Oldenburg Mit der Hoffnung, sich in der zweiten Jahreshälfte wieder bei Wettkämpfen messen zu dürfen, haben die Leistungsschwimmer am Landesstützpunkt Oldenburg wieder das gemeinsame Wassertraining aufgenommen. Seit Beginn der Corona-Krise hatten sie sich erst individuell und später kollektiv an Land abgerackert, waren dann jeder für sich wieder ins Freibad gesprungen, ehe sie dort nun wieder gemeinsam ihrer Leidenschaft in ihrem Element nachgehen können.

„Schwimmer sind keine Läufer, sie brauchen das Wasser. Trockentraining gehört zwar auch zu den Trainingsinhalten, doch ist dies für viele Wettkampfschwimmer ein notwendiges Übel“, meint Stützpunkttrainerin Beate Schroeder, die ihre Schützlinge unter Einhaltung der geltenden Regeln jetzt wieder im Flötenteich-Freibad versammeln darf. 13 Wochen lang war das nicht möglich gewesen.

Der Schock

„Es war schon ein Schock: Nicht nur für die Athleten, auch für mich. Eine siebenmonatige Vorbereitung auf die geplanten Wettkampf-Höhepunkte im Mai war für die Katz“, erklärt Schroeder. Die Landesmeisterschaften, die offenen Deutschen Meisterschaften, die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften und die Deutschen Freiwassermeisterschaften waren alle frühzeitig abgesagt worden. Ein zur Vorbereitung auf diese Highlights für Ende März/Anfang April geplantes Trainingslager auf Kreta musste ausfallen.

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„Da keine Zusammenkünfte möglich waren, habe ich für sechs Tage in der Woche Landtrainingspläne geschrieben“, blickt Schroeder auf die ersten Wochen der Corona-Krise zurück: „Mit Laufen, Radfahren, Zugseil, Hantelübungen und Übungen mit eigener Körperkraft mussten sich die Schwimmer selbstständig zu Hause fit halten.“ Als Anfang Mai zumindest wieder kollektives Training im Freien erlaubt worden war, ging es unter Einhaltung der Regeln sofort wieder gemeinsam auf den Sportplatz in Wardenburg und die Fußballanlage des Polizei SV in Wechloy.

Das Hoffen

„Nach Öffnung des Olantis sind viele bereits dort – jeder für sich alleine – wieder im Freibad ins Wasser gesprungen, und ich habe für jeden einen Wassertrainingsplan geschrieben“, erzählt Schroeder: „Da ich jedoch nicht vor Ort sein konnte, haben sich natürlich im Schwimmstil technische Fehler eingeschlichen. Diese müssen jetzt mühsam wieder ausgemerzt werden.“

Wie und wann die Sportlerinnen und Sportler vom Oldenburger Stützpunkt sich wieder mit der Konkurrenz messen dürfen, ist fraglich. „Viel ist bisher nicht bekannt“, sagt Schroeder und hofft, „dass spätestens Anfang September die ersten Wettkämpfe nach den dann gültigen Abstandsregeln wieder durchgeführt werden können“.

Klar ist, dass es in diesem Sommer erstmalig keine vierwöchige Trainingspause geben wird. „Die Kaderschwimmer müssen durchtrainieren. Das verlangt der Landesschwimmverband Niedersachsen für die Aufnahme in den Landeskader für die Saison 2020/2021“, erläutert Schroeder: „Gott sei Dank haben in den Vorbereitungswettkämpfen auf der Langbahn in den Monaten Dezember bis Februar bereits 14 Stützpunkt-Athleten die Kadernorm für die neue Saison unterboten“.

In den Schwestern Imke, Nantke und Rieke Aden sowie Magnus Danz, Diego Dekker, Mikkel Grotelüschen, Jannis Heise, Carlotta Ingenerf, Lennart Mesenz und Christopher Weidner sind darunter zehn Talente der SG Region Oldenburg, dem Zusammenschluss von PSV und Wardenburger SC. „Das ist eine sehr hohe Anzahl und nimmt den Athleten etwas den Druck“, meint Schroeder.

Die Zukunft

„Der Deutsche Schwimmverband plant meines Wissens, sofern es möglich ist, im Oktober noch eine offene Deutsche Meisterschaft in Berlin und in der Adventszeit eine abgespeckte Deutsche Jahrgangsmeisterschaft“, erklärt Schroeder: „Über Wettkämpfe auf Landesebene liegen mir zur Zeit keine Informationen vor. Aber irgendwann muss jeder Sportler eine Möglichkeit haben, seinen Leistungsstand zu überprüfen und Qualifikationsnormen zu unterbieten.“

Infos zur Trainerin

Ihre Trainerkarriere begann Beate Schroeder 1976 mit einer kleinen Schwimmgruppe im damaligen kleinen Bad der Universität. Ende der 1980er Jahre übernahm sie die Wettkampfmannschaft des Polizei SV, 1993 wurde sie Landesstützpunkttrainerin. An der Trainerakademie der Sporthochschule in Köln schloss sie 2009 ein Diplomtrainerstudium ab. Nach Stationen als Landestrainerin in Hannover sowie in Schleswig-Holstein möchte die 61-Jährige „in meiner Heimatstadt Oldenburg meine lange Schwimmtrainer-Karriere beenden“.

Ihre besten Schützlinge waren Jens Schreiber (später Olympia-Teilnehmer 2004), Ole Harms und Jan-David Schepers (alle Junioren-EM-Starter) im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends sowie in den 1990er Jahren in Sonja Gröning, Judith Ingenerf und Thomas Rolfes drei weitere Sportler, die alle Mitglieder der Junioren-Nationalmannschaft waren.

Ihre Motivation begründet Schroeder mit vier Punkten:
„Die sich ständig ändernden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Schwimmtechnik, die immer wieder auch am Athleten verändert werden müssen“
„Grundsätzlich die Arbeit mit und an den Athleten“
„Die Wettkämpfe regional wie auch überregional mit einem tollen Trainerteam und tollen Athleten“
„Die Möglichkeit, die Entwicklung vom Kindesalter bis zum Spitzenschwimmer zu verfolgen und zu fördern“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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