten Saisonablauf gewährleisten“, meint er.

Alle Spieler des FC haben nun die Möglichkeit, zu einem anderen Verein zu wechseln. Dabei gilt auch kein Transferfenster. „Sobald ein Verein einem Spieler das Spielen nicht mehr ermöglichen kann, weil es keine Mannschaft mehr gibt, kann dieser laut den Statuten immer sofort bei einem anderen Verein einsteigen“, erläutert Rickels.

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Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
Andreas Kempe Nordwest-Fußball / Autor
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