Oldenburg Unten links, oben links, unten rechts, halbhoch rechts: Die Schützen des VfL Osnabrück im Elfmeterschießen des NFV-Pokal-Halbfinalspiels im Marschwegstadion machten es VfB-Keeper Dominik Kisiel richtig schwer. Der 24-Jährige ahnte immer die richtige Ecke, doch er verfehlte trotz seiner 1,92 Meter Körpergröße alle Versuche der Gäste um wenige Zentimeter. Nach den Fehlschüssen seiner Teamkollegen Franko Uzelac (gehalten) und Marius Winkelmann (über das Tor) stand die 3:5 (1:1, 0:0)-Niederlage und das Verpassen der DFB-Pokal-Qualifikation fest.

„Super, dass wir endlich einmal überzeugend und gut gespielt haben“, schüttelte Kisiel, der im Winter die Nachfolge von Mansur Faqiryar angetreten hatte, nach der Partie die Enttäuschung schnell ab. Auch seine Mitspieler, die natürlich zunächst einmal mit hängenden Schultern vom Feld trotteten, trauerten nicht allzu lange intensiv der vergebenen Chance nach.

Restprogramm

In der Regionalliga bestreitet der VfB (mit 27 Punkten aktuell nur einen vor einem Abstiegsplatz) noch fünf Heim- und vier Auswärtsspiele. Heimspiele VfL Wolfsburg II 52 Punkte/1. Platz (Montag, 6. April), Werder Bremen II 51/2. (Sonntag, 19. April), Eintracht Norderstedt 42/7. (Donnerstag, 30. April), Eintracht Braunschweig II 40/9. (Sonntag, 3. Mai), FC St. Pauli II 35/10. (Sonntag, 15. Mai). Auswärtsspiele Lüneburger SK 28/14. (Sonntag, 12. April), BV Cloppenburg 26/16. (Freitag, 24. April), BSV Rehden 30/12. (Sonntag, 9. Mai), Hannover 96 II 34/11. (Freitag, 22. Mai).

Mit Blick auf den Abstiegskampf in der Regionalliga strahlten die Oldenburger angesichts der starken Leistung in der regulären Spielzeit, in der Nils Laabs fast in letzter Minute (90.+1) den Führungstreffer der Osnabrücker durch Tobias Willers (59.) egalisiert hatte, schnell auch Zuversicht aus. „Nachdem ich beim 0:1 leider nicht mehr so schnell an den Ball gekommen war, hat die Mannschaft sich nicht aufgegeben, nicht nachgelassen und stark weitergekämpft“, lobte Kisiel.

„Wir haben alles rausgeholt, was möglich war und eine hohe Qualität gezeigt. Da war viel mehr drin“, meinte Mohamed Aidara. „Die Leistung gibt sicher Auftrieb für das Spiel am Ostermontag gegen den VfL Wolfsburg II“, ergänzte der Mittelfeldspieler mit Blick auf das in zwei Tagen anstehende schwierige Heimspiel gegen den Spitzenreiter (Anstoß um 15 Uhr).

„Das sollte uns Auftrieb für das Duell mit Wolfsburg geben“, sagte auch Pierre Merkel, der als einziger Stürmer im diesmal sehr gut funktionierenden System von Trainer Predrag Uzelac wirkte. Als „Wandspieler“ warf sich der Angreifer vor den 5940 Zuschauern mit großer Leidenschaft in die Zweikämpfe und legte die Bälle gut auf seine Mitspieler ab.

Der frühere VfB-Stürmer Addy-Waku Menga, der im Sommer 2014 zum VfL Osnabrück zurückgekehrt war, agierte dagegen eher unauffällig. Nachdem die Gastgeber in der 12. Minute Glück gehabt hatten, dass ein Querpass des Angreifers in der Mitte weder seinen Sturmkollegen Stanislav Iljutcenko, noch einen anderen VfL-Spieler fand, war von Menga nicht mehr viel zu sehen.

„Wir haben es uns sehr schwer gemacht. Der VfB hat aber auch toll dagegengehalten, so dass wir teilweise vor Problemen standen“, erklärte der VfL-Stürmer, der nach seiner Auswechslung in der Schlussphase beim Elfmeterschießen zum Zuschauen verdammt war.

Nach dem glücklichen Ende feierte Menga aber mit den Fans auf dem Zaun des Gästeblocks das Erreichen des Endspiels und das Lösen des Tickets für den DFB-Pokal. „Nun freuen wir uns auf einen attraktiven Gegner in der ersten Hauptrunde“, sagte der 31-Jährige mit einem breiten Lächeln.

Die pure Erleichterung war auch VfL-Keeper Frank Lehmann nach dem Spiel anzusehen. „Ich bin extrem froh, noch den Elfmeter gehalten zu haben“, sagte der Torhüter, der das 1:1 von Laabs durch einen groben Fehler erst ermöglicht, aber anschließend im Elfmeterschießen den schwach geschossenen Versuch von Franko Uzelac pariert hatte. Dass er bei den weiteren Schüssen der VfBer Florian Stütz und Pierre Merkel (beide sicher verwandelt) und Winkelmanns Schuss in die Wolken bei weitem nicht so einen Riecher wie Kisiel bewiesen hatte, war Lehmann absolut egal.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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