Oldenburg Alle Facetten des Boxsports bekamen rund 400 Zuschauer bei der diesjährigen Auflage des Weihnachts-Pokalturniers des Vereins Für Boxsport (VFB) zu sehen. Da die niederländischen Gäste, die sich zum Kräftemessen in der Sporthalle am Flötenteich angesagt hatten, nicht erschienen, wurde aus dem internationalen „nur“ ein nationaler Wettstreit. Im Ring standen in 21 Kämpfen viele Lokalmatadore sowie zum Beispiel Aktive aus Hannover, Peine, Münster und Hamm.

„Hier treten Boxanfänger an, aber auch versierte Eliteboxer“, betonte VFB-Trainerin Katharina Lück: „Eine gelungene Veranstaltung mit vielen emotionalen Momenten – leider wurde sie von einem Notfall überschattet.“ Im ersten Kampf nach der Pause traf Felipe Kamacewicz aus den Reihen des Ausrichters im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm auf einen Gegner vom TV Papenburg, der nach einem Schlag zusammenbrach.

Ringärztin Helge Graef war sofort zur Stelle und rief den Notarzt. In den folgenden bangen 15 Minuten war der Boxer ansprechbar, hatte aber wohl ein „durch Fluchterfahrungen erzeugtes Flashback“, erklärte Lück.

Mohammad Nasser, Trainer und Vorsitzender des VFB, beruhigte den Boxer in seiner Sprache. Im Krankenhaus wurde der Papenburger untersucht und am Abend wieder entlassen. „Er hatte keinen körperlichen Schaden erlitten und wird nun psychologisch betreut“, erläuterte Lück.

Vor und nach dem Zwischenfall durften insbesondere die Lokalmatadore vom VFB zeigen, was sie draufhaben. Im ersten Kampf steckte Serkan Odoe (Schüler bis 35 kg) eine Niederlage nach Punkten ein. „Für sein Box-Debüt hat er sich aber wacker geschlagen und versucht, die Anweisungen von Cheftrainer Alexej Schmidt technisch gut umzusetzen“, meinte Lück.

Mit einem fast schon routinierten Auftritt über die drei Runden gewann Ninjo Krüger (Kadette im Federgewicht bis 52 kg) sein Duell überlegen. Gleiches galt für VFB-Kollege Patrick Dill (Halbschwergewicht bis 81 kg) gegen Felix Sergoian aus Münster. „Es war erst sein zweiter Kampf, aber er hat geboxt als wäre er schon Eliteboxer“, lobte Lück.

Konditionelle Defizite offenbarte Ali Zahradine (Kadette im Weltergewicht bis 69 kg) bei seiner Niederlage gegen Lukas Hergert (SV Emstek). Auch Taifun Dumus, gerade 18 Jahre alt gewordener Eliteboxer und mehrfacher Niedersachsen-Meister vom VFB, musste sich trotz besserer Beinarbeit und Technik geschlagen geben, als er von seinem Gegner aus Peine einen Leberhaken kassierte.

Umstritten war die Niederlage von Vedat Sun (Mittelgewicht bis 75 kg). Er punktete gut, verschenkte aber durch nachlässige Deckungsarbeit den Sieg. Durch technischen K.o. in Runde zwei gewann Jakob Mashensky in der selben Gewichtsklasse.

Bei den Frauen boxte sich Greta Pätsch vom VFB in ihrem ersten Kampf locker zum Sieg. Die Studentin war konditionell überlegen und dominierte Gegnerin Franziska Glasmacher (BC Münster). Vereinskameradin Anna Bartels verlor dagegen nach hart umkämpften Runden ihrer Kontrahentin.

Höhepunkt des Pokalturniers war das Stallduell zwischen Heiuar Bako und Karimi Heshmad. Letzterer steckte in einem technisch und strategisch hervorragenden Kampf zwei Niederschläge weg, musste letztlich aber Bakos Dominanz anerkennen. „Heiuar hat wieder sein Talent und seine boxerische Klasse gezeigt“, sagte Lück. Aufgrund des Notfalls wurde auf die abschließenden Ehrungen verzichtet.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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