OLDENBURG Laute Kampfschreie dröhnen durch die Halle. Dann hört man, wie Bambusschwerter mit voller Wucht aufeinander prallen. Der Kendosport ist heutzutage zwar nicht mehr gefährlich, er bleibt aber nicht minder beeindruckend.

Das Kendo (Weg des Schwertes) hat seinen Ursprung in der Fechtkunst der Ritter des alten Japans, der Samurai. Entwickelt wurde diese Sportart vor über 1000 Jahren. Seinerzeit kämpfte man noch mit echten Waffen, heute wird das sogenannte Shinai, eine Art Bambusschwert, benutzt. Ziel beim Kampf ist es, den Gegner an bestimmten Punkten des Körpers zu treffen. Die Treffpunkte befinden sich am Kopf, am Handgelenk, am linken oder rechten Oberkörper und am Kehlkopf. Alle Körperteile sind mit einer Schutzrüstung bedeckt, so dass die Verletzungsgefahr sehr gering ist.

In Deutschland wird das Kendo seit ungefähr 30 Jahren angeboten. Auch in Oldenburg erfreut sich die japanische Sportart immer größerer Beliebtheit. Im Verein Seikenjuku können Jugendliche und Erwachsene das Kendo in dieser Stadt betreiben. In Trainer Eiji Ohashi, der gleichzeitig auch der erste Vorsitzende des Vereins ist, gibt es hier sogar einen gebürtigen Japaner als Lehrer. Auch seine beiden Söhne Go Ohashi (17 Jahre) und Yu Ohashi (19) kämpfen im Verein. Vor allem der jüngere Go ist dabei sehr erfolgreich. Am vergangenen Sonnabend konnte er beim internationalen U-21-Turnier in Oldenburg den ersten Platz erringen. „Ich trainiere dreimal in der Woche und habe großen Spaß am Sport“, erzählt er. Dabei ist es laut Go nicht nur das Kämpfen, sondern auch die japanische Kultur, die ihn interessiert. „Kendo ist mehr als nur Sport. Das hat auch sehr viel mit Kultur und Wissen zu tun“, erklärt der 17-Jährige. Go erzählt weiter: „Kendo ist wie ein Lernprozess: Richtig gut

ist man erst mit ungefähr 80.“

Seine Vereinskameradin Annika Oberhauser (17) schätzt vor allem den Zusammenhalt im Verein: „Das ist wie eine große Familie.“ Annika betreibt Kendo seit vier Jahren und trainiert dreimal in der Woche.

Der 19-jährige Andreas Schönfeld bringt es auf den Punkt: „Ziel ist es, immer besser zu werden, und das erreicht man erst im hohen Alter. Es geht gar nicht unbedingt um Siege, sondern vielmehr darum, zu lernen.“

Das Kampfgeschrei, das einen großen Teil der Duelle einnimmt, dient nur einem Zweck: die Gegner einzuschüchtern: „Je lauter man schreit, desto besser“, sagt Go. Die stärksten Kämpfer kommen aus Japan. In Europa sind es vor allem die Franzosen und Polen, die in dieser Sportart sehr stark sind.

Der nächste Kendo-Wettkampf in Oldenburg ist am 31. Mai im Schulzentrum Ofenerdiek. Bei diesem internationalen Turnier sind auch Sportler aus Polen und den Niederlanden vertreten.

Vereinsinfos: www.seikenjuku.de

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