Oldenburg Langes Zaudern, großes Unverständnis: Dass es vor der am Freitag verkündeten Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), in der Coronavirus-Krise den gesamten Spielbetrieb von der Oberliga abwärts draußen wie in der Halle vorerst bis zum 23. März auszusetzen, am Donnerstagabend ein zähes Hin und Her gegeben haben soll, hat in Oldenburg einen negativen Widerhall verursacht. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagt zum Beispiel Jürgen Gaden, Trainer von Kreisligist SWO.

Zu kurze Auszeit

Für Gaden kommt die Generalabsage viel zu spät. „Das Coronavirus hat schon Todesopfer gefordert. Jetzt geht es um den Gesundheitsschutz für uns alle, deshalb ist die Absage der beiden nächsten Spieltage notwendig“, meint Gaden. Die Schwarz-Weißen hatten schon von sich aus den Trainingsbetrieb eingestellt. Für den Trainer ist die zehntägige Auszeit aber zu kurz: „Bei einem Infektionsverdacht beträgt die Quarantänezeit 14 Tage. Niemand kann sagen, nach wie vielen Tagen ein Erkrankter wieder gesund ist und niemanden mehr anstecken kann. Ich glaube nicht, dass der Spielbetrieb Anfang April wieder losgeht“, meint Gaden.

Keine Spiele, keine Tests, kein Training

Hinausgehend über die Entscheidung des NFV vom Freitag hatte der Fußballkreis Jade-Weser-Hunte bereits am Donnerstag die Einstellung des Spielbetriebs der Juniorinnen und Junioren bis 3. April beschlossen. Zudem hat der Kreisvorstand alle Veranstaltungen mit Vereinsbeteiligung, Schiedsrichterlehrgänge und Fortbildungskurse bis auf Weiteres ausgesetzt.

Empfohlen wird zudem, auch den Trainingsbetrieb einzustellen. „Wir werden den Vereinen da nichts vorschreiben, wir hoffen aber auf das Verständnis der Verantwortlichen“, erklärt Kreisvorsitzender Manfred Walde. Die Stadt hat die Nutzung aller städtischen Sportplätze und -hallen bis zum 19. April ausgesetzt.

Testspiele dürfen in den benannten Zeiträumen auch nicht stattfinden.

„Wenn ich die Dimensionen sehe, die diese Krankheit jetzt erreicht hat und noch erreichen wird, konnte es gar keine andere Entscheidung geben“, meint Rainer Warns, Teammanager der in der Bezirksliga drittplatzierten GVO-Spieler: „Fußball ist jetzt nur noch eine Nebensache, die Gesundheit aller muss Vorrang haben. Da zählen auch die sportlichen Chancen auf einen möglichen Aufstieg nicht mehr.“

Beim VfL ruht alles

„Unser Verein hat den Trainingsbetrieb für alle Teams in allen Sportarten mit sofortiger Wirkung eingestellt, das gilt auch für unsere Leistungsmannschaften“, erklärt VfL-Sportleiter Detlef Blancke. Er glaubt auch nicht, dass der Spielbetrieb bald wieder losgeht. „Die Erklärungen von Fachleuten zur Entwicklung dieser Krankheit und die Zunahme der Fälle gehen in eine ganz andere Richtung. Das Virus wird in zwei Wochen nicht einfach verschwunden sein“, glaubt Blancke.

Dass der drittplatzierte VfL bei einem Saisonabbruch den Aufstieg in die Regionalliga verpassen könnte, akzeptiert der Sportleiter. „Es geht jetzt wirklich nicht mehr um Fußball. Wir haben eine außergewöhnliche Situation, die außergewöhnliche Maßnahmen erfordert. Bei einem Abbruch wird es auch Ungerechtigkeiten geben, die kann man nicht verhindern“, meint er.

„Wir wollen natürlich größtmögliche Rechtssicherheit“, sagt Manfred Walde, Vorsitzender des Kreises Jade-Weser-Hunte. Der NFV müsse und werde für den Spielbetrieb weitere Entscheidungen treffen. „Diese werden bei einem Saison-Abbruch dann auch für die nächste Spielzeit rechtsverbindlich sein“, erklärt Walde: „Das wird auch für die Ligazugehörigkeit einer Mannschaft sowie mögliche Auf- oder Abstiege gelten.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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