OFENERDIEK Die Bäuche sind bekannt – die Gesichter weniger. Dabei treten Paul-Dieter Reck und seine Mitstreiter schon seit über 30 Jahren als Oldenburger Schrumpfgermanen auf. Sie haben als singende und tanzende Männergruppe schon so manch fade Veranstaltung über den Abend gerettet und nebenbei mehr als 200 000 Euro für den guten Zweck gesammelt. Zum Beispiel für die Kinderkrebsklinik, das Ronald-McDonald-Haus oder die Gemeinnützigen Werkstätten.

Heute ist es stiller um die zehn Männer geworden, aus den Anfangsjahren sind nur noch Werner Petershagen, Günther Gerhardt und natürlich Paul-Dieter Reck aktiv dabei. Dieser verspricht aber: „Solange die Menschen unsere Bäuche sehen wollen, wird es auch die Schrumpfgermanen geben.“

Dass sie ihr Körper mal eines Tages durch ganz Deutschland führen würde, inklusive Gastauftritten in Portugal, der Schweiz und Dänemark – damit hätte wohl keiner von ihnen gerechnet. Die Geschichte der Schrumpfgermanen ist eine Erfolgsgeschichte, die ausgerechnet auf dem Fliegerhorst-Gelände ihren Lauf genommen hat. Damals, als sie alle noch in Diensten der Bundeswehr standen, und tagsüber Uniform statt Bühnenkostüm trugen.

Zunächst sind sie einmal aufgetreten, dann noch einmal – und plötzlich häuften sich die Einladungen zu Veranstaltungen. „In unserer Blütezeit, den Achtziger und Neunzigern, waren wir an bis zu 40 Wochenenden jährlich unterwegs“, erinnert sich Reck. Vor allem in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf gaben sie viele Gastspiele. Und lernten so ganz nebenbei zahlreiche Prominente wie Willy Millowitsch, die Bläck Fööss oder die Höhner kennen. Weiter ging es mit Fernsehauftritten im WDR, in der Superlachparade oder in Schmidts Mitternachtsshow auf der Reeperbahn.

Wo immer sich die Schrumpfgermanen („Der Name stand von vornherein fest“) aufhielten, wurden sie vom Publikum (und den Damen) freudig empfangen. Und dass, obwohl es nur diese eine Verkleidung und diese eine Bühnenperformance gab.

Nach und nach hat die Anzahl der Auftritte abgenommen. Rheinländische Schrumpfgermanen haben dem Original aus Oldenburg Konkurrenz gemacht. Verärgert ist der 73-Jährige Paul-Dieter Reck darüber aber nicht. Es gibt auch so genügend andere Aufgaben: Paul-Dieter Reck ist engagiertes Ratsmitglied und „an 15 bis 17 Abenden im Monat unterwegs“. Kollege Werner Petershagen spielt in der Blaskapelle, Hermann Haene wandert und Ralf Klingsporn widmet sich in seiner Freizeit gerne dem Sport.

„Zwei Termine nehmen wir in den nächsten Wochen wahr“, erzählt Reck. Gerne dürften auch noch weitere hinzu kommen. Selbst wenn die Muskulatur nicht mehr so straff wie früher sitzt – die Oldenburger Schrumpfgermanen wollen auch künftig ihre Bäuche vor Publikum zeigen. „Mit Schminke lässt sich eine Menge machen“, sagt Reck.

Mirja Zipfel Friesoythe / Redaktion Münsterland
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