Ende Des Tsv Oldenburg
Ein Fußballverein schafft sich ab

Seit Monaten sorgt der TSV für Skandale und Unruhen. Jetzt könnte sich der Club mit einem großen Knall aus der Fußballszene verabschieden.

Bild: Patten
Nicht zu fassen: Rozart Burgaj bei der 0:5-Pleite Anfang Mai bei Landesliga-Rivale Friesoythe. Direkt davor waren mehrere TSV-Spieler gesperrt worden.Bild: Patten
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Oldenburg Der TSV Oldenburg könnte sich mit einem großen Knall aus der Fußballszene verabschieden. Erdal Sarigül, der den Landesliga-Absteiger durch die Irrungen und Wirrungen der vergangenen Jahre geführt hatte, spricht schon seit einiger Zeit nicht mehr mit der NWZ, kündigte am Wochenende aber in der „Sonntagszeitung“ an, den Verein auflösen zu wollen. Das habe er dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) schriftlich mitgeteilt.

„Ungerecht

Als einen Grund für die Auflösung des Clubs, der zwei Männerteams und eine B-Juniorenauswahl für den Spielbetrieb der neuen Saison gemeldet hatte, nannte Sarigül, dass der Verein „grundlos verfolgt“ und „ungerecht behandelt“ werde und „rassistischen Anfeindungen“ ausgesetzt sei.

Lesen Sie auch: Abstieg – Fußballer verhakeln sich im TSV-Dilemma

Dass der TSV in der vergangenen Spielzeit bei zahlreichen Partien der ersten Mannschaft in der Landesliga und der Reserve in der Fusionsklasse A nicht spielberechtigte Spieler auf dem Platz hatte, verschwieg Sarigül. Für die Vergehen war der TSV in mehreren Sportgerichtsverfahren bestraft worden. Die Umwertung des 3:0-Sieges gegen BV Essen in der Landesliga in eine 0:5-Niederlage führte letztlich dazu, dass der TSV die Saison auf einem Abstiegsplatz beendete und in die Bezirksliga eingruppiert wurde.

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Ebenso verschwieg Sarigül beispielsweise, dass sich der Verein die Spielberechtigung für Peter Godfrey mit einer gefälschten Meldebescheinigung beim NFV erschlichen hatte. Der Nigerianer spielte in der Hinrunde der vergangenen Saison für den TSV, schoss in 13 Spielen 13 Tore, wäre aber gar nicht spielberechtigt gewesen. Der Stürmer galt zwischenzeitlich laut Verein als verschollen und ist inzwischen abgeschoben worden.

Absagen per E-Mail

Die erste Mannschaft des TSV ist zu den beiden bisherigen Pflichtspielen nicht angetreten. Die Verantwortlichen von GVO hatten vor dem Bezirksliga-Auftakt am vergangenen Wochenende wie die des FC Rastede Ende Juli vor dem Bezirkspokal-Duell vergeblich versucht, mit dem TSV in Kontakt zu treten.

Das Pokalspiel in Rastede sagte der TSV einen Tag vor dem Spiel per E-Mail ab. Jetzt bat der Club zwei Tage vor dem Derby bei GVO um eine Verlegung, was die Gastgeber aus organisatorischen Gründen ablehnten.

Daraufhin teilte der TSV am Freitagabend den Osternburgern per E-Mail mit, dass das Team am Sonntag aus „vereinsinternen Gründen“ nicht spielen könne.

16 statt 17

Sollte der TSV an diesem Mittwoch in Obenstrohe und am Sonntag gegen BW Bümmerstede ebenfalls nicht antreten, wird die Mannschaft aus der Bezirksliga ausgeschlossen. Dann findet die Saison mit 16 statt 17 Mannschaften statt.

Bei diesen 16 Bezirksligisten hat der TSV ohnehin wohl jeglichen Kredit verspielt. Sie sollen sich auf dem zweiten Staffeltag Ende Juli, zu dem der TSV nicht erschienen war, darauf geeinigt haben, Bitten des Landesliga-Absteigers aus Oldenburg um eine Spielverlegung grundsätzlich abzulehnen.

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