Oldenburg Während der Sohn in dieser Woche seine neuen Weggefährten beim VfB kennenlernt, will der Vater an diesem Freitag mit alten Weggefährten ein erfolgreiches Turnier spielen. Familie Richter mischt Oldenburg auf und treibt zwei Mannschaften des Traditionsclubs an. Der kürzlich 20 Jahre alt gewordene Pascal Richter wurde am Donnerstag als zweiter Winter-Zugang für das Regionalliga-Team vorgestellt. Papa Michael Richter führt die VfB-Oldies am Freitagabend als Teamchef ins Hallenfußballturnier für Traditionsmannschaften um den „Cup der Öffentlichen Versicherungen“ in der großen EWE-Arena.

„Individuelle Erfolgserlebnisse wie die Torjägerkrone spielen für uns keine Rolle – wir wollen als Kollektiv funktionieren“, sagt Michael Richter, der das Turnier der Altstars, die sich zum achten Mal in Oldenburg messen, schon zweimal mit dem VfB gewonnen hat. 2013 und 2015 sicherten sich Richter & Co. den großen Siegerpokal.

Auch 2012 (Rang zwei) sowie 2007 und 2011 (jeweils Dritter) standen die Lokalmatadore auf dem Podest. Vor einem Jahr reichte es immerhin zu Platz vier. Nur 2014 schieden sie schon in der Vorrunde aus. „Das kann gar nicht sein – oder ich habe es verdrängt“, sagt der Teamchef mit einem Schmunzeln und will diesmal mit seinen „Jungs“ unbedingt wieder ins Halbfinale.

„Eine echte Mannschaft“

Dafür müssen die Oldenburger in der Gruppe A mit Borussia Mönchengladbach und VfL Wolfsburg mindestens Zweiter werden. In der anderen Gruppe messen sich Werder Bremen, Schalke 04 und AS Rom. Das Eröffnungsspiel um 18.03 Uhr zwischen VfB und Mönchengladbach gibt es im Livestream (www.sport1.de). Erst ab 18.30 Uhr steigt der Sender mit der ersten Werder-Partie in die TV-Liveberichterstattung ein.

Die Lokalmatadore haben fünfmal zusammen trainiert – zuletzt am Montag im von Timo Ehle betriebenen Sportpark Donnerschwee. Der 46-Jährige, der unter anderem für den VfB in den 90ern in der 2. Bundesliga aktiv war und 2011 als Trainer der damaligen Oberliga-Mannschaft am Spielfeldrand stand, musste sein Mitwirken an diesem Freitag aufgrund von Oberschenkelproblemen absagen.

Dafür verstärken Horst Elberfeld und Mehmet Koc das zunächst geplante Team um Keeper Marco Elia, Söhren Grudzinski, Alexander Eckel, Christian Thölking, Johann Stenzel, Davor Celic, Waldemar Kowalczyk, Andreas Boll, Benjamin Doll und Stefan Frye. „Mehmet und Horst werden vorn spielen“, verrät Richter und ergänzt: „Wir wollen uns als eine echte Mannschaft präsentieren und den VfB wieder gut vertreten.“

Tempo auf Außenbahn

Das ist sicher auch das Ziel von seinem Sohn Pascal Richter, der am Donnerstag als zweiter Winter-Zugang nach Dino Fazlic (25) für das Regionalliga-Team vorgestellt wurde. Während Letzterer eher defensiv im zentralen Mittelfeld zu Hause ist, beackert Pascal Richter am liebsten die offensive rechte Außenbahn. „Wahlweise auch links, aber er hat auch schon zentral offensiv gespielt“, erklärt Papa Michael.

Sein Sohn spielte nach seiner Ausbildung im Leistungszentrum des VfB ein Jahr in der U 17 des VfL Osnabrück und zwei Jahre in der A-Jugend von Bayer Leverkusen, ehe zwei unglückliche Umstände seine Fußball–Laufbahn beeinflussten.

Im Werksclub geriet die Laufbahn ins Stocken, weil die U 23 aufgelöst wurde. Nach der Rückkehr nach Osnabrück blieb ihm der Durchbruch im Drittliga-Team vor allem verwehrt, weil Maik Walpurgis (heute Bundesliga-Coach in Ingolstadt), der ihn geholt hatte, im August 2015 schon kurz nach Saisonbeginn den Trainerstuhl räumen musste.

„Pascal war in der Vorbereitung nah dran, aber unter Joe Enochs ging’s nicht so gut weiter“, erinnert sich Michael Richter an die erste Zeit beim VfL, nach der sein Sohn nur in zwei Drittliga-Begegnungen und einem Landespokal-Duell zum Einsatz kam.

Spielpraxis sammelte der Außenbahn-Flitzer in den vergangenen eineinhalb Jahren im Oberliga-Team der Osnabrücker (33 Partien, 6 Tore), die den gebürtigen Oldenburger nun gern in die Heimat ziehen ließen. „Wir sind total überzeugt, dass er ein wertvoller Teil der Mannschaft wird“, sagt VfB-Sportdirektor Ralf Voigt und geht ebenso fest davon aus, mit Richter „noch mehr Tempo in unser Spiel“ zu bekommen.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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