Oldenburg Das Wichtigste berichtet Lina Rausch gleich zu Beginn: „Mir geht es wieder gut.“ Das ist nicht selbstverständlich, denn vor einem Vierteljahr stürzte die 16-jährige Radsportlerin des RSC Oldenburg bei einem Rennen im hessischen Lorsch schwer. Ausgerechnet bei ihrer ersten Cross-Europameisterschaft im Trikot des deutschen Nationalteams hatte sich der Lenker bei einer Querfeldein-Abfahrt verhakt – mit fatalen Folgen: Lina zog sich ein Schädel-Hirntrauma zu. „Ich kann mich an den Sturz nicht mehr erinnern, erst wieder an die Behandlung in der Klinik“, erzählt sie. Die konnte Lina, die für die Wahl zur Oldenburger Sportlerin des Jahres 2014 nominiert wurde, jedoch am nächsten Tag wieder verlassen.

Es folgte ein erstaunlicher Genesungsprozess mit einem noch erstaunlicheren Ergebnis: Bereits drei Wochen später saß Lina wieder im Sattel und wurde Niedersachsenmeisterin im Crossfahren. „Das ging schneller als erwartet“, wundert sich auch ihr Vater und Trainer Olaf Rausch.

Die ersten Zweifel, vielleicht doch zu früh wieder angefangen zu haben, zerstreuten sich somit. „Ich bin vom Kopf her frei und habe keine Angst vor den Abfahrten“, betont Lina.

Der erste Platz im Deutschland-Cup der Juniorinnen-Wertung war der Schülerin auch in diesem Winter nicht zu nehmen. Dennoch änderte sich einiges. Denn die Oldenburgerin absolvierte ihre erste Saison in der Frauen-Klasse. So startete sie bei der Deutschen Meisterschaft in Borna bei Leipzig mit prominenten Fahrerinnen wie der mehrmaligen Weltmeisterin Hanka Kupfernagel in einer Reihe. „Die starke Konkurrenz motiviert zusätzlich“, berichtet Lina. Bei der DM war sie in ihrer Altersklasse – wie gewohnt – nicht zu schlagen, in der Gesamtwertung erreichte sie einen beachtlichen 12. Platz.

Doch die Umstellung fiel nicht leicht. Die Frauen-Rennen dauern mit 40 Minuten doppelt so lang wie beim Nachwuchs. „Anfangs habe ich nach der Hälfte schon ein kleines Tief gespürt, aber das hat sich dann auch weiter nach hinten verschoben“, beschreibt Lina. Die RSC-Fahrerin ging zudem erstmals für ein Team in die Wettkämpfe. Es übernahm einen Teil der Reisekosten und leistete Unterstützung beim Material. „Bisher waren wir als Familienteam auf uns allein gestellt“, sagt Olaf Rausch.

Nun geht es professioneller zu, doch damit steigen auch die Herausforderungen. „Der Spagat zwischen Schule und Sport wird schwieriger“, räumt die Gymnasiastin ein. Im Frühjahr startet sie in die Straßensaison, will sich aber langfristig auf die Cross-Disziplin spezialisieren. „Als Juniorin möchte ich in die Leistungsspitze der deutschen Frauen fahren“, hat sie sich vorgenommen. Der Sturz ist wirklich schon fast vergessen.

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