Haareneschviertel Die Finanzen und damit verbundene Beitragserhöhungen waren die beherrschenden Themen auf der Delegiertenversammlung des Oldenburger Turnerbundes (OTB), mit rund 4260 Mitgliedern größter Verein in Oldenburg. Der Vorstand wurde entlastet und die Delegierten beschlossen niedrigere Anhebungen der Beiträge als vom Vorstand vorgeschlagen.

Gleich am Anfang seines Berichtes erklärte Michael Schwerdtner, als Vorstand Finanzen erst seit einem knappen Jahr im Amt, ganz klar: „Der Verein hat kein Loch in der Kasse. Wir wissen genau, wofür wir die Beiträge unserer Mitglieder ausgegeben haben und wohin sie geflossen sind.“ Der Jahresabschluss für 2018 weise einen Überschuss von rund 32 000 Euro aus. Dies bedeute, „dass wir insgesamt verantwortungsbewusst und wirtschaftlich gearbeitet haben“, sagte Schwerdtner. Allerdings müsse man die weitere Entwicklung der Finanzen sehr genau beobachten und dabei auch über Sparmaßnahmen nachdenken.

Allein für den Unterhalt der vier vereinseigenen Sportstätten seien von 2016 bis 2020 Aufwendungen von rund 1,5 Millionen Euro erforderlich. Zwar gebe es dafür von Stadt, Land und Bund Zuschüsse von 60 bis 70 Prozent, der Rest aber müsse vom Verein zum Beispiel durch Kredite finanziert werden, so Schwerdtner: „Es ist wichtig, in diesem Bereich regelmäßig zu investieren, um die Anlagen nicht verfallen zu lassen.“ Weitere Ausgabenposten seien vor allem der allgemeine Sportbetrieb sowie die Energie- und Personalkosten.

Kontrovers und umfassend diskutierten die Delegierten die vom Vorstand vorgesehene Anhebung der Beiträge, die seit 2016 nicht erhöht wurden. Zur Sprache kamen mangelnde Transparenz bei der Verteilung der Mittel auf einzelne Abteilungen und die kurzfristig angekündigten Vorschläge für Erhöhungen. Schwerdtner kündigte an, die Abteilungsverantwortlichen künftig umfassender und rechtzeitiger über die Finanzen zu informieren und mit ihnen über Gestaltungsmöglichkeiten zu sprechen.

Mehrheitlich Zustimmung fanden schließlich Erhöhungen zwischen einem und 2,50 Euro. Beispiele: Einzelmitglieder bis 24 Jahre zahlen ab Oktober 15 statt 14 Euro, Mitglieder ab 25 Jahren 21,50 statt 20 Euro und Paare 36,50 statt 34 Euro. Aufgrund niedrigerer Beiträge und damit verbundener Mindereinnahmen will der Vorstand jetzt gemeinsam mit den Abteilungsverantwortlichen Möglichkeiten für Einsparungspotenziale prüfen. Nicht gedeckt sind mit dem Beschluss der Delegierten u.a. auch die Ausgaben für die in 2020 anstehenden Baumaßnahmen.

Über die Arbeit des Vorstands seit der Delegiertenversammlung im Herbst 2018 berichtete Dr. Beate Bollmann. Der Vorschlag für höhere Beiträge sei in seiner Höhe durchaus provokant, gab die Vorstandsvorsitzende zu, forderte aber zugleich dazu auf, sich Gedanken über eigene Ansprüche zu machen. Jeder könne mit seinem Verhalten dazu beitragen, die Situation zu beeinflussen. Wichtig sei es, neue Mitglieder zu gewinnen und weitere Finanzquellen zu erschließen. Als Beispiel nannte Bollmann, die Fahrtkosten von Mannschaften zu Turnieren von Paten durch Spenden unterstützen zu lassen.

Die Gemeinschaft im Verein zeige die besondere Qualität des OTB, sagte Bollmann. Mit zahlreichen internen Veranstaltungen werde der innere Zusammenhalt gestärkt. Zudem versuche der OTB auf verschiedenen Ebenen, die Sportentwicklung in Oldenburg positiv zu beeinflussen. Die Arbeiten an einem Leitbild für den OTB sollen „dem Verein einen Kompass geben, um den künftigen Kurs zu bestimmen und zu halten“.

Für besondere Verdienste im und um den OTB zeichnete die Vorsitzende dann Ute Rothe mit der goldenen Leistungsnadel aus. Die silberne Nadel erhielten Silke Wemken und Fred Mehrens. In den Vorstand wiedergewählt wurden Peter Suhren (Verwaltung) und Karin Mucignat (Turnen).

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