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Oldenburg Für Thomas Hamann ist der 28. Schortenser Jever-Fun-Lauf ein ganz besonderer gewesen. Denn der 50-Jährige aus Schortens (Landkreis Friesland) hat in diesem Jahr nicht nur zum 28. Mal die 10 Meilen (16,09 Kilometer) absolviert und ist damit der einzige, der über diese Distanz bei jeder Austragung seit 1987 ins Ziel kam. Er hat außerdem sein in diesem Jahr veröffentlichtes Buch „Dauerlauf und Tütendusche“ mit einem eigenen Stand präsentiert und an den interessierten Ausdauersportler gebracht.

Seine Bestzeit über die 10 Meilen (54:01 Minuten) verpasste der frühere Marathonläufer mit 1:13:42 zwar recht deutlich, damit ist er aber absolut zufrieden. Seine Ambitionen hat er mittlerweile ein wenig zurückgeschraubt, er läuft „nur noch“ etwa dreimal pro Woche. Für seine Marathonbestzeit von 2:29:12 Stunden brauchte es deutlich mehr Trainingsfleiß. Wie er seine täglichen Übungseinheiten zu seinen Glanzzeiten plante, umsetzte und in den Alltag eines Vollzeit-Berufstätigen integrierte, hat Hamann in den vergangenen Jahren niedergeschrieben und nun als Taschenbuch veröffentlicht.

35 bunte Perspektiven

Das Buch „Dauerlauf und Tütendusche: Leistungsorientiertes Lauftraining für fröhliche Langstreckenläufer aus 35 bunten Perspektiven“ von Thomas Hamann enthält neben Anregungen zum Trainingsalltag auch persönliche Erfahrungen Hamanns in Bezug auf Ausrüstung, Ernährung – und sogar Filmtipps.

Eineinhalb Jahre hat Hamann gebraucht, um sein Läuferleben zu Papier zu bringen. Die einzelnen Episoden können auch einzeln oder in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.

Erschienen ist „Dauerlauf und Tütendusche“ im April 2014 im Heiber-Verlag (228 Seiten, 9,98 Euro).

„Sammlung von Tipps“

Dauerlauf und Tütendusche – das war auch Hamanns Programm beim Jever-Fun-Lauf, nachdem er sich den Nachmittag über mit anderen Läufern über sein Erstlingswerk ausgetauscht hatte. „Ich habe sie heute auch dabei. Dann kann ich nach dem Lauf schnell wieder frisch an meinem Stand stehen“, erzählt er. Die Tütendusche – was ist denn das eigentlich? „Ein zweites, aber nasses Handtuch in einer Plastiktüte zum Abreiben – als Duschersatz für die Körperpflege“, erklärt Hamann.

Diesen und weitere praktische Tipps aus dem Läuferleben, wie beispielsweise den Weg zur Arbeit, der ohnehin zurückgelegt werden muss, einfach laufend zu bewältigen, hat der Zivilangestellte bei der Bundeswehr auf insgesamt 228 Seiten aufgeschrieben. Das Buch ist jedoch keine Anleitung, wie man einen Marathon unter 2:30 Stunden schafft – auch wenn ein exemplarischer, handschriftlicher Trainingsplan zu finden ist. „Es ist kein Bauplan für eine große Karriere – das wäre auch vermessen. Es ist vielmehr eine Sammlung von Tipps und Anregungen, aber auch Geschichten und Erlebnissen aus meiner aktiven, leistungsorientierten Zeit“, meint Hamann, der seine Laufbahn beim Heidmühler FC begann und Mitte der 90er Jahre drei Jahre lang für die LG Oldenburg startete.

„Für Insider witzig“

Wirklich besonders und authentisch machen Hamanns Buch die Anekdoten von Trainingslagern und unvergessenen Läufen, beispielsweise mit dem Oldenburger Georg Diettrich, mit dem Hamann viel trainierte, oder dem Lauf-Trainer des DSC Oldenburg, Lutz Bönecke. „Das Buch ist gut zu lesen und für Insider auf jeden Fall witzig“, lobt Bönecke, der sich die Lektüre nicht nehmen ließ.

In der Tat: Nicht nur die Geschichten mit der Tütendusche und dem selbstgebauten Messrad, das Hamann auf Dienstreisen im Koffer mitnahm, dürften den erfahrenen Läufer zum Schmunzeln und den Einsteiger zum Staunen bringen.

Trotz aller Leidenschaft und Disziplin, einem zwischenzeitlichen Trainingsumfang von mehr als 120 Kilometern pro Woche und dem gelebten Motto „viel hilft viel“ war für Hamann aber die Gesundheit immer wichtig.

„Nicht mehr wie früher“

„Das Verhältnis zwischen Be- und Entlastung muss stimmen, die Regeneration immer genug Platz einnehmen“, sagt er. So bleiben Verletzungen weitgehend aus und die Lust am Laufen erhalten. Bei Hamann hat das offensichtlich gut funktioniert, auch wenn er sein anvisiertes Ziel von 4:30 Minuten pro Kilometer in Schortens knapp verfehlte. „Ich bin leider etwas zu flott gestartet. Das Einschätzen des richtigen Tempos klappt nicht mehr wie früher. Aber egal, ich bin auch das 28. Mal heile durchgekommen – die Serie steht“, freute sich der 50-Jährige.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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